Stockfotografie-Report – 2. Quartal 2014

Im zweiten Quartal habe ich die Stockfotografie stark schleifen lassen.

Wenige neue Fotos wurden produziert.

Ich hatte einfach keine Zeit dazu.

In meinem anderen Blog über Bonsai hatte ich zur Wahl zum beliebtesten Outdoor-Bonsai aufgerufen. Bei den Abstimmungen über mehrere Ausscheidungsrunden gab es einige Fachbücher zum verlosen. Das ganze war dann doch viel zeitaufändiger als erwartet. Vor allem das Verpacken und Versenden.

Danach ging es an die Entscheidungsfindung für eine Vollformat-Kamera. Ich habe mich für die Nikon D610 entschieden. Auch die Wahl weiterer Objektive ist mir nicht leicht gefallen. Für mein fotografisches Hauptthema die Foodfotografie fiel die Wahl auf das Mikro-Nikkor 2,8/105 mm.

Dieses hat auch einen Bildstabilator, was auch längere Verschlußzeiten ohne Verwacklungen zulässt. Zudem ist es ein hervorragendes Objektiv, was ich auch zum besseren Freistellen bei Foodmotiven einsetzen kann. Und zur Not ist es auch als Portrait-Brennweite bei Vollformat einsetzbar. Ich weiß das Puristen auf ein 1,4 oder 1,8/85er schwören. Aber glaubt mir. Auch mit einem Makro-Objektiv kann man tolle Portraits fotografieren 😉

Das zweite Objektiv ist das PC-E 2,8/45mm Tilt/Shift geworden. Hin und wieder habe ich es vermisst, dass ich die Ebene der Bildschärfe nicht auf das Motiv abstimmen konnte. Das geht nun mit der Tilt-Funtkion besser.

Neue Fotos habe ich bei den deutschsprachigen Bildagenturen nur etwa 50 Stück hochgeladen. Für drei Monate recht wenig. Normalerweise liege ich da bei 150 – 300 Stück. Bei den internationalen gab es noch Rückstande. Deswegen konnte ich da zum Teil 100 – 150 neue Fotos online bringen.

Im dritten Quartal wird die Produktionsquote wieder spürbar nach oben gehen. Drei Wochen Urlaub im Juli. Nein ich fahre nicht in Urlaub. Ich produziere im Urlaub neue Fotos 😉

Fotolia

Weniger neue Fotos. Und gleich schwächelt Fotolia im Umsatz. Gegenüber dem 1. Quartal sind es fast 100€ weniger. Dennoch sind es im Quartal rund 400€. Dieses mal knapp hinter Shutterstock

Mir scheint die Bilderflut bei Fotolia macht das verkaufen neuer Bilder schwieriger als früher?

Und Zyklen von Serienverkäufen sind meist spürbar kürzer, da diese schneller durch neue Fotos abgelöst werden.  Das mag für manche Bilderkunden OK sein. Der Fotograf muß allerdings immer mehr oder immer schneller neues Bildmaterial abliefern um weiterhin seine Verkaufsprovisionen halten oder steigern zu können.

Aufwändige Foodfotos verkaufen sich bei Fotolia oft nur schleppend oder gar nicht. Mir scheint Fotolia ist da weniger die optimale Verkaufsplattform.

Shutterstock

gefällt mir weiterhin sehr gut. In Euro umgerechnet waren es über 400 € im zweiten Quartal und damit mehr als bei Fotolia.

Es verkaufen sich sehr unterschiedliche Motive ganz gut. Am besten geht meine Aquarell-Hintergrundserie:

Rosa Aquarell Hintergrund

Rosa Aquarell Hintergrund

Den rosa Aquarell-Hintergrund verkaufe ich dort seit Wochen fast jeden Tag! Fotolia hat dieses Motiv übrigens abgelehnt 😉

iStockphoto

hat sich wacker auf Platz 3 bei den Einnahmen gehalten. Trotz einem schwächeren Mai, sind die Einnahmen relativ stabil. Der Löwenanteil kommt durch Bildlizenzen über die Partneragenturen.

