Mein Stockfotografie Report 2019

2019 war für mich ein seltsames Jahr in der Stockfotografie. Trotz neuer Bilder, waren die Gesamteinnahmen stagnierend. Obwohl sich auch neues Bildmaterial gut verkauft. Allerdings schlafen Verkäufe bei älteren Bildern meist schneller ein, da es inzwischen eine große Bilderflut bei den großen Bildagenturen gibt. Meine Annahmequote liegt bei den meisten Bildagenturen bei mindestens 99%. Das ist super. Dennoch steigen meine Umsätze nicht. Das ist demotivierend. Wer arbeitet schon gerne, ohne dafür einen Lohn zu bekommen?

Ich habe Ende 2019 kurz daran gedacht, die Stockfotografie einzustellen. 2019 habe ich den Großteil meiner Freizeit in die Stockfotografie gesteckt. Viele neue gute Bilder produziert. Und dennoch springt nicht mehr Geld raus. Da macht man sich logischerweise Gedanken, ob es weiterhin sinnvoll ist, diesen Weg weiterzugehen?

Ich werde auch 2020 weiter den Weg Stockfotografie gehen. Es sind wieder mindestens 500 neue Stockfotos geplant. Bei den Motiven werde ich mich auf das konzentrieren, was in den letzten zwei Jahren verkäuflich war und mit effizienten Workflow umsetzbar ist.

Stockfotografie
Stockfotografie

Darüber hinaus werde ich weitere Einnahmemöglichkeiten auf ihre Tauglichkeit prüfen. Bei Spreadshirt habe ich meinen alten Account wieder reaktiviert. Dort werde ich verstärkt T-Shirt-Designs zum Verkauf anbieten. Den Verdienst kann man dort individuell einstellen. Dazu habe ich mich inzwischen in Illustrator eingearbeitet. Den Durchblick bei Illustrator habe ich noch nicht. Aber bestimmte Motivvorstellungen setze ich schon ganz brauchbar um. Dennoch habe ich in der Bearbeitungseffizenz noch viel Luft nach oben. Die Designs vermarkte ich auf Spreadshirt. Diese sollen aber auch auf Adobe Stock, Shutterstock und vielleicht iStock vermarktet werden.

Eine weitere geplante Einnahmemöglichkeit sind Bücher. Dazu habe ich mich bei KDP = Kindle Direct Publishing angemeldet. Zum Einarbeiten und Üben habe ich die ersten Notizbücher mit Fotomotiven auf der Titel- und Rückseite veröffentlicht. 2020 habe ich bis zu drei eBooks über Bonsai und Fotografie angedacht. Da das Schreiben und Lektorat mit Zeitaufwand verbunden sein wird, kann ich noch nicht einschätzen, bis wann das erste Buch in den Verkauf kommen wird.

Ob und wieweit eine der beiden weiteren Einnahmemöglichkeit funktioniert, wird sich im Laufe des Jahres herausstellen. Als einzelner Fotograf wird es jährlich schwieriger seine Fotos über Bildagenturen zu vermarkten. Der Markt ist überschwemmt. Jährlich kommen Unmengen neuer Fotos dazu.

Internationale Bildagenturen

Adobe Stock

Fotolia wurde 2019 komplett geschlossen. Adobe Stock hate Fotolia vor Jahren übernommen und eine zeitlang zweigleisig Bildlizenzen angeboten. Die Schließung von Fotolia brachte bei mir zum Glück keinen Umsatzrückgang. Im Gegenteil. Adobe Stock hat sich 2019 positiv im Umsatz entwickelt. Leider kann man bei Adobe Stock keine Bilder mehr exklusiv anbieten. Bei Fotolia hatte ich ein paar aufwändigere Bilder exklusiv angeboten. Einige davon waren meine Renner und wurden durch die Exklusivität höher vergütet.

2019 konnte ich den Umsatz um über 150 € steigern. Mit 1887 verkauften Bildlizenzen war es der zweithöchste Wert in 10 Jahren. Das durchschnittliche Bildhonorar lag bei 1,19 € je Bildlizenz. Höchstwert in 10 Jahren Fotolia/Adobe! Gegenüber dem Vorjahr + 0,01 €. Bei Adobe bin ich in 2019 mit der Entwicklung zufrieden. Über 9% ist im derzeitigen Umfeld gut.

Shutterstock

Bei Shutterstock wurden für erweiterte Lizenzen die Honorare reduziert. Dadurch war bei mir Shutterstock, trotz neuer Bilder, rückläufig in der Umsatzentwicklung. Über 300 $ weniger Umsatz in 2019. Nur der 6. beste Wert in 10 Jahren. Auch das durchschnittliche Honorar für ein Bild ist auf 0,59 € je Stück gefallen. Dennoch ist der Durchsnitts-Honorar bei mir der zweitbeste Wert in 10 Jahren Shuttestock. Das lag wohl daran, daß ich einige erweiterte Lizenzen verkaufen konnte. Dadurch bin ich fast auf den Vorjahreswert gekommen. Zufrieden bin ich dennoch nicht. Eine leichte Steigerung im Jahresumsatz wäre schöner gewesen.

iStock

Mit über 800 $ gab es bei iStock den 3. besten Umsatz seit 10 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr waren das fast 100 $ mehr. Bei einer Auszahlung soll es wohl mal wieder Fehler gegeben haben? So gab es zwei super Auszahlungen, welche in den Folgemonaten mal wieder nach unten korrigiert oder verrechnet wurden. Leider kommt das bei iStock nicht zum ersten Mal vor. Aber wenn am Ende mehr über bleibt, hält sich der Ärger bei mir noch im Rahmen.

