Das hört sich für den Laien auf den ersten Blick sicherlich unlogisch an? In den meisten Fällen will man ja schließlich erkennen was auf einem Foto belichtet wurde. Man will die abgelichteten Personen deutlich erkennen können.
Warum sollte man da durch unscharfe Fotos ein Bild besser gestalten können?
Da müsste man allerdings erst einmal wissen was Unschärfe ist? Im Prinzip das Gegenteil von Schärfe. Was Schärfe ist und wie man diese optimieren und simulieren kann habe ich bereits im Artikel über die Bildschärfe geschrieben.
Wenn man all diese Punkte umkehrt erhält man automatisch unscharfe Fotos. So einfach ist dies in der Praxis nun auch wieder nicht. Ausserdem fangen wir mit den meisten komplett unscharfen Fotos ja nichts an. Ausser wir wählen bewusst eine abstrakte Ausdrucksform? [...]
Es erstaunt mich immer wieder wie viele Hobbyfotografen sich eine teure Spiegelreflexkamera kaufen und dann oft nicht einmal den Zusammenhang von Blende, Verschlußzeit, Brennweite und der Bilddiagonalen des Aufnahmechips oder Filmes kennen?
Um gezielter fotografieren zu können sollte man wenigstens dieses Grundwissen haben und noch besser wäre es, dieses auch gezielt einzusetzen. Ohne dieses Grundwissen wird der Großteil der Fotografien mehr ein Zufallsergebnis bleiben.
Aber für die, welche hier noch Wissenslücken haben sollten, möchte ich diese mit diesem Artikel reduzieren. Alle vier Faktoren, Blende, Verschlußzeit, Brennweite und die Bilddiagonale des Aufnahmemediums haben auch Einfluß auf die Schärfentiefe. [...]
Auf dem Foto könnte man meinen das Reptil ist ein Verwandter eines Drachen oder Dinausaurier sein? Bartagame haben ihre Heimat im östlichen Australien und sehen wirklich sehr urweltlich aus. Dieses Exemplar stammt aber aus einem Zoo! Nun wird sich der Betrachter fragen wie denn die Sonne im Hintergrund in das Bild kommt?
Ja, die Sonne war eigentlich eher Zufall. Die Bartagame sind in einem großen Terrarium untergebracht gewesen. An einer Stelle war eine Wärmelampe montiert. Ein Bartagam saß direkt an der Frontscheibe des Terrariums. Eigentlich viel zu nahe dachte ich im ersten Moment? [...]
Nicht immer kann man bereits bei der Aufnahme eines Fotos immer alles optimal umsetzen. Mal ist das Wetter nicht wirklich passend. Ein anderes Mal gibt es störende Details die man bei der Aufnahme nicht verhindern konnte. Es gibt sicherlich noch viele weitere Ursachen warum ein Foto nicht so perfekt gelungen ist. Aber das ist heute nicht das Thema.
Heute möchte ich die Entstehung eines weiteren Wettbewerbsfotos aufzeigen.
Das Hauptmotiv ist ein griechischer Tempel in Agrigento im Süden von Sizilien. Oder besser gesagt die Reste von einem Tempel. Nur hatten wir im August bei unserem Besuch dort herrlich blauen Himmel. Sorry, für meinen Geschmack sah das Foto zu sehr nach Postkarte aus. Damit hat man bei einem Fotowettbewerb oder Fotosalon kaum eine Chance. Also musste die Bildaussage gesteigert werden. Das Ergebnis sollte mystischer und dramatischer wirken. [...]
Der Fotolaie wird sich kaum Gedanken über das folgende Foto machen. Er wird wahrscheinlich sogar denken “Na ja, ganz nett aber auch nicht mehr” oder “das kann ich auch”. Das dachte ich auch als ich über mehrere Wochen im Sommer auf der Suche nach einem fotogenen Spinnennetz war.
An einigen Wochenenden stand ich vor Sonnenaufgang in aller Herrgottsfrühe auf um an einigen Verlandungsseen der Rems (Fluß) zu fahren. Dort suchte ich nach interessanten Naturmotiven, falls irgendwie möglich mit Insekten in der morgendlichen Kältestarre. Diese lassen sich dann oft noch in aller Ruhe gut fotografieren. Insbesondere Libellen und Schmetterlinge. An einem Sommermorgen fand ich leider weder Libellen noch Schmetterlinge im Morgentau. Diese hatten sich an diesem Tag offenbar gekonnt im hohen Gras der Wiesen versteckt. [...]
Im letzten Fototipp gab ich die Empfehlung auf einen monochromen Hintergrund zu achten. Bei statischen Motiven ist dies sicherlich in vielen Situation realiserbar. Aber bei aktiven sich bewegenden Motiven ist dies oft nicht realisierbar.
Also müssen für solche Fälle andere technische Lösungen her.
Eine davon habe ich bereits in der Überschrift zu diesem Artikel genannt. Ganz einfach näher ran an das Motiv. Durch einen engeren Bildausschnitt können ebenfalls automatisch störende Bildelemente ausgeblendet werden! [...]