Bäume im blühenden Barock

Heute berichte über weitere Motive die ich im blühenden Barock in Ludwigsburg erblickt und fotografisch festgehalten habe. Wie ich bereits im letzten Artikel erwähnt habe, war der Hauptgrund des Tagesaufsfluges eine möglichst interessante und anschauliche Fotoausbeute für meine beiden Blogs. Den Blog über Fototgrafie und den Bonsaiblog.

So waren die gesuchten Hauptmotive in erster Linie Pflanzen, Blumen, Blüten und Bäume in jeder Größe.

Wenn man im blühenden Barock über den Haupteingang durch den Innenhof des Residenzschlosses kommt, erblickt man zu erst einen langen geraden geteerten Fussweg der rechts und links mit hohen und alten Ahornbäumen gesäumt ist. Einige dieser Bäume musste ich natürlich fotografieren. Wenn man die Bäume nur der Reihe nach, also aus unserer Menschensicht fotografiert, kommt leider die Größe der Bäume nicht richtig zu Geltung.

Also musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Bäume sind hoch. Also versuchte ich es an einigen Bäumen einfach mal mit der Froschperspektive. Einige der imposantesten Bäume haben ich dann so fotografiert. Einfach in die Hocke und mit einem Weitwinkelobjektiv von unten nach oben fotografieren. Dabei möglichst nahe an den Stamm gehen. So sieht der Baumstamm unten besonders eindrucksvoll aus und nach oben verzweigt sich dann der Baum.

Stamm eines alten Ahornbaumes

Stamm eines alten Ahornbaumes

So entstand also das Foto von diesem Ahornbaum. Unten ein dicker runzeliger Stamm der sich nach oben durch die Äste sichtbar verjüngt. Das Foto sieht sehr einfach aus. Aber probiert es einfach mal selber nachzufotografieren. Ihr werdet feststellen das dies meist gar nicht so einfach ist. Da waren doch an manchen Bäumen tatsächlich elektrische Lampen befestigt! Für eine Naturfoto geht dies natürlich nicht. Ein absolutes no go für ein Fotomotiv. Ausser man möchte bewusst Natur und Technik dokumentieren. Aber das wollte ich ja nicht.

Eine weitere Schwierigkeit ist der Blick zum Himmel. Dadurch hat man einen sehr hohen Kontrast im gesamten Bild und hat entweder einen Baum als schwarze Silhoulette und somit keine Zeichnung im Baum, Baumstamm, Ästen und den Blättern. Heller belichten läßt wieder die Blätter und den Himmel ausbleichen. Auch nicht gut. Aber heute im digitalen Zeitalter gibt es ja tone mapping. Im Lightroom habe ich 5 verschiedene Varianten des Fotos erstellt. Alle fünf sind mit einem Lichtwert Unterschied eingestellt worden. Also -2 / -1 / normal / +1 / +2 als Belichtungskorrektur. Alle fünf Bilder wurden mit dem Programm Photomatix Pro mit der Tone Mapping Funktion wieder zu einem Bild zusammengefügt. Da die fünf verschiedenen Belichtungen fast überall irgendwo mit Durchzeichnung belichtet sind, kann man diese feinen Details über das Tone Mapping auch wieder so fein ausarbeiten und im Foto wiedergeben. So entsteht ein Foto wo vom Stamm, den Ästen bis hoch zu den Blättern überall Zeichnung und Details sichtbar wird. Es gibt keine Über- und keine Unterbelichteten Stellen. Das der Himmel weiß ist, liegt daran dass es wolkig war.

Aufnahmendaten:

  • Kamera Nikon D300
  • Objektiv Nikon 4/12-24 mm mit Brennweite 12 mm fotografiert
  • Belichtungszeit 1/25 sec und Blende 8
  • ISO 200

Die nächsten Fotomotive gehen bereits in den Nahbereich der Fotografie. Ich liebe es Details zu entdecken an denen die meisten Besucher oder Menschen achtlos daran vorbei laufen. Allerdings bekommt man glaube ich, mit dem regelmäßigen fotografieren auch langsam aber sicher einen Blick für solche Motive. Die nächsten Fotos sind alles kleine Details an Bäumen.

Ahornsprössling

Ahornsprössling

Das Motiv des Ahornsprössling habe ich bereits bei den Fototipps über das Freistellen gezeigt. Durch einen kurzen Aufnahmeabstand und den Einsatz einer Telebrennweite konnten die kleinen Sprösslinge sehr gut vom Hintergrund freigestellt werden. Freistellen bedeutet in der Fotografie, dass ein Motiv vom Hintergrund getrennt wird. Der Hintergrund muss sich dabei in völliger Unschärfe auflösen. So stört nichts ablenkendes im Hintergrund vom Hauptmotiv mehr ab. Auf Grund der geringen Schärfentiefe wurde die Aufnahme mit einem Einbeinstativ gemacht. Zum einen trifft man die Schärfentiefe damit exakter und zum anderen wollte ich Unschärfen vorbeugen.

Aufnahmedaten:

  • Kamera Nikon D300
  • Objektiv Nikon 2,8/180 mit Blende 5,0 fotografiert
  • Belichtungszeit 1/125 sec und Blende 5,0
  • ISO 200
Kleines Farn am Ahornbaum

Kleines Farn am Ahornbaum

Im Prinzip entstand dieses Foto genauso wie das davor. Allerdings unter den vielen Bäumen gab es weniger Licht. Man sieht an Hand der fototechnischen Daten bereits, dass hier trotz fast geöffneter Blende weniger Licht vorhanden war. Mit einer 1/25 sec wäre die Aufnahme mit einem 180 mm Telebobjektiv aus der freien Hand garantiert verwackelt gewesen. Dank eines Einbeinstatives ist sie an der richtigen Stelle scharf. Sehr schön gefiel mir an diesem Motiv die schuppige Rinde des Ahornbaumes. Vor allem schimmern die Rindenschuppen in verschiedenen Farbnuancen.

Aufnahmedaten:

  • Kamera Nikon D300
  • Objektiv Nikon 2,8/180 mit Blende 4,0 fotografiert
  • Belichtungszeit 1/25 sec und Blende 4,0
  • ISO 200
Schnecke auf der Baumrinde

Schnecke auf der Baumrinde

Das dritte Foto welches mit der selben Aufnahmetechnik gemacht wurde. Ursprünglich fiel mir die Schnecke ins Auge. Zuerst wollte ich sie als Hauptmotiv ablichten. Bei näherer Betrachtung gefiel mir aber die Borke und Färbung des Baumstammes besser und fotogener für ein Fotomotiv. Durch abblenden auf Blende 8 hat sich die Schärfe des Objektives etwas verbessert und die Aufnahme wirkt knackiger in der Schärfe.  Die Schnecke ist nicht wirklich das Hautmotiv. Dafür ist sie zu klein. Trotzdem lockert sie das Bild etwas auf. Ohne Einbeinstativ wäre auch dieses Foto ziemlich sicher verwackelt worden.

Aufnahmedaten:

  • Kamera Nikon D300
  • Objektiv Nikon 2,8/180 mit Blende 8 fotografiert
  • Belichtungszeit 1/30 sec und Blende 8
  • ISO 200

Zusammenfassung:

Wieder einmal wurde ich darin bestätigt dass auch bei Tageslicht der Einsatz eines Einbeinstatives sinnvoll ist. Im Gegensatz zum Dreibeinstativ ist es nicht so sperrig und kann auch schneller zum Einsatz kommen.
Man könnte solche Motive auch mit einem Aufhellblitz erfolgreich ohne zu verwackeln realisieren. Ich bin allerdings bei vielen Motiven weniger ein Freund von Elektronenblitzen. Zwar verwende auch ich oft bei Sonnenschein im Freien einen großen Blitz zum aufhellen. Aber oft geht dies auch ohne. Vorausgsetzt man hat ein Einbeinstativ dabei und es hat bewölktes Wetter für ein weiches Licht.

Wie man sieht kann man auch für Bäume und Pflanzenfotos Brennweiten vom Weitwinkel bis zum Teleobjektiv einsetzen. Für noch mehr Details kommen natürlich auch noch Makroobjektive und ein Dreinbeinstativ in Frage.


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

5 Kommentare zu Bäume im blühenden Barock

  1. Dimedon schrieb:

    Wieder ein sehr interessanter Artikel über Fototechnik. Ich frage mich nur, ob man bei Tageslicht wirklich einen Blitz braucht. Man kann doch so kurze Verschlusszeiten wählen, dass das Foto scharf genug ist. Durch das helle Tageslicht müsste die Belichtungszeit doch ausreichen.

  2. Bernd schrieb:

    @ Dimedon
    Im Prinzip kann man auch ohne Blitz fotografieren. Aber bei Sonne im direkten Sonnenlicht hat man in manchen Motivbereichen fast immer starken Kontrast durch durch das grelle Licht. Licht und Schatten liegen hier oft stark beieinander. Da wirkt ein Aufhellblitz wunder und bringt mehr Details in ein Hauptmotiv.

    Und unter Bäumen ist es sehr schattig, wenn man dort etwas abblendet und dann noch mit einem Teleobjektiv arbeitet kann ein Blitz oder Stativ ebenfalls hilfreich sein.

    Man muß halt wissen wo was sinnvoll eingestetzt werden sollte 😉

  3. Knuffelpack schrieb:

    Wirklich ein informativer Beitrag. Dieser Alte baum beherbergt bestimmt millionen von Lebewesen und gibt ihnen ein schönes Zuhause.

  4. engelchen schrieb:

    Sehr schöne Bilder, ich weiß gar nicht welches mir am besten gefällt. Der Ahormbaum strahlt etwas mystisches aus mit dem Blick auf den Stamm nach oben. Gefällt mir sehr gut. Begeistert hat mich auch der kleine Farn der aus der Rinde wächst, sieht man selten. Auch die Schnecke auf der Rinde mit der besonderen Farbgebung, sehr schön! Wenn man deine Bilder betrachtet denkt man sehr oft, das man oftmals „blind“ durch die Natur geht und an solchen schönen Motiven achtlos vorbeigeht. Finde ich toll, wie du deine Leser auf diese Details aufmerksam machst.

  5. redscorpion012 schrieb:

    Oh man das ist ja so scharf fotografiert da sieht man ja das kleinste Detail.Der Ahornbaum wirkt durch die extreme schärfe sehr wuchtig.Man ist sofort im Mittelalter.Sehr gutes Foto.

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