Photoshop-Übung: Selbstportrait bearbeiten

Eigentlich benutze ich für die Bearbeitung meiner Fotos zu über 90% Lightroom.

Sicherlich, weil Lightroom gleichzeitig eine hervorragenden Bilderdatenbank ist.

So etwas ist für mich genauso wichtig, damit ich schnell bestimmte Aufnahmen finden kann.

Auch die Verschlagwortung für Bildagenturen organisiere ich über Lightroom. Lightroom ist für mich so eine Art Vielzweck-Werkzeug.

Dennoch gibt es manche Bearbeitungsmöglichkeiten, welche man in Photoshop besser oder exakter bearbeiten kann.

Motive Freistellen geht einfach durch die unterschiedlichen Möglichkeiten und die Ebenen-Techniken leichter und besser.

Das gleiche gilt für Montagen. Auch manche Bearbeitungstechniken bei Personen, gehen mir in Photoshop leichter und effizenter von der Hand.

Damit ich meine Bearbeitungsmöglichkeiten erweitere, habe ich mich mit Weiterbildungs-Material versorgt. 7h Lehr-Video. Ich habe mir die DVD CALVINIZE von Calvin Hollywood gekauft. Mit 50€ nicht ganz billig. Aber dennoch wesentlich günstiger als ein Photoshop-Workshop, der sicher nur einen Bruchteil davon vermitteln kann.

Bisher war ich nie ein großer Freund von Video-Tutorials. Die bisher gesehenen waren mir immer zu trocken, langatmig und langweilig. Bei den Tutorials von Calvin habe ich dieses Gefühl nicht. Seine Art ist eher unterhaltsam. Er wirkt nicht so versteift. Er spricht normal und nicht gekünstelt.

Zudem sind die 50 Kapitel schön aufgegliedert und können auch nach Bedarf priorisiert und ausgesucht werden. So kann man mit den mutmaßlich wichtigen Punkten zuerst anfangen.

Na ja, ich habe erst ein paar Übungen angeschaut und mich mal an den ersten Versuch gewagt. Ich habe jetzt allerdings noch kein perfektes Ergebnis erwartet. Es ist sozusagen meine allererste Übung mal ein Portrait zu optimieren. Dabei ging es mir darum, ein paar der für mich neuen Bearbeitungstechniken auszuprobieren. Zum anderen auch um festzustellen, wo ich noch Wissenslücken in der Bearbeitung habe?

Meine Wahl fiel auf ein Selbstportrait:

Selbstportrait im Fotostudio

Selbstportrait im Fotostudio

Ein Selbstportrat, dass im Fotostudio entstand.

Ganz nett aber auch nicht toll. Aber das kann auch am Model liegen 😉

Ist aber zum üben egal.

In erster Linie wollte ich mal Dodge and Burn ausprobieren. Auf deutsch abwedeln und nachbelichten. Eine Bearbeitungstechnik mit der man mehr Strukturen in manche Motive bringen kann. Die Technik gab es schon in der Dunkelkammer!

Eigentlich nichts neues. Nur mit Photoshop sollte es einfacher sein?

In die Tiefe der Bearbeitungsschritte werden ich heute nicht gehen. Alleine über Dodge and Burn könnte man ein Buch füllen.

Ich liste einfach mal chronologisch die Arbeitschritte auf:

  • Portrait in Lightroom als Kopie erstellt und diese direkt aus Lightroom in Photoshop zum bearbeiten geöffnet.
  • Einen Hintergrund ausgewählt. Eine Betonwand mit Struktur in Photoshop geöffnet. Dort auf den Kopf gestellt und als neue Ebene in das Portrait rübergezogen.
  • Den Hintergrund mit neuer Farbebene mit warmen Farbton ergänzt. Über den Prozentregeler die gewünschte Stärke eingestellt.
  • Das Portrait mit dem Auswahlwerkzeug freigestellt. Dabei die Auswahl noch etwas verfeinert. Auswahl umgekehrt und mit STRG + J als neue Ebene erstellt. Person mittig ausgerichtet. Die Hautfarbe mit warmer Farbebene optimiert.
  • Das Portrait 1x mit Dodge + Burn gemäß CALVINIZE erstellt. Hat etwa fünf Minuten gedauert. Die Wirkung war mir zu schwach. Also zwei weitere Kopien vom Dodge + Burn. Das verstärkt den Effekt. Etwas zu stark für meinen Geschmack. Also die drei zu einer Ebene zusammengefasst und den Effekt prozentual auf den gewünschten Effekt angepasst. Mit dem Pinsel nur die gewünschten Dodge + Burn Bereiche maskiert.
  • Hintergrund wirkt noch zu hart. Leicht mit gausschen Weichzeichner bearbeitet. Gespeichert und in Lightroom eine leichte Vignette erstellt.
  • Fertig.
Photoshop Übung - Selbstportrait nach der Bearbeitung

Photoshop Übung – Selbstportrait nach der Bearbeitung

Was bringt Dodge and Burn?

Bei diesem Motiv vertärkt es die Strutkuren des Stoffes (T-Shirt) und selektierte Bereiche im Gesicht, wie die Stirn und um den Hals und Kinnbereich.

Mit den ersten Dodge and Burn Versuchen bin ich bereits ganz zufrieden. Ich werde diese Art von Dodge and Burn als Aktion hinterlegen. Wenn der Effekt zu stark ist, kann man ihn prozentual herunter dimmen. Wenn er zu schwach ist, kann er durch Bearbeitungskopien verstärkt werden. Soll er selektiv eingesetzt werden, kann man ihn mit dem Pinsel maskieren.

Bei dieser Übung sind mir allerdings auch noch Wissenslücken aufgefallen. Das Freistellen ist noch nicht sauber.

Gut, ich habe mir nicht viel Mühe gegeben. Aber Freistellen sollte man besser können.

An einigen Kanten gibt es noch leichte Farbsäume. Die Haare sind auch nicht 100%ig sauber freigestellt.

Da fehlt es mir noch an Wissen. Aber das gibt es auch auf der DVD CALVINIZE. Das werden die nächsten Kapitel sein, welche ich mir anschaue.

Danach geht es wieder ans Üben.

Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen.Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

2 Kommentare zu Photoshop-Übung: Selbstportrait bearbeiten

  1. Michi schrieb:

    Schön erfrischender Artikel! Auch wenn das Ergebnis sicherlich noch optimierungsfähig ist, scheint es lohnend, sich mit dodge&burn auseinanderzusetzen.

  2. Bernd schrieb:

    Hallo Michi,

    klar ist das Ergebnis noch verbesserungsfähig. War ja eine erste Übung um ein erstes Gefühl für die Dodge & Burn Bearbeitung zu bekommen. Der Rest war ja erst mal unrelevant.

    Inzwischen habe ich Dodge and Burn auch mal bei einem Landschaftsmotiv ausprobiert. Bei manchen Motiven bringt es mehr Tiefe und Struktur in das Motiv. Die Bearbeitungstechnik ist also auch für anderen Motive als Portraits einsetzbar.

    Schönen Gruß
    Bernd

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