Meine Odysee mit Fernauslösern für die Nikon D7000

Für meine Nikon D300 nutze ich als Fernlauslöser das ML-3 Set. Das hat immer sehr zuverlässig funktioniert. Obwohl es nur per Infrarot geht und mit Empfänger der an der Kamera angestöpselt werden muß etwas umständlich erscheint. Ist aber wohl alles nur eine Frage der Gewohnheit.

Meist habe ich diese Kombination bei längeren Belichtungszeiten mit Spiegelvorauslösung genutzt um Verwacklungen durch den Spiegelschlag zu vermeiden. Enorm was für einen Unterschied das ausmacht!

Einmal ausgetestet und seitdem mache ich keine Langzeitbelichtung mehr ohne Spiegelvorauslösung und Fernauslösern.

Als ich mir die Nikon D7000 als Zweitkamera wegen gekauft habe, war der ML-3 leider nicht kompatibel.

Aber egal. Die D7000 hat ja bereits eine Infrarotschnittstelle eingebaut! Passend dazu gibt es für ca. 20€ den ML L3 Infrarot-Fernauslöser. Schlank und klein.

Den habe ich mir gleich mit der Kamera gekauft. Zu Hause wollte ich diese neue Kombination ausprobieren. Ging nicht.

Batterie prüfen. War leer. Beim Online-Händler wegen einer Batterie reklamieren? Keine Zeit. Also ab ins nächste Elektrogeschäft und so eine 3 Volt-Lithium-Batterie gekauft. Zur Sicherheit gleich einen Doppelpack. Lithum-Batterien sind ja lange lagerfähig. Batterie eingelegt. Kamera ausgelöst. Nichts.

Sch..e!

Batterie geprüft. Ist Ok und voll bis obenhin. Kontakte gereinigt. Batterie eingelegt. Ausgleöst. Tut sich immer noch nichts. Mein Blutdruck ging gewaltig nach oben.

Ab in das nächste Fotogeschäft. Neuen Fernauslöser gekauft. Zu Hause auf den Fernauslöser gedrückt. Endlich löst die Kamera aus. Einpacken für den Wanderurlaub in Berchtesgaden. Da wollte ich Gebirgsbäche mit längerer Verschlußzeit fotografieren.

Im Urlaub am ersten Wasserfall. Die Kamera ist eingestellt. Fernauslöser ausgepackt. Geht nichts. Zum Glück hatte ich beide dabei. Also mit dem anderen auslösen. Geht auch nicht. Sch..ß Ding. Billiggruscht. Zum Glück viel mir ein, daß die Kamera auch eine Vorlaufzeit in Verbindung mit der Spiegelvorauslösung hat. Also habe ich diese genutzt und die Aufnahmen sind zum Teil auch richtig gut geworden.

Gebirgsquelle in der Ramsau bei Berchtesgaden

Gebirgsquelle in der Ramsau bei Berchtesgaden

Beide Fernauslöser haben seitdem nie mehr ausgelöst. Egal wie frisch und voll die Batterien waren. Ich habe beide inzwischen entsorgt, da mein Ärger bei jedem Anblick anstieg.

Es musste allerdings ein Ersatz oder besser gesagt etwas Besseres her.

Nach einiger Recherche im Internet stieß ich auf den Gig T Pro II von Hähnel. Der wurde im Nikon-Forum über den Klee gelobt. Wenn die Nikon-Technik-Freaks das Teil loben muß es ja brauchbar sein?

80€ hat der Fernauslöser gekostet. Bestehend aus Empfänger und drei verschiedenen Anschlußkabeln für die verschiedenen Nikon-Anschlüße. Sogar Intervalle sind damit machbar. Nach Erhalt habe ich ihn testen wollen. Die Batterie für den Sender war auch eine 3 Volt Lithium und leer. Danach kam ich aus beruflichen Gründen einige Wochen nicht dazu.

