Wimbachklamm

Alle Urlauber wollen immer Sonne am Urlaubsort.

Wirklich alle?

Nein, ich freute mich am zweiten Tag als es Regen gab!

Schliesslich wollte ich einige fliessende Gewässer mit Langzeitbelichtung fotografieren. Dafür hatte ich extra einen neuen neuen Polfilter, passend für die neuen Objektive gekauft und auch verschiedene Graufilter dabei.

Und für diese Motive war dieser Regentag genau richtig!

Als Tagesziel haben wir uns die Wimbachklamm ausgewählt. Diese kannte ich bereits aus meiner Zivildienstzeit in den 80er Jahren. In dieser Zeit habe ich die Klamm unzählige Male zu unterschiedlichen Jahreszeiten bereits besucht.

Von der Ramsau führt an der Ache entlang ein einfacher Wanderweg bis zur Wimbachbrücke. Von dort kann man in das Wimbachtal wandern. Nach ein paar hundert Metern kommt man an einen Kassenautomaten für die Wimbachklamm. Solch eine Klamm muss ja auch gepflegt und gesichert werden. Da entstehen schon manche Instandhaltungskosten. Da ist eine geringe Gebühr durchaus gerechtfertigt.

Der Nieselregen wollte an diesem Tag nicht nachlassen. Aber zum Glück gibt es Schutzkleidung gegen Regen 😉

Grashalme mit Regentropfen

Grashalme mit Regentropfen

Auch die Kamera habe ich mit einer Einmal-Bademütze vor zuviel Regenwasser geschützt! Den Tipp hatte ich aus einem anderem Fotoblog von einem Landschaftsfotografen.

Wimbachklamm

Wimbachklamm

Auf Grund des Regens hatte die Klamm für die Herbstzeit ganz gut Wasser. Und auf der gegenüberliegenden Felsseite gab es zahlreiche Rinnsale und Wasserfälle.

So kam mein Stativ auch gleich zum Einsatz. Heute hatte ich die Nikon D7000 dabei. Ich hatte vor dem Urlaub extra einen passenden Infrarot-Fernauslöser gekauft, damit ich die Kamera für solche Aufnahmen auch erschütterungsfrei mit Spiegelvorauslösung auslösen kann. Der Fernauslöser wurde mit einer frischen Batterie ausgestattet da man nie genau weiss wie alt die geliferte bereits ist. Vor der Reise wurde das ganze erfolgreich getestet. Aber nun in der Klamm machte die Kamera keinen Mucks?

Verdammt, der Fernauslöser wollte einfach nicht fernauslösen. Nach fünf Minuten und unterschiedlichen Einstellungen habe ich es aufgegeben. Ich habe die Langzeigbelichtungen einfach vom Stativ mit Spiegelvorauslösung gemacht. Durch die Berührung mit dem Finger waren deswegen viele Aufnahmen leicht verwackelt. Da ich dies vorhergesehen habe, machte ich von den meisten Motiven vier bis fünf Aufnahmen. So konnte ich einige scharfe Aufnahmen realisieren.

Wasserfall in der Wimbachklamm

Wasserfall in der Wimbachklamm

An der vom Weg gegenüberliegenden gibt es so viele Wasserfälle, das man gar nicht weiss, wo man zu erst fotografieren soll?

Wasserfälle in der Wimbachklamm

Wasserfälle in der Wimbachklamm

Die meisten Aufnahmen entstanden mit Belichtungszeiten zwischen 1/8 bis 1 Sekunde und Blende 8. Durch einen Polfilter erreichte ich diese längeren Belichtungszeiten und konnte mit dem Filter auch Lichtreflexe mindern und somit die Farbintensität erhöhen. Trotz dem Ausfall des Fernauslösers bin ich mit der fotografischen Ausbeute zufrieden. In der Klamm setzte ich das 24 – 70 mm und 70 – 200 mm Zoom ein.

Ahornblatt im Herbst

Ahornblatt im Herbst

Auf dem Rückweg nach Ramsau entstand das Foto von einem herbstlichen Ahornblatt. Genau genommen ist es das Blatt von einem Bergahorn.

Waldweg an der Ramsauer Ache

Waldweg an der Ramsauer Ache

Der Wanderweg von der Wimbachbrücke nach Ramsau. Trotz Regen waren schöne Aufnahmen möglich. Das grün im Wald habe ich mit einem Polfilter in der Farbsätigung steigern können.

Die Wimbachklamm ist zwar relativ kurz aber im Berchtesgadener Land sicherlich die eindrucksvollste und urigste Klamm. Zu Fuss kann man sie in fünf bis zehn Minuten durchlaufen. Ich verbrachte mit Fotografieren über eine Stunde in der Klamm. Auf Grund des regnerischen Wetters gab es auch relativ wenige Besucher in der Klamm. Da der Weg in der Klamm öfters schmal ist, muss man anderen Wanderern oft den Weg mit dem Stativ freigeben. An diesem Tag war dies selten erforderlich.

Mir persönlich gefallen verwischte Gewässer. Bisher hatte ich dies mit langen Verschlusszeiten durch Graufilter erzielt. Bei diesem Motive war es auf Grund der Fallgeschwindigkeit auch mit kürzeren Verschlusszeiten in Verbindung eines Polfilters möglich. Dieser kann zusätzlich durch ausfiltern von Lichtreflexen die Farbintensität erhöhen. Das ist aber keine pauschale Lösung für alle fliessende Gewässer. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Selbst das gleiche Gewässer zu einem anderen Zeitpunkt kann eine andere Filteranwendung besser sein.

Meine bisherige Art und Weise einen Wasserfall zu fotografieren hatte ich bereits vor zwei Jahren erläutert. Inzwischen würde ich einen Polfilter im Standard-Filtersortiment für solche Motive ergänzen.


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

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