Dreamstime

hat sich im zweiten Quartal konstant auf dem Honorar-Niveau des 1. Quartals gehalten. Das ist für die Bildermenge nicht viel. Es könnte durchaus mehr sein.

123RF

brachte im zweiten Quartal etwas weniger Provisions-Einnahmen ein. Allerdings war der Februar im 1. Quartal auch aussserordentlich gut. Rechnet man diesen Sonder-Umsatz heraus hat sich die Agentur stabil gehalten.

Bigstockphoto

war noch nie bei mir ein Umsatzmeister. Aber noch weniger als recht wenig werde ich auf Dauer nicht dulden. Wenn der Monatsumsatz unter 5$ sinkt muß ich mir Gedanken über die weitere Belieferung mit neuen Fotos machen.

Alamy

Ein Verkauf. Der Umsatz war nur ein Viertel wie im ersten Quartal. Das übertragen der Suchwörter ist dort sehr zeitaufwändig und nervig. Ich hoffe das ich im Urlaub endlich mit dem Übertrag weiter komme. Derzeit sind nur über 1100 Bilddateien von über 2500 online.

Deutsche Bildagenturen:

Panthermedia

brachte etwas weniger Bildhonorar als im ersten Quartal ein. Für meinen Geschmack darf es ruhig öfter und mehr sein.

Shotshop

brachte nur 50% vom Umsatz des ersten Quatals. Dennoch ist die Bildagentur die umsatzstärkste unter den Deutschen. Jeden Monat brachte sie bisher in 2014 Verkäufe.

Zoonar

ist mit 15€ Umsatz die Nummer drei bei den deutschen Bildagenturen.

Pitopia

glänzt auch im zweiten Quartal durch null Verkäufe. Tolle Agentur. Aber ohne Verkäufe ist sie für mich sinnlos.

Coverpicture

macht es Pitopia gleich. Null Verkäufe. Das bin ich bei denen allerdings gewohnt.

Resumee:

Die umsatzschwächeren Stockagenturen werden bei mir meist nicht besser. Trotz erhöhter Bilderanzahl stagnieren sie oder sind sogar schwächer. Da wird es Zeit darüber nachzudenken ob eine weitere Belieferung mit neuem Bildmaterial überhaupt noch sinnvoll ist?

Falls sich bei Coverpicture, Pitopia und Bigstockphoto keine besseren Umsätze einstellen, werde ich mir die Zeit für das Hochladen bei diesen Bildagenturen irgendwann sparen. Ich möchte aber auch nicht voreilig urteilen. Das nächste Quartal werde ich noch abwarten und danach entscheiden.

Im Juli sollen über 100 neue Fotomotive entstehen. Diese werden Grundlage für meine erste Bewerbung bei einer Macro-Stock-Bildagentur sein. Ich hoffe die Bildermenge und Qualität entspricht deren Ansprüche?

Bei den grossen Microstock-Bildagenturen versinken gute Fotos immer öfter in der Bilderflut. Fotolia bietet inzwischen knapp 30 Mio Fotos, Grafiken und Videos an. Da gehen viele gute Motive oft in der Masse unter.

Da gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder mehr Fotos produzieren oder aufhören.

Beides kommt für mich nicht in Frage.

Mehr Fotos kann ich bei einem Nebengewerbe nur schwer realisieren. Dafür habe ich nicht genügend Zeit.
Aufhören will ich auch nicht, da mir das Fotografieren zu viel Spaß macht!
Also werde ich es einfach Mal bei einer Macrostock-Bildagentur probieren.

Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen.Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

8 Kommentare zu Stockfotografie-Report – 2. Quartal 2014

  1. Alfred Hofer schrieb:

    Hallo,
    danke für deine interessanten Beiträge, weiter so. Ich versuche mich seit 1,5 Jahren bescheiden nebenberuflich in der Microstockfotografie, da die Fotografie meine Leidenschaft ist.
    Ich finde äußerst interessant, welche Erfahrungen du mit den einzelnen Bildagenturen hast. Es ist für mich oft quais schon fast entmutigend, wenn es bei zoonar oder panthermedia ua. längere Verkaufspausen von mehreren WOchen gibt. Kommt wieder mal eine Verkaufsnachricht, freue ich mich natürlich riesig.
    lG aus Österreich
    Alfred

  2. Guenter schrieb:

    Hallo Bernd,
    irgendwie decken sich Deine Zahlen mit meinen…
    Wohin verschiebt sich der Markt?
    Nach einem Jahr sehen die Zahlen bei mir so aus:
    — Fotolia: Seit August immer schlechter
    — IS: wird immer besser
    — 123rf: seit Juni schlecht, wird aber langsam wieder besser
    — Dreamstime: Sept. ok aber sonst immer schlecht
    — Deposit: zum vergessen
    — Zoonar: schlechter als Deposit (ja geht noch schlechter..)

    schönen Sonntag

    Guenter

  3. Bernd schrieb:

    Hallo Guenter,

    bei Fotolia liegt es sicherlich an den Bilderfarbriken aus Russland und Asien. Die produzieren Unmengen an Fotos in Billiglohnländern. Die überschwemmen sozusagen den Bildermarkt.

    Da ist es schwar als Einzelner mitzuhalten. Als Full-time-Job mag das noch halbwegs gehen. Aber so nebenher ist es recht schwierig.

    Mir scheint es auch bei den Bildkäufern eine Konzentration zu den Marktführern in den letzten 1-2 Jahren gegeben zu haben. Da die meisten Bilder inzwischen fast überall angeboten werden macht es oft keinen Sinn mehr, bei verschiedenen Bildagenturen Bildmaterial zu kaufen. Lieber bei ein oder zwei mit Abo-Preisen ist noch günstiger.

    Bei IS kommt der Großteil der Umsätze bei mir von den Partneragenturen. Also billig. IS selber bringt da nur einen geringen Anteil am Umsatz.

    Zoonar funktioniert bei mir meist nur über die Partneragenturen. Da wird je nach Agentur alle 3 Monate abgerechnet. Deswegen dauert es da manchmal bis was kommt. Habe aber fast in jedem Quartal 10-30€ Umsatz damit.

    Schönen Gruß
    Bernd

  4. Guenter schrieb:

    Hi Bernd
    bezüglich Bilder aus dem „Osten“ da hast du sicherlich recht, wenn es um „leicht austauschbare“ Bilder wie people and food geht. bei Landscape dachte ich, dass es besser ist, scheint aber nicht so. Meine Bilder aus Brasilien, verkaufen sich halbwegs, Europa kaum. Aber wie wir wissen, sind Landschaftsbilder sehr, sehr schwierig zu verkaufen.

    Schöne Grüße

    Guenter

  5. Guenter schrieb:

    Ne andere Frage
    wer hat schon Erfahrung mit Bildunion.de?

    Gruss

    Guenter

  6. Bernd schrieb:

    Hallo Guenter,

    habe dort seit Jahren ca. 1500 Fotos online.
    Bisher kein Verkauf.
    Deswegen lade ich da seit über einem Jahr keine mehr hoch.
    Da ist wirklich tote Hose 😉

    Schönen Gruß
    Bernd

  7. Guenter schrieb:

    Habe dort weniger Bilder als du und auch 0 Verkäufe ..

  8. Alfred Hofer schrieb:

    Hallo,
    was Bildunion angeht, habe ich auch über 1.000 Fotos dort und seit Beginn an (= vor rund 1 1/2 Jahren) keinen einzigen Verkauf!!!
    lG
    Alfred aus Österreich

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