Früh aufstehen für ein besseres Landschaftsfoto?

Bei der derzeitigen Sommerhitze sehne ich mich relativ oft nach Abkühlung. Da fiel mir doch ein Fotoausflug vor ein paar Jahren ein. Und das Ergebnis dürfte wohl auch gleich als Fototipp, sofern nicht bereits bekannt, brauchbar sein.

Manche Stammleser haben sicherlich bereits mitbekommen das ich im Remstal östlich von Stuttgart wohne. Durch das Remstal fließt logischerweise der kleine Fluß, die Rems. Rechts und links erheben sich vom Tal Wälder, Streuobstwiesen und Weinberge. Die Hügel sind etwa 250 bis 350 Meter höher gelegen. Dies erschien mir vor einigen Jahren eine gute Basis für interessante und stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen.

Nun gibt es im Remstal nicht nur Landschaft zum fotografieren. In den Talorten hat sich neben der Landwirtschaft auch meist mittelständische Industrie angesiedelt. Was für die Region und die Arbeitsplätze ein Segen ist, wird jeder Landschaftsfotograf als störend empfinden.

Also habe ich mir Gedanken gemacht ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt um das Remstal so darzustellen, dass man keine Industriegebäude auf den Fotos sieht? Viele der mir bekannten Aussichtspunkte brachten bei Tage nicht den gewünschten Effekt. Sicherlich kann man mit dem Bildausschnitt arbeiten. Aber wenn fast überall Wohnhäuser und Strommasten stehen geht doch einiges an der Bildstimmung verloren.

So entschloß ich mich in einem Jahr öfters mal vor Sonnenaufgang aufzustehen, um so von höheren Aussichtspunkten im Gegenlicht der aufgehenden Sonne oder dem Dämmerlicht davor abzulichten. Vielleicht ergibt sich ja so eine Möglichkeit unpassendes auszublenden?

Also bin ich an einem Maimorgen am Wochenende um 5 Uhr aufgestanden. Draußen war es noch dunkel. Die Kameraausrüstung hatte ich am Abend davor bereits gepackt. Mein Ziel war der Parkplatz am Jägerschlößschen auf dem Kappelberg. Der Kappelberg ist ein Hügel bei Fellbach. Vom Parkplatz auf der Höhe hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt Fellbach mit ihren Stadteilen Schmiden und Öffingen. Aber man hat auch einen weiten Blick in das Remstal.

Am Sonntag waren um diese Uhrzeit noch kaum andere Autos unterwegs. So war ich in etwa 20 Minuten dort. Im Osten hatte es bereits zu dämmern begonnen. Die Sonne war aber noch nicht aufgegangen.

Ich hatte unverschämtes Glück. Das Licht war vor dem Sonnenaufgang in goldgelb getaucht. Und in manchen Talsenken hatte sich leichter Bodennebel gebildet der teilweise unpassende Gebäude und Industriekennzeichen versteckte.

Die Kamera hatte ich gleich schussbereit. Zum Einsatz kam auch ein Einbeinstativ. In einer knappen Stunde machte ich mit verschiedenen Brennweiten und Standpunkten über 50 verschiedene Fotos. Teilweise auch mit Belichtungsreihen. Wozu Belichtungsreihen? Bei Gegenlicht ist die exakte Belichtung oft ein Glücksspiel. Da sollten Belichtungsreihen den passend belichteten Treffer bringen.

Weinberg am Kappelberg

Weinberg am Kappelberg

Das Foto vom Weinberg im Kappelberg entstand auch im Gegenlicht des Morgenlichtes. Als Brennweite kam ein leichtes Weitwinkel mit 35 mm zum Einsatz. Als Film wurde der Kodak Ektachrome E100VS professionel eingesetzt, da mir seine intensiven Farben besonder gut gefallen.

Kappelberg bei Fellbach

Blick vom Kappelberg in das Remstal

Der Blick vom Kappelberg in das Remstal ist eine schöne Stimmungsaufnahme geworden. Der leichte Morgennebel im Tal bringt noch etwas Tiefe und Staffage in das Bild. Leider sind nicht alle Strommasten vom Nebel bedeckt gewesen 🙁

Die Aufnahme entstand mit einem 2,8/180 mm und wurde ebenfalls auf den Diafilm von Kodak Ektachrome E100VS professionel belichtet.

Perlschnur

Perlschnur

Die Enstehung des Foto Perlschnur habe ich ja bereits hier erläutert. Im Prinzip entstand es ähnlich wie die Fotos im Mai vom Kappelberg bei Fellbach. Einziger Unterschied war dass es Januar und sehr frostig war.

Morgenstund hat gold im Mund oder der frühe Vogel fängt den Wurm hat sich auch hier mal wieder bewahrheitet.

Fazit:
Früh aufstehen kann bei einigen Motiven lohnenswert sein. Während bei Sonnenuntergängen meist viele Menschen, Autos oder sonstig störendes unterwegs sind, hat man früh morgens oft diese Störfaktoren weniger oder sogar gar nicht. Oft kann man so ungestört seine Landschaftsaufnahmen planen, gestalten und umsetzen und ist dann meist zum zweiten Frühstück wieder zu Hause 😉

7 Comments

  1. Knuffelpack 18. Juli 2010
  2. engelchen 18. Juli 2010
  3. Dimedon 18. Juli 2010
  4. Alexander 18. Juli 2010
  5. redscorpion012 18. Juli 2010
  6. Lichtens 30. Juli 2010
  7. Sabrina 11. August 2010

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