Meine ersten Studioportraits – Selbstportraits

Nach dem ich nun mein Mini-Fotostudio seit über einen Monat eingereichtet habe, sind auch einige Fotoshootings vergangen.

Bei jedem Shooting habe ich Neues dazu gelernt und konnte so bei den folgenden Shootings weitere Feinheiten verbessern.

Dem Laien ist sicherlich oft nicht bewusst was man alles beim Fotografieren falsch machen kann?

Erfahrung ist da wohl einer der wichtigsten Lehrmeister. Und da jedes Fotomotiv andere Anforderungen an den Fotografen stellt, sind manche Dinge leider nicht 1:1 übertragbar. So auch in der Studiofotografie und Fotografie von Menschen.

Nun ist meine Fotoserie wohl eher eine Serie Selbstportraits.
Bevor ich mit Fotomodelen arbeite, möchte ich erst einmal das Grundhandwerk erlernt haben.

Die Grundlagen und eine gewissen Sicherheit im Lichtaufbau sollte man schon haben. Wie ich mir diese gerade aneigne möchte ich euch in diesem Bericht aufzeigen. Viele Amateure haben eine Hemschwelle vor Studiofotos. Vielleicht kann ich mit meinem Bericht weitere Hobbyfotografen von einem Fotostudio überzeugen?

Beleidigt?

Beleidigt?

Das erste Shooting war eigentlich wenig optimal und bestand im Prinzip aus vielen Beleuchtungsaufbauten um die Beleuchtungsmöglichkeiten zu testen. Allerdings passte bei der Lieferung keine Softbox auf die Blitzköpfe. Das Bajonett musste vom Kundendienst nachgebesser werden. So machte ich dieses erste Testshooting mit zwei transparenten Blitzschirmen im Durchlicht. Dadurch erzielt man auch ein relativ weiches Licht. Der Nachteil ist allerdings die große Spannbreite der Blitzschirme. Bei meinen engen Platzverhältnis suboptimal. Da kann ich kaum noch im Querformat fotografieren ohne einen Blitzschirm im Bild zu haben.

So gab es auch reichlich Ausschuß bei diesen Test. Auch die Ausleuchtung war für Stockfotos noch nicht nach meinen Geschmack. Einen Tick zu hart. Und meine Haare stehen nach dem waschen in der Mitte sehr fein nach oben. Die kann man kaum oder nur mit sehr hohem Zeitaufwand sauber freistellen. Dennoch wurde das Bild bei vielen Bildagenturen angenommen und auch schon verkauft. Der Ausschlag dürfte sicherlich die extreme Grimasse sein. Diese passt zu vielen Situationen.

Auch der Hintergrund war nicht richtig weiß. Und mein Wissen beim Freistellen war zu dem Zeitpunkt noch recht oberflächlich. Aber irgendwie habe ich es mit Photoshop nachbessern können. Allerdings über eine Stunde für eine Foto? Das ist zu lange. Auch der Hautton hat noch einen leichten Magentastich.

Ein Glas Desertwein

Ein Glas Desertwein

An heilig Abend und an Sylvester machten wir eine gute Flasche Wein auf und genossen diesen. Vor dem Genuß gab es aber erst die Arbeit! So entstanden zwei Fotoserien mit Rotwein und Weißwein im Weinglas. Die ersten Verkäufe dieser Fotoserie sind auch schon bei verschiedenen Bildagenturen erfolgt.

In diesem Fall verwendete ich eine Softbox als Gegenlicht und hellte mit einem zweiten Blitzkopf und Durchlichtschirm auf. Der Hintergrund war nun bütenweiß. Die Hauttöne waren allerdings überwiegend unterbelichtet. Ein aufhellen hatte zur Folge, daß die Weingläser ebenfalls aufgehellt wurden und so die Konturen verschwanden. So gab es nur wenige brauchbare Fotos von dieser Serie und die alte Erkenntnis das die Fotografie von Glas zu einer der fotografischen Königsklasse gehört!

Aber auch die Druckstelle am Auge von der Brille hätte man noch wegretuschieren sollen oder schon rechtzeitig vor dem dem Shooting die Brille abnehmen, damit erst gar keine Druckstellen sichtbar wären.