Mit frischer Batterie machte ich den ersten Test. Wieder tut sich nichts. Kameranleitung und Hähnelanleitung durchgelesen. Versichiedene Änderungen vorgenommen. Nichts. Wieder standen Wasserfall-Aufnahmen an. Wieder ging ein Fernauslöser nicht.

Wieder habe ich die Spiegelvorauslösung mit Vorlaufzeit erfolgreich genutzt.

Brühlbach unterhalb des Uracher Wasserfall

Brühlbach unterhalb des Uracher Wasserfall

Diesmal mit der neuesten Nikon D610. Der Fernauslöser-Anschluß ist mit der D7000 identisch.

Der Hähnel wollte nun an beiden Kameras nicht funktionieren. Die Haptik vom Fernauslöser erschien mir auch nie wertig. Billiger Kunststoff und sehr weiche Blitzkabel Made in China. Ich glaub die Kontakte oder Stecker der Blitzkabel könnten nicht exakt verarbeitet sein. Nachdem einstecken hatten diese erstaunlich viel Spiel?

Ab in die Mülltonne.

Letzte Woche habe ich mir den Nikon MC-DC2 gekauft. Ein Handauslöser mit Kabelanschluß. Es mußte ein zuverlässiger Fernauslöser her. Für Focus-Stacking. Die Kamera wollte ich bei über 40 Einzelfotos nicht berühren, damit sich der Bildauschnitt im Makrobereich nicht verändert.

Und welch ein Wunder. Das ganze funktioniert mit Kabel 100%ig!
Obwohl das Ding auch Made in China ist 😉
Der Fernauslöser tut was er tun soll. Er löst aus. Für Bulb-Belichtungen hat er sogar eine Feststellmöglichkeit.

Focus Stacking 41 Fotos - Stubenfliege

Focus Stacking 41 Fotos – Stubenfliege

Der Auslöser hat 20€ gekostet.

Nikon Fernauslöser MC-DC2

Nikon Fernauslöser MC-DC2

Bei Makroaufnahmen mit Focus Stacking werden viele Einzelfotos von unterschiedlichen Schärfenbereichen gemacht. Diese werden danach mit einer Software zu einem Bild zusammen gerechnet. So ensteht ein Foto mit höherer Schärfentiefe.

Dabei stelle ich die Kamera nur einmal auf den vordersten Motivbereich ein. Danach wird vor jedem Einzelfoto das kleine Motiv mit einem Kreuztisch für Millimeterbruchteile nach vorne bewegt. Solange bis die gewünschten Bereiche scharf abgebildet sind. Den Rest macht die Software.

Aber auch für längere Belichtungszeiten habe ich nun endlich einen zuverlässigen Fernauslöser.

Alles zusammen gerechnet hat mich der Fernauslöser am Ende über 140€ gekostet. Ganz schön happig was Nikon da manchmal für einen Mist verbreitet. Aber auch Hähnel ist da nicht besser. 80€ für einen nicht funktionsfähigen Fernauslöser?

Meine Erkenntnis?

Traue keinem Foren-Freak der ein Produkt empfiehlt, woran der Forenbetreiber auch noch Geld daran verdient.
Auch große Kamerahersteller machen Fehler. Nicht jedes Produkt der namhaften Fotofirmen sind super. Da ich über 15 Jahre im Fotohandel tätig war, könnte ich ähnliche Ereignisse auch von den anderen großen Kamera-Herstellern berichten. Es menschelt dort überall 😉

Seit 35 Jahren fotografiere ich mit Nikon-Kameras. Mit den original Nikon-Produkten bin ich bisher immer am besten gefahren. Einzelne Ausflüge zu Fremdherstellern habe ich bisher immer schnell bereut. Deswegen werde ich weiterhin beim Original bleiben.

3 Comments

  1. Jochen 17. Mai 2015
  2. Matthias 17. Mai 2015
  3. Bernd 21. Mai 2015

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