Am Nordkap

Nach einer Busfahrt von Honningsvåg über die Insel erreichten wir endlich den nördlichsten Punkt Europas. Das Nordkap. Aber halt!

Der als Nordkap bezeichnete hohe Felsen über dem Eismeer ist in Wirklichkeit gar nicht der nördlichste Punkt Europas! Nein, die felsige Landzuge links davon ist es!

Aber der hohe Felsen der heute touristisch gesehen als Nordkap bezeichnet wird, ist einfach imposanter als eine relativ flache Felszunge.

Wie man auf dem nächsten Foto sehen kann ist es dort fast nur felsig und kaum noch Grün vorhanden.

Nordkapfelsen

Nordkapfelsen

Wenn man über die Insel fährt wird man im Sommer allerdings viele begraste Flächen sehen. Auf der ganzen Insel laufen auch Rentiere frei herum. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, sollte man hier aufpassen. Rentiere haben Vorfahrt! Und scheinbar wissen diese das und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen 😉

Nordkap

Nordkap

Im Jahr wird das Nordkap von etwa 200.000 Touristen besucht. Es gibt einen großen Parkplatz und ein Zentrum mit Ausstellungen, Kino, Restaurant, Cafe … am Nordkap. Je nach Saison muß dafür Eintritt bzw. Gebühr bezahlt werden. Aber es lohnt sich. Immerhin gibt es hier das nördlichste Postamt, den nördlichsten Briefkasten, das nördlichste Cafe, das nördlichste Restaurant, das nördlichste Kino … der Welt!

Ob dies immer richtig ist, spielt bei den meisten Touristen kaum eine Rolle. Es klingt ja ganz gut, wenn man nach dem Urlaub erzählen kann, dass man im nördlichsten Cafe der Welt einen Cappuccino getrunken hat und anschließend in der langen Menschenschlange gewartet hat um am nördlchsten Briefkasten seine Urlaubspostkarten mit dem Stempel vom nördlichsten Postamt einzuwerfen 😉

Das kann man alles am Nordkap machen. Muß man aber nicht. Wir hatten zumindest keine Lust uns eine halbe Stunde am nördlichsten Briefkasten in die Schlange zu stellen. Das kann ich auch am Stuttgarter Hauptbahnhof zur Rush-Hour haben. Aber jeder so wie er möchte.

Frieden auf Erden

Frieden auf Erden

Noch ein paar Daten zum Nordkap. Von dort sind es nur noch 2100 KM bis zum Nordpol. Im Sommer geht die Sonne 2,5 Monate nicht unter. Im Winter geht die Sonne 2,5 Monate nicht auf. Inzwischen kann man die Nordkapinsel auch mit dem Auto erreichen. Seit 1999 gibt es einen Tunnel der über 6,8 KM und in 212 Meter Tiefe von und nach Magerøysund auf dem Festland führt.

Ach ja, an dem Tag war mit 15 Grad der drittwärmste Tag in dem bisherigen Sommer!
Sowohl auf der nordgehenden als auch südgehenden Route kann man mit der Hurtigruten das Nordkap per Landausflug besuchen. Wir entschieden uns damals auf der norgehenden Route für den Ausflug. Dies sollte sich als Glücksfall herausstellen. Die Ausflügler auf der südgehenden Tour hatten weniger Glück mit dem Wetter. 7 Stunden Ausflug, Busfahrt inklusive. 7 Stunden Dauernebel. Frühstück am Nordkap war angesagt. Aber überall war nur Nebel. Eben Nordkapwetter.

Wir hatte also wirklich unverschämtes Glück mit dem sonnigen Nordkaptag.


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

2 Kommentare zu Am Nordkap

  1. engelchen schrieb:

    Dankeschön für die Hintergrundinformationen.Sehr interessant zu lesen und auch die Bilder sind wieder einmal klasse, aber das kennen wir von dir ja auch nicht anders 😉

  2. Madstone schrieb:

    Das Bild vom Nordkap – bzw. dem Felsen – sieht man ja schon oft. Das Bild vom „Frieden auf Erden“ habe ich bisher jedoch noch nicht gesehen (oder ich erinner mich einfach nicht mehr daran).
    Interessant, dass die Rentiere dort so frei herumlaufen. So etwas sieht man sicher selten.

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