Das beste Dateiformat für die Fotografie?

Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Dateiformaten.

Auch in der Fotografie werden unterschiedliche Dateiformate verwendet.

Manche davon gibt es schon recht lange und andere sind noch recht jung.

Aber welches Dateiformat ist für die Fotografie am besten geeignet?

Diese Frage wird man nicht pauschal beantworten können.

Es kommt darauf an ….

Jedes Dateiformat hat gewisse Vor- und Nachteile. Also sollte man sich erst einmal klar machen, was will man mit seinen Fotos machen?

In den letzten Wochen habe ich die derzeit wichtigsten Dateiformaten behandelt:

Es gibt noch weitere Dateiformat wie BMP, JPEG2000, PNG …  welche für die Fotografie derzeit wenig relevant sind.

In den bisherigen Artikeln habe ich die aktuellen Vor- und Nacheile erläutert. Eine richtige Einschätzung wird für manchen dennoch schwierig sein. Deswegen möchte ich die Vorzüge für einige Anwendungsbeispiele aufzeigen. Ich denke mit Praxisfällen ist manches leichter nachvollziehbar und der interessierte Leser kann für seine Anforderung leichter eine Wahl treffen.

Im Prinzip sollte man vor dem Kauf einer Kamera überlegen welches Dateiformat für einen das beste ist!

Manche Käufer eines Fotoapparates machen sich wohl erst nach dem Erwerb einer Kamera darüber Gedanken. Die meisten werden sich wohl nie Gedanken über das Dateiformat machen, da alles hervorragend passt wie es die Kameraautomatik macht.

Spätestens wenn die Ansprüche an die Qualität oder Weiterverarbeitung steigen, wird diese Frage aufkommen.

Fall 1: Ich möchte mir keine Gedanken über die Technik machen

Die meisten Hobby-Fotografen wollen und müssen sich keinen Kopf über Dateiformate und technischen Krims-Krams machen. Die wollen, dass die Kamera ein schönes Foto macht.

Ein klarer Fall für das JPEG.

Die Fotos werden bereits in der Kamera vom RAW in eine JPEG entwickelt. Bei besseren Kameras kann man noch die Grundeinstellungen wie Helligkeit, Farbintensität, Schärfe und evtl. Kontrast indidividuell einstellen.

Die Bilder sind sofort verfügbar und können meist ohne weitere Bearbeitungsschritte versendet oder über soziale Medien geteilt bzw. präsentiert werden. Die Datenmenge ist schlank und damit auch für schnellen Versand geeigent. So gut wie alle Bearbeitungsprogramm und Bild-Betrachtungsmedien können JPEG anzeigen.

Fall 2: Keine Lust oder Zeit meine Fotos auch noch zeitaufwändig mit Bildbearbeitung zu optimieren

Auch hier wird man eine Kamera die JPEG erstellen kann wählen.
Dadurch erspart man sich die Entwicklung in einem RAW-Konverter und die Fotos können mit fast jedem Bildbetrachter oder Bearbeitungsprogramm angesehen werden.

Fall 3: Ich möchte selber über die Entwicklung meine Bilddateien entscheiden

Hier handelt sich meist um einen Profi-Fotografen oder ein Fotograf der einfach das maximale an Qualität und Bearbeitungsmöglichkeiten aus seinen Fotos herausholen möchte.

Eine Kamera mit der man RAW-Dateien mit einem RAW-Konverter bearbeiten kann ist hier die erste Wahl. Manche Kamera-Hersteller bieten hier auch das DNG als Dateiformat an.

In beiden Fällen hat man ein digitales Negativ, welches erst ausserhalb der Kamera mit einem RAW-Konverter, einer Software, zum Bild entwickelt wird. Dabei hat der Fotograf aber die volle Kontrolle über die Entwicklungseinstellungen. Großer Vorteil ist eine verlustfreie Bearbeitung der Bilddatei.

Fall 4: Ich muss meine Bilddateien für den Druck abliefern

In Druckereien wird auch heute noch häufig das TIFF als Dateiformat für die Druckvorstufe verwendet. Richtig bearbeitet kann es genauso verlustfrei wie RAW-Dateien sein. Die Farbtiefe kann bis zu 36 BIT gehen. Für hochwertige Druckverfahren ist so eine sehr feine Durchzeichnung und feinste Tonwertabstufung möglich.

Allerdings bieten die wenigsten Kameras das TIFF als Aufnahmeformat an, sodass bei solchen Anforderungen eine vorbereitete Bilddatei einfach mit einem Bildbearbeitungsprogramm in TIFF umgewandelt wird.

Fazit über das beste Dateiformat für die Fotografie:

Sicherlich gibt es noch sehr viele weitere Kriterien und Fälle. Die vier sollen nur als Beispiel dienen.

Wichtig ist auch die Qualität der Software, welche Bilddateien verarbeitet. Je besser die Qualität der Software ist, desto mehr kann man auch aus seinen Fotos herausholen. Dies gilt auch für Kameras die ein JPEG gleich in der Kamera entwickeln. Billige Kameras haben meist auch eine weniger gute Entwicklungs-Software integriert. Teurere Kameras haben da meist bessere Entwicklungsprogramme integriert oder bieten RAW oder DNG als Dateiformat an.

Auch die Qualität von RAW-Konvertern hat Einfluss auf die mögliche Bearbeitungsqualität. Die meisten Kamerahersteller legen ihre Datei- und Softwareentwicklungen nicht offen. Da haben es andere Software-Entwicklunger schwieriger und setzen die RAW-Dateien erst einmal auf Reset um ihr eigenes Grundprofil verwenden zu können. Das kann man aber mit individuellen Einstellung für das eigenen Kamerasystem anpassen. Solch eine Grundeinstellungen kann man bei einem guten RAW-Konverter als Preset hinterlegen oder auf die Bilddaten anwenden. So spart man sich eine Einzelbearbeitung.

Zusammenfassung der besten Dateiformate für die Fotografie:

Wer Fotos zur Erinnerung sammelt und sich daran erfreuen möchte und nicht mit der Entwicklung und Bearbeitung beschäftigen will, wird mit dem JPEG-Format am besten fahren.

Wer dennoch mal ein JPEG-Foto bearbeiten möchte, sollte dieses aus Qualitätsgründen zuerst in ein verlustfreies TIFF umwandeln. Dann das TIFF bearbeiten und speichern. Falls gewünscht kann das bearbeitete TIFF dann wieder in eine JPEG umgewandelt werden. Warum das ganze? Weil bei jedem Speichervorgang ein JPEG komprimiert werden würde! Jedes Mal wird die Dateimenge und die Bildinformation verkleinert und damit auch die Bildqualität verschlechtert. Beim TIFF ist dies nicht der Fall.

Wer höhere Ansprüche an die Bildqualität hat und seine Fotos individueller bearbeiten möchte, wird sich mit RAW- oder DNG-Dateien voll austoben können. Die Bearbeitung mit einem RAW-Konverter erscheint vielen Anwendern zeitaufwändig. Das kann man aber mit einem individuellen Workflow optimieren. Bei guten RAW-Konvertern kann man Entwicklungs-Profile anlegen. Oder man kann Entwicklungseinstellungen von einem Bild auf eine ganze Fotoserie übertragen.

2 Comments

  1. Hermann 18. Mai 2014
  2. Bernd 20. Mai 2014

Leave a Reply