Alamy

2018 war Alamy zum ersten mal die Nummer 4 beim Umsatz. Bei den internationalen Bildagenturen ist das auch 2019 so. Wobei Panthermedia Alamy 2019 überholt hat. Somit ist bei mir Alamy insgesamt auf Platz 5 abgerutscht. 100 € waren nicht einmal die Hälfte als im Jahr davor. Die verkaufte Anzahl an Bildern war die selbe. Nur die Bildlizenzen waren weniger. Hauptgrund ist eine Reduzierung der Bildhonorare und eine sehr große Bildlizenz im Vorjahr.

123RF, Dreamstime, Eyem und Bigstockphoto

Die Marktkonzentration schreitet bei den Bildagenturen weiter voran. Wenige große teilen sich inzwischen den Bildermarkt auf. Der Großteil der restlichen Bildagenturen macht, zumindest bei mir, nur noch geringe Umsätze. Aus diesem Grund lohnt sich eine Einzelbetrachtung kaum. Deswegen fasse ich diese vier Bildagenturen hier pauschal zusammen.

Dreamstime und 123RF brachten knapp 100 $ im Jahr. Obwohl ich bei Dreamstime weiterhin über 750 neue Bilddateien hochgeladen habe, lohnt sich hier der Aufwand kaum noch. Bei 123RF komme ich mit dem Upload-Prozess meist nicht zurecht. Also lade ich dort kaum noch neue Bilder hoch. Bigstockphoto ist mit knapp 9 $ Jahresumsatz bei mir tot. Und Eyeem ist mit 20 € ganz nett. Allerdings habe ich dort nur 500 Bilder online.

Deutsche Bildagenturen

Außer Shotshop liefere ich keine neuen Bilder mehr an deutsche Bildagenturen. Die Umsätze lohnen sich für den Aufwand meist nicht.

Panthermedia

Erstaunlicherweise konnte ich bei Panthermedia den Umsatz auf 109 € um über 40 € steigern. Neue Bilder habe ich dort nicht hochgeladen. Vielleicht sollte ich dort wieder neue Bilder hochladen?

Shotshop

Obwohl ich Shotshop weiterhin mit neuen Bilder versorge, ist der Umatz dort auf bescheidene 57 € gefallen. Gut die Hälfte als im Vorjahr.

Zoonar und Pitopia

Zoonar brachte 21 €. Das ist eine Verdoppelung zum Vorjahr. Pitopia halbierte seinen Umsatz beinahe auf 11,96 €. Und darin waren noch Verkäufe aus 2017 beinhaltet! Seit dem Verkauf an den neuen Ihab, funktioniert immer weniger. 2019 hatte ich mal wieder einige Bilder hochgeladen. Bei über 100 Stück wurden die Keywords nicht übertragen. Sorry Leute, ich tippe die doch nicht von Hand nach. Die Bilder habe ich alle gelöscht. Neue Bilder werde ich dort nicht mehr hochladen.

Fazit Stockfotografie 2019

Seit vier bs fünf Jahren stagnieren die Umsätze. Die Schwankungen sind minimal. Die Umsätze halten sich nur, wenn ich pro Jahr 500 bis 1000 neue Bilder hochlade. Ein Jahr Arbeit und man verdient dennoch nicht mehr?

Umsätze Stockfotografie von 2010 bis 2019
Umsätze Stockfotografie von 2010 bis 2019

Klar stellt sich da die Frage, ob das weiterhin sinnvoll ist. Den Großteil meiner Freizeit stecke ich in die Stockfotogafie. Gut ich kann damit meine Kameraaussrüstung finanzieren. Ich konnte mir ein Fotostudion einrichten. Unterm Strich bleibt es dennoch eine Nullnummer, wovon ich nicht leben könnte. Zum Glück betreibe ich die Stockfotografie als Nebeneinkunft.

2020 werde ich meine verfügbare Zeit in der Stockfotografie etwas reduzieren. Ich werde überwiegend effizient umsetzbare Fotomotive im Fotostudio umsetzen. Etwas Landschaftsfotografie wird das ganze ergänzen. Ergänzen werde ich die Fotografe mit Illustrationen und mehr Videos. Darüber hinaus probiere ich mich im T-Shirt-Design und Verkauf aus. Zudem gestalte ich Notizbücher und werde bis zu 3 eBooks schreiben. Ende 2020 werde ich prüfen, ob eine dieser Möglichkeiten, für mich bessere Verdienstchancen bietet?

Würde ich heute noch jemanden den Einstieg in die Stockfotografie raten? Das kommt ganz darauf an. Für einen guten Start ist heute ein bereits bestehendes umfangreiches Portfolio sehr hilfreich. Das Bildmaterial muß höchste Bildqualität und gesuchte Motive beinhalten. People-Fotos aus dem täglichen Leben geht fast immer. Je mehr Personen abgebildet sind, desto besser verkäuflich sind die Bilder. Dazu benötigt man effiziente Abläufe. Manches Tool kann bestimmte Abläufe zum Teil automatisieren. Manche Arbeiten kann man auch outsourcen. Dann kann man auch heute noch mit der Stockfotografie gute Geld verdienen.

Wie war bei euch 2019 das Stockfotografie Jahr?

Leave a Reply