Polaroid Selbstportrait verrubbelt

In den 80er Jahren machte ich meine Lehre zum Einzelhandelskaufmann Fachbereich Foto. Da probierte ich auch aus Neugier viele der damaligen Fototechniken und Fotogerätschaften aus. Da ich wohl zu den Haptikern gehöre, muß ich meist etwas selber ausprobiert haben, um es auch richtig verstehen zu können.

So habe ich auch einige Polaroidfilme belichtet. Sowohl mit der Polaroid SX-70 als auch mit verschiedenen Polaroid-Modellen der 600er Reihe. Die SX-70 war aber immer das Nonplus-Ultra. Als Spiegelreflex konnte man mit ihr auch sehr gut im Nahbereich fotografieren. Und da man sie zusammenklapppen konnte, war sie auch noch handlicher als die klobigen 600er Modelle.

Aber diese Polaroidfilme haben sich nur zur klassischen realen Ablichtung von Fotomotiven geeeignet. Es gab auch einige Techniken die das Herz eines jeden experimentierfreudigen und kreativen Fotografen höher schlagen ließen. So entstand auch das folgende Polaroid.

Polaroid Selbstportrait

Polaroid Selbstportrait

Mit einem Selbstauslöser wurde von einem Stativ das Selbstportrait erstelllt. Eigentlich waren es einige Fotos. Das obige war das mir am besten erscheinende.

Aber wie kommen nun die bunten Papierschlagen in das Bild?

Ganz einfach. Bevor das Bild entwickelt ist rubbelt man mit einem Gegenstand auf der Oberfläche des Fotos herum. Dadurch wird die Chemie und Farbschichten verschoben und verzogen. Es entsteht ein unkrontrollierterbarer Effekt. Je nach Form und Breite des Druckgegenstandes und je nach Druck den man damit ausübt entstehen unterschiedliche Farb, und Streifige Muster.

Ich hatte damal die das dickere Ende eines Kugelschreibers verwendet. Aber alles andere was irgendwie fest ist geht auch um solch einen Effekt zu erzielen. Am schwierigsten ist es nicht das Hauptmotiv zu überrubbeln. Aber zu weit weggerubbelt sieht meist auch nicht so gut aus.

Ach ja, Polaroid stellt diese Kameras nicht mehr her. Auch die Filme werden zumindest nicht mehr produziert.

Aber, da gibt es Impossible-Projekt in Österreich. Diese arbeiten gebrauchte Kameras auf und verkaufen diese mit einem Jahr Garantie wieder. Auch Filmmaterial ist dort erhältlich. Zwar nicht mehr original von Polaroid. Aber man erhält dort Filme.

Wäre noch interessant zu erfahren ob mit diesem Filmen die selben Effekte machbar sind?
Wer damit also bereits Erfahrung gesammelt hat, kann dies gerne hier kommentieren.

Erstaunt bin ich wie gut sich nach knapp 30 Jahren die Farben gehalten haben. Da habe ich schon anderes Bildmaterial längst entsorgt, da bei den Fotos einzelne Farbbreiche bereits ausgebleicht waren.


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

3 Kommentare zu Polaroid Selbstportrait verrubbelt

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  2. Knuffelpack schrieb:

    Auf so eine Idee muss man erstmal kommen ^^ Mein geschmack ist es zwar nicht, ich stehe mehr auf Bilder mit klaren Motiven. Aber wer es mag dem sei es gegönnt 😉

  3. redscorpion012 schrieb:

    cooles Foto da muss man erstmal drauf kommen eine solche technik auf das foto zu bringen.Aber du hast recht nur wer was ausprobiert der kann später den erfolg ernten.

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