Stockfotografie-Report – 1. Quartal 2016

Sorry, die Erstellung des Quartalsberichtes hat dieses Mal etwas auf sich warten lassen.

Andere Projekte haben mich voll in Anspruch genommen. Auch einige neue Fotoshootings waren der Grund dafür.

Obwohl ich seit Mitte des letzten Jahres um die 500 neue Fotos bei den meisten Bildagenturen online gebracht habe, wirkt sich dies bei den meisten bisher kaum bis gar nicht in höheren Umsätzen aus.

Schon etwas seltsam? Sind meine Motive nicht gut genug? Sind die Fotos zu speziell? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich mach mir immer öfter Gedanken ob da nicht eine Veränderung meines Fotostiles, Genres oder eine Umstellung auf Macrostock besser wäre?

Stockfotografie

Stockfotografie

Wobei einige neue Foto wenigsten den Rückgang bei den Umsätzen etwas bremsen. Eine Steigerung wäre mir da allerdings lieber.

Fotolia

432 € