Die Almbachklamm gilt als klassische Schlechtwetter-Wanderung. Genau darin liegt fuer Fotografen ihr größter Reiz. An trüben Tagen liegt weiches Licht in der engen Schlucht und die Wassefrälle lassen sich ohne harte Schatten aufnehmen. Rund um die Klamm gibt es aber auch Motive die bei Sonne wunderbar wirken. In diesem Beitrag zeige ich dir welche Stellen sich lohnen und mit welchen Kameraeinstellungen die Aufnahmen gelingen.
Foto und Text: Bernd Schmidt. Erstmals veröffentlicht am 14. November 2012, aktualisiert am 3. August 2026.
Die Almbachklamm auf einen Blick
- Lage: zwischen Berchtesgaden und Marktschellenberg im Berchtesgadener Land
- Brücken und Stege: 29
- Hoehenunterschied: rund 220 Hoehenmeter bis zur Theresienklause
- Dauer: etwa 2 bis 3 Stunden fuer Hin- und Rueckweg
- Eintritt (2026): 8 Euro fuer Erwachsene, 5 Euro fuer Kinder ab 7 Jahren, kleinere Kinder frei
- Geoeffnet: etwa Anfang Mai bis Anfang November, taeglich ab 9 Uhr, sofern das Wetter es zulaesst
- Beste Zeit zum Fotografieren: bedeckter Himmel oder frueher Morgen
- Ausruestung: Stativ, ND-Filter, Polfilter
Hinweis: Bei anhaltendem Regen oder viel Schmelzwasser kann die Klamm kurzfristig gesperrt werden. Preise und Zeiten vor dem Besuch bitte kurz prüfen.
Anfahrt, Parkplatz und Eintritt
Der Einstieg liegt bei der Kugelmühle in Marktschellenberg. Von Berchtesgaden aus fährst du in Richtung Salzburg und folgst der Ausschilderung zur Almbachklamm. Direkt am Klammeingang gibt es einen Parkplatz und ein Gasthaus. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zum Kassenhäuschen wo du den Eintritt bezahlst. Für das Fotostativ brauchst du keine Sondergenehmigung.
Die besten Fotomotive in der Klamm
Die Kugelmühle – ältestes Motiv seit 1683
Noch vor dem eigentlichen Klammeingang steht die Marmorkugelmühle. Seit 1683 werden hier Brocken aus Untersberger Marmor durch die Kraft des Wassers zu runden Kugeln geschliffen. Das langsam drehende Wasserrad und die nassen Steinkugeln sind ein dankbares Motiv. Ein Polfilter nimmt die Spiegelungen vom nassen Holz und macht die Farben satter.
Wasserfälle und Gumpen
Das Herzstück der Klamm sind die vielen Wasserfälle und die türkis schimmernden Gumpen. Je nach Jahreszeit stürzt das Wasser wild oder flie?t ruhig über die Felsstufen. Gleich zu Beginn empfangen dich mehrere Kaskaden die sich gut für lange Belichtungszeiten eignen. Weiter oben wird der Weg enger und die Felswände rücken näher zusammen.
Die 29 Brücken und Stege
Der Weg führt über 29 Brücken und Stege immer wieder von einer Seite auf die andere. Diese Übergänge sind selbst ein starkes Motiv. Von den Brücken hast du oft den besten Blick auf die darunter liegenden Wasserfälle. Achte auf einen sicheren Stand denn die Stege sind nass und rutschig.
Wallfahrtskirche Ettenberg
Wer nach dem Aufstieg noch Kraft hat wandert von Steg 17 weiter hinauf nach Ettenberg. Dort steht die kleine Wallfahrtskirche mit einem weiten Blick ueber das Tal. Bei klarer Sicht ein lohnender Abschluss bevor es zurueck zum Parkplatz geht.
Kameraeinstellungen fuer die Almbachklamm
Wasserfälle mit langer Belichtungszeit
Damit das Wasser seidig weich wirkt brauchst du eine lange Belichtungszeit. In der Praxis liegt sie je nach Wassermenge zwischen etwa einer halben und mehreren Sekunden. Diese Werte haben sich bewaehrt:
- Blende: f/5,6 bis f/11 für viel Schärfentiefe
- Belichtungszeit: 0,5 bis 4 Sekunden je nach gewuenschtem Effekt
- ISO: 100 fuer maximale Bildqualitaet
- Fokus: manuell auf den Wasserfall gesetzt
Weil in der engen Klamm oft wenig Licht herrscht bekommst du solche Zeiten meist ganz ohne Filter. An helleren Tagen setzt du einen ND-Filter davor der das Licht schluckt und die lange Belichtung erst moeglich macht.
Ausruestung: Stativ, ND-Filter, Polfilter
Ohne Stativ geht bei diesen Belichtungszeiten nichts. Ein stabiles Reisestativ reicht aus. Der ND-Filter verlängert die Belichtungszeit an hellen Tagen. Der Polfilter reduziert Spiegelungen auf nassem Fels und feuchtem Laub und lässt die Farben kräftiger wirken. Ein Mikrofasertuch gehört in die Tasche denn die Gischt legt sich schnell auf die Frontlinse.
Beste Tageszeit und Wetter zum Fotografieren
Die besten Bedingungen hast du bei bedecktem Himmel. Dann fällt weiches Licht in die Schlucht und es gibt keine harten Kontraste zwischen hellen und dunklen Bereichen. Praller Sonnenschein ist in der Klamm eher hinderlich weil einzelne Lichtflecken zwischen den Bäumen schnell ausfressen. Wer früh startet hat zudem den Vorteil dass noch wenige Wanderer unterwegs sind und die Stege frei bleiben.
Häufige Fragen zur Almbachklamm
Wie lange dauert die Wanderung durch die Almbachklamm?
Hin- und Rückweg solltest du etwa 3 Stunden einplanen. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit wird empfohlen. Mit vielen Fotostopps und dem Abstecher nach Ettenberg wird es entsprechend mehr.
Welche Kameraeinstellung eignet sich für die Wasserfälle?
Für den seidigen Effekt nutzt du eine Belichtungszeit von etwa 0,5 bis 4 Sekunden bei Blende f/5,6 bis f/11 und ISO 100. Ein Stativ ist dabei Pflicht.
Braucht man ein Stativ in der Almbachklamm?
Ja. Ohne Stativ sind die langen Belichtungszeiten für weiche Wasserfälle nicht scharf hinzubekommen. Ein kompaktes Reisestativ genügt.
Wann ist die beste Tageszeit zum Fotografieren?
Am besten fotografierst du bei bewölktem Himmel oder am frühen Morgen. Dann ist das Licht weich und die Stege sind noch nicht überlaufen.
Was kostet der Eintritt in die Almbachklamm?
Der Eintritt liegt 2026 bei 8 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder ab 7 Jahren. Kleinere Kinder sind frei und es gibt günstigere Familientickets.