Drittel-Regel in der Fotografie

In diesem Jahr wird es einen monatlichen Fototipp geben. Bei dem heutigen Tipp handelt es sich um eine einfache Möglichkeit, die bei der Bildgestaltung die Qualität eines Fotos verbessern kann. In der Malerei wird der goldene Schnitt bereits seit langer Zeit eingesetzt. Eigentlich ist der goldene Schnitt eine geometrische Aufteilung einer Fläche (= Bildfläche eine Fotos). Den goldenen Schnitt haben die alten Griechen erfunden. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Wissen bereits früh in der Malerei für den Bildaufbau angewendet wurde.

Aber auch in der Fotografie hat diese klassische Aufteilung beim Bildaufbau immer noch Einfluss.
Selbst in der fernöstlichen Kunst und Fotografie hat sich dieses Wissen festgesetzt und ist oft ein entscheidender Faktor für eine harmonische Darstellung eines Fotomotives. Nun gibt es beim goldenen Schnitt viele Varianten an geometrischen Aufteilungen. Für den fotografischen Einsteiger sind die meisten zu kompliziert. Deswegen hat sich irgendwann als einfacher Einstieg in die Bildgestaltung die Drittel-Regel ergeben.

Die Fläche des Fotos wird einfach in drei Drittel aufgeteilt:

Drittel-Regel
Drittel-Regel

Das Hauptmotiv setzt man nun einfach auf eine dieser Linien oder Schnittpunkte und schon hat man ein Foto das nach der Drittelregel oder den goldenen Schnitt gestaltet worden ist.

Wozu eine Drittelregel?

Die meisten Menschen beurteilen ein Foto mit der Drittelregel positiver bzw. besser. Ein Klassiker ist da zum Beispiel der Horizont einer Landschaft. Ist der Horizont genau in der Mitte wirkt ein Landschaftsfoto meist langeweilig. Ist er der Horizont im oberen oder unteren Drittel, wirkt das Landschaftsfoto auf die meisten Betrachter spannender.

Aber auch bei Motiven wie Personen. Wenn diese rechts oder links auf einem Drittel positioniert werden, wirkt das Foto meist spannender.

Wieso meist?
Keine Regel ohne Ausnahme. Natürlich gibt es auch Motive die wirken spannenden wenn man die Drittelregel bewusst missachtet. Keine Regel ist in Stein gemeiselt und immer richtig. Bei manchen Motiven oder Bildaussagen kann gerade ein missachten der Drittelregel zu provokanten oder ungewöhnlichen Bildaussagen führen. Hier kommt es darauf an was man mit seinem Foto bezwecken möchte. Postkartenmotive haben relativ oft die Drittelregel oder eine erweiterte Proportionsberechnung des goldenen Schnitts beinhaltet. Aber nicht jeder Fotograf möchte ein Postkartenmotiv darstellen.

Genug Theorie. Damit man sich das ganze besser vorstellen kann gibt es nun ein paar praktische Bildbeispiele mit der Drittelregel:

Weinberg und blauer Himmel
Weinberg und blauer Himmel

Ein Landschaftsfoto wo der Himmel mit dem Drittelregel gestaltet wurde. Im Vordergrund gibt es weitere grafische Elemente die alle zum Himmel streben.

Einzelner Baum im Schwarzwald
Einzelner Baum im Schwarzwald

Ein zweites Landschaftsfoto wo der Vordergrund, die Landschaft, ebenfalls in der Drittelregel gestaltet wurde. Auch der Baum ist an der Schnittstelle der beiden Drittellinien positioniert. Hier ist der Himmel durch die düsteren Wolken ein wichtiger Bestandteil des Bildes, da er für die bedrohliche Stimmung verantwortlich ist.

Falke im Flug
Falke im Flug

Auch bei Tieren und Menschen kann der Einsatz der Drittelregel mehr Spannung in ein Bild bringen. So auch bei dem fliegenden Falken der im rechten Drittel positioniert wurde. Durch den freien Raum auf der linken Seite entsteht mehr Spannung und gedanklicher Spielraum bei den meisten Betrachtern.

Die Drittelregel ist keine Pflicht. Mit dem bewussten Einsatz in der Bildgestaltung kann man damit dennoch relativ einfach ein Fotomotiv spannender wirken lassen. Einige moderne digitalen Spiegelreflexkameras haben bereits einblendbare Gitternetzlinien integriert. Wenn man diese aktiviert, lässt sich die Bildgestaltung nach der Drittelregel relativ einfach realisieren.

Probiert es einfach mal aus.

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