Geschäftsmann

Geschäftsmann

Bei dieser Selbstportrait-Serie habe ich mich als Geschäftmann gekleidet. Damit die Haare besser freigestellt werden können, habe ich diese mit Gel in Stromlinienform nach hinten gestylt. Dies wirkt auch als fieser Banker oder Broker überzeugender?

Auf jeden Fall verkaufen sich aus dieser Fotoserie einige Motive bereits recht gut. Aber ob daraus sehr gut wird, werde ich erst in einigen Monaten oder nach einem Jahr wissen.

Bei der Serie kam nun eine Softbox 60×90 cm als Hauptlicht zum Einsatz. Der Hintergrund wurde mit einem zweiten Blitzkopf aufgehellt mit transpartenten Durchlichtschirm. Bei Portraits konnte ich so fast perfekt freistellen. Bei Halbprofilen gab es im unteren Bereich leicht sichtbaren Lichtabfall. Allerdings streut der Schirm das Licht so breit, daß auf Grund der engen Platzverhältnisse auch eine leicht helle Kontur bei der Person entsteht. Für manche Motive oder als Lichteffekt sicherlich gewünscht. Im nächsten Shooting wollte ich dies allerdings nicht und habe den Blitzschirm weg gelassen.

Da man aber sowieso alle Fotos zum freistellen nachbearbeiten muß spielt dies meist keine Rolle. Inzwischen habe ich auch eine schnelle und effektive Möglichkeiten gefunden um in ein bis maximal zwei Minuten den Hintergrund weiß freistellen zu können.

Nassrasur

Nassrasur

Das letzte Foto ist gerade einmal eine Woche alt. Wie man unschwer sehen kann, machte ich eine Fotoserie über die Nassrasur. Der Lichtaufbau ist auch wieder mit Softbox von vorne und diesemal mit Hintergrundaufhellung ohne Blitzschirm. Für die Aufhellleuchte kam lediglich der Standard-Reflektor zum Einsatz. Die leichte Überstrahlung des vorigen Shooting war nun endlich weg. Die Person ist nun weich ausgeleuchtet und der Hintergrund ist überwiegend in hellen weiß.

Dennoch muß man auch bei diesem Lichtaufbau oft noch per Photoshop die Freistellung optimieren. Mit dem blossen Auge erkennt man kaum ob es wirklich 100% weiß ist.

Verkaufsdaten gibt bisher noch keine.

Meine ersten Studioportraits bzw. Selbstportraits

Inzwischen sind über 200 neue Fotos enstanden die ich bei Bildagenturen zum Großteil zum Verkauf online habe. Die ersten Verkäufe von Bildlizenzen gab es auch schon. Richtige Renner sind allerdings noch nicht dabei. Das kann man aber bei den meisten Bildagenturen erst nach 1 bis 2 Jahren beurteilen.

Der Umgang mit einer Studioblitzanlage ist einfacher als die meisten Hobby-Fotografen denken.
Zu Beginn erfordert es etwas Übung, aber mit dem regelmäßigen Einsatz kommt die Erfahrung automatisch.
Versucht es einfach mal aus!


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

2 Kommentare zu Meine ersten Studioportraits – Selbstportraits

  1. Uwe Landgraf schrieb:

    Hallo Bernd,

    finde ich gut, dass deine Versuche bereits in den Agenturen Erfolg gezeigt haben.
    Weiter so!
    Und irgendwann werden die Modells dir dann die Tür einrennen 🙂 und machst dem Yuri Konkurrenz

    lg Uwe

  2. Bernd schrieb:

    @ Uwe Landgraf
    Na ja, Yuri hat inzwischen über 55.000 Bilddateien und Videos bei Fotolia online.

    Da werde ich als Einzelner Fotograf der dazu noch eine unbeschriebenes Blatt ist, kaum Chancen gegen diese Vielfalt haben.

    Derzeit macht es mir einfach Spaß zu sehen wie man sich von Shooting zu Shooting selbst weiter entwickeln kann. Perfekt sind viele Bilder nach meinen Kriterien noch nicht ganz. Aber sie werden von mal zu mal besser.

    Wenn sich die Fotos auch noch verkaufen, hat sich vielleicht auch die Arbeit irgendwann gelohnt?

    Aber das wird man frühestens in einigen Monate oder nach 1-2 Jahren beurteilen können.

    MFG
    Bernd

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