Vorbereitung für einen Wanderurlaub in den Bergen

Im Oktober verbrachte ich eine Woche in den oberbayerischen Bergen. Von 1986 bis 1987 hatte ich in Berchtesgaden meinen Zivildienst geleistet. Danach zwar ich noch dreimal im Berchtesgadener Land zu Besuch. Nun nach über 20 Jahren war es mal wieder Zeit diese schöne Landschaft zu besuchen.

Damals haben mich fast nur die hohen Berge interessiert. Und als Zivi konnte man sich nicht so viele Filme leisten, deswegen ist die fotografische Ausbeute von damals sehr selektiv. Ich musste damals öfter überlegen ob ich ein Motiv aus Kostengründen fotografiere oder nicht? Heute im digitalen Zeitalter braucht man sich darüber keine Gedanken mehr machen. Es enstehen ja keine Film und Entwicklungskosten mehr.

Aber heute geht es mir um die Vorbereitung und Planung für eine Fototour in den Bergen. Auf Bergtouren ist das Fotografieren leider auch wesentlich mühsamer wie an Orten, die man leicht mit dem Auto erreichen kann. Wobei mancher Fotostandpunkt auch in den Bergen leicht erreichbar ist. Viele sind aber nur zu Fuss und nicht selten nur mit viel Kondition und Ausdauer erreichbar.

Gerade bei steilen Aufstiegen spürt man jedes Gramm, welches man zuviel mit genommen hat. Hat man aber nicht das passende Objektiv oder ein Zubehörteil dabei, können Fotomotive auf einer Wanderung nicht realisiert werden. Die absolute Lösung wird es hier nicht geben. In den meisten Fällen wird man Kompromisse machen müssen und sich auf ein Ziel bzw. Motiv festlegen.

So mache ich es meistens. So entstanden in einer knappen Fotowoche fast soviele gute Fotos wie in 20 Monaten Zivildienst. Ein Vorteil war natürlich auch meine Ortskenntnis. Aber auch eine sehr penible Planung vor der Reise ist hier wichtig.

Urlaubsplanung
Urlaubsplanung

Meine Planung für eine Wandertour

  • Zu erst mal beschaffe ich mir Infos über fotogene Motive in der Reise- bzw. Wanderregion. Erste Infoquelle sind hier das Internet. Wenn das Reiseziel feststeht, kaufe ich mir einen Reise- oder Wanderführer. Darin findet man meist viel mehr Informationen über die Region oder Wandertouren. Für Wanderungen kaufe ich im Vorfeld eine entsprechende Wanderkarte. Optimal ist ein Massstab von 1:25.000 da diese detailierter sind. 1:50.000 tut es aber auch meist. Vor Ort gibt es von den Fremdenverkehrsämtern oft auch regionelle Wanderkarten die meist sogar gratis sind.
  • An Hand dieser gesamelten Informationen wähle ich mir einige Fotomotive oder Situation aus, welche ich im Urlaub oder bei einer Wanderung fotografisch realisieren möchte. Die Motive werden danach nach Schlechtwetter und sonnigem Wetter eingeteilt. Schlechtwetter-Motive sind Aufnahmen mit fliessendem Wasser und längere Belichtungszeit und Aufnahmen im Wald oder auch Blumenwiesen. Diese Motive fotografiert man besser bei bewölkten Himmel, da so das Licht weicher ist und mehr Details wieder gegeben werden können. Ein Waldfoto mit Polfilter im Regen ist eine rechte Farbexplosion! Die Realisierung stellt allerdings erhöhte Anforderungen an den Fotografen.
  • Danach suche ich mir eine Unterkunft vor Ort und buche bereits. Ob dies eine einfache Berghütte oder ein 5-Sterne-Hotel ist, darf jeder selber entscheiden 😉
  • Danach geht es an die Auswahl der Fotoausrüstung. Bei Wanderungen ist dies für mich immer der schwierigste Teil, da ich vor Fotoideen sprühe aber meist aus Gewichtsgründen nie die gesamte Ausrüstung durch die Berge schleppen kann. Also gilt es hier meist Prioritäten zu setzen. Deswegen gibt es ein Hauptziel bzw. Motiv, das ich möglichst realisieren möchte.

Unser Reiseziel im Oktober war wie bereits erwähnt das Berchtesgadener Land. Das Hotel war schnell im gewünschten Zeitraum gebucht. Die Auswahl der Fotoziele hat ein paar Wochen Zeit in Anspruch genommen. Dabei habe ich auch für mögliche Regentage ein paar Fotoziele vorgemerkt.

Beispiel für Fotothemen bei Bergwanderungen

  • Kirche in Ramsau mit Herbstlaub (Baum)
  • Skyline von Berchtesgaden mit Watzmann im Hintergrund
  • Kirche in Maria Gern
  • Wimbachklamm (evtl. bei Schlechtwetter)
  • Almbachklamm (evtl. bei Schlechtwetter)
  • Zauberwald (evtl. bei Schlechtwetter)
  • Hintersee
  • Königssee

Für eine Woche sieht es nach relativ vielen Motiven aus? Wenn man die Orte und Motive bereits kennt, kann man die meisten Motive durchaus in einer Woche fotogen abbilden. Wobei natürlich auch das Wetter eine gewissen Rolle spielt. Deswegen habe ich auch einige Motive vorgesehen die sich sehr gut bei schlechtem Wetter realisieren lassen. Manche Motive kann man durchaus auch mit dem Auto und somit relativ leicht erreichen und realisieren. Voraussetzung ist natürlich, zu wissen, wann das beste Licht vor Ort ist? Da helfen die Recherchen und eine Karte im Vorfeld. Mit diesen kann man bereits grob einschätzen wann ein günstiges Licht vorzufinden ist. In den Berg und Bergtälern ändert sich allerdings das Wetter manchmal schnell. Sodass man ein Fotomotiv durchaus öfters besuchen muss, bis man das gewünschte Licht vorfindet. Hier braucht man auch öfters eine Portion Geduld.

Auswahl der Fotoausrüstung

  • Fotorucksack von Lowe Pro
  • Nikon D7000 + Nikon D300 als Zweitgehäuse und für meine Frau eine Nikon S8000
  • 2,8 / 24-70 mm als Standard-Objektiv bei Wanderungen
  • 2,8 / 70-200 mm als Telezoom um entferntes heran zu holen und für Detailaufnahmen bei Landschaften
  • 4 / 12-24 mm für Übersichtsaufnahmen
  • 2,8 / 55 mm Makro-Objektiv für Nahaufnahmen
  • Pol-Filter 77 mm
  • verschiedene Graufilter für Langszeitbelichtungen von fliessenden Gewässern
  • Fernlauslöser für beide SLR-Kameras
  • Blitzgerät SB-900
  • Je ein Ersatzakku für die SLR`s und Ladegerät
  • Ersatzbatterien für Blitz und Fernauslöser
  • je SLR je 3 Speicherkarten mit je 8 GB
  • Regenschutz für den Rucksack und die Kameras
  • Stativ mit Kugelkopf und Schnellwechselplatte

Wir waren eine Woche in einem guten Hotel untergebracht und haben von dort aus unsere Wanderausflüge unternommen. Bei manchen Wanderungen sind wir mit dem Auto zum Ausgangspunkt oder auch zum Ziel gefahren. Aber meistens sind wir zu Fuss vom Hotel los gewandert. In der Woche konnten wir so an drei Tagen das Auto stehen lassen.

Am schwierigsten war es vor jeder Tagestour zu entscheiden welche Ausrüstungs-Gegenstände in den Fotorucksach mitgenommen werden sollen. Bei Wanderungen habe ich nur einmal das Tele-Zoom dabei gehabt. Danach aus Gewichtsgründen nicht mehr, da ich es auf dieser einen Wanderungen nie eingesetzt habe.

Einige der Fotos werde ich in den nächsten Tagen hier im Blog vorstellen.

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