Fotowalk im Wald – Makrofotos

Seit ein paar Wochen probiere ich unterschiedliche Arbeitsweisen bei der Makrofotografie aus. Im Fotostudio für manche Produktfotos nutze ich schon das Focus Stacking mit der Fuji X-T2. Damit werden Gegenstände von vorne bis hinten scharf abgebildet. Ohne diese Aufnahme und Bearbeitungstechnik, wären die Produktaufnahmen weniger professionell.

Im ersten Corona-Jahr habe ich mich auf die Landschaftsfotografie in meiner Region konzentriert. Im zweiten Corona-Jahr werde ich den Schwerpunkt auf die Makrofotografie legen. Die Hauptmotive sind Blumen und Kleintiere in der Natur. Was im Fotostudio sehr gut funktioniert, ist am lebenden Tier, nicht immer umsetzbar. Focus Stacking funktioniert bei kleinen Insekten meist nur mit einem Stativ gut. Zudem meist nur am frühen Morgen, wenn manche Insekten noch in der Kältestarre sind. Aber selbst da gibt es manchmal Bewegungen. Ein Fühler oder Fuß ist schnell mal bewegt. Oder der Wind erschwert einen Stack ungemein. Klar, gibt es Möglichkeiten dies zu vermeiden. Aber das artet dann in richtig großen Aufwand aus.

Eine weitere Art der Makrofotografie ist der Einsatz eines Elektronenblitzgerätes und Diffusor. Mir erschien diese Methode einen Versuch wert. Man braucht ein Objektiv das nah an ein Motiv heran kommen kann. Einen einfachen Elektronenblitz mit manueller Einstellmöglichkeit. Und einen Diffusor, der das Blitzlicht streut. Ich habe dafür meine Fuji X-T2 mit dem XF 80 mm Makro-Objektiv verwendet. Der Godox TT350 Blitz ist noch handlich. Der Diffusor ist von Dörr und wird über das Objektiv geschoben.

Baumrinde im Wald
Baumrinde im Wald

Erst einmal warm fotografieren. Eine Nahaufnahme von einem Baumstamm im Wald. Hier war es von Vorteil, daß das XF 80 mm einen Bildstabilisator hat. Ohne diesen, wäre die Aufnahme mit hoher Wahrscheinlichkeit verwackelt worden. Für den Baumstamm habe ich keinen Blitz eingesetzt. Danach ging es richtig in den Makrobereich. Schnell musste ich feststellen, daß der Autofokus in dem Bereich unbrauchbar ist. Dennoch habe ich ihn zum groben vorfokussieren oft genutzt und danach auf manuelle Scharfeinstellung umgestellt.

Rote Ameise auf einer Brennessel
Rote Ameise auf einer Brennessel

Eine rote Ameise auf einem Brennesselblatt. Ich bin erstaunt, daß man mit dieser Aufnahmetechnik eine Ameise zum Großteil scharf bekommt.

Ameisen melken Läuse
Ameisen melken Läuse

Auch hier zwei rote Ameisen, welche die Blattläuse melken. Nicht alle Läuse sind scharf. Das wäre nur mit Focus Stacking möglich. Aber das Motiv wäre für einen Focus Stack unbrauchbar, da sich die Ameisen ständig bewegt haben.

Fleischfliege
Fleischfliege

Eine Fleischliege auf einem Brennesselblatt.

Minierfliege
Minierfliege

Die Minierfliegen sind relativ klein. So brauchte ich gut ein Dutzend Versuche um endlich eine Aufnahme zu erwischen, wo die Augen auch tatsächlich scharf getroffen wurden.

Baumwanze
Baumwanze

Eine Baumwanze auf der Suche nach dem nächsten Baum? Das sollte im Wald kein Problem sein.

Rothalsige Silphe
Rothalsige Silphe

Und zum Abschluß noch den Käfer der rothalsige Silphe genannt wird. Dieser Käfer gehört zu den Aaskäfern und hat eine sehr wichtige Aufgabe im biologischen Kreislauf des Waldes. Beim fotografieren hatte ich immer den Eindruck, daß er in die Kamera schaut?

Fotowalk im Wald – Makrofotos

Ich muß gestehen, ich war von den Ergebnissen postiv überrascht! Klar, hat man ordentlich Ausschuß. Damit meine ich Bilder, wo die Schärfe nicht am Auge des Insektes war. Aber das war mir bewusst. Aus diesem Grund habe ich immer mehrere Fotos von einem Motiv gemacht. Zumindest solange, das Tier Lust dazu hatte. Manche Tiere sind vor mir auch geflüchtet. Am frühreren Morgen war das fotografieren einfacher. Offenbar waren viele Insekten noch träge. Bis auf die Ameisen. Diese waren immer sehr aktiv.

In den wenigsten Fällen wird man ein Insekt oder kleines Tier vollständig scharf bekommen. Dazu ist in dem Nah- und Makrobereich die Schärfentiefe viel zu gering. Ich habe immer versucht, zumindest die Augen scharf zu bekommen. Aus der freien Hand bei manueller Fokussierung ist das aber gar nicht so einfach. Ehrlich gesagt, braucht man dazu Übung. Am besten funktioniert die manuelle Fokussierung durch vor- und zurückbewegen des Oberkörpers. Solange bis die Augen im Schärfebereich liegen. Dank Focus Peaking wird das bei meiner Kamera mit roten Kanten sehr gut angezeigt.

Das XF 80 mm würde ich für diese Art der Fotografie nicht mehr mitnehmen. Einen Bildstabilisator und Autofokus braucht man in dem Makrobereich nicht. Die Technik, Kosten und das Gewicht kann man sich sparen. Im Prinzip reicht ein manuell fokussierbares Makroobjektive vollkommen dafür aus. Die Fokussierung erfolgt sowieso am besten durch die eigene Körperbewegung. Beim nächsten Makrowalk werde ich das leichtere Fuji XF 60 testen. Oder ein Schneider 50 mm Vergrößerungsobjektiv in Retrostellung? Dadurch wird die gesamte Fotoausrüstung spürbar leichter.

Leave a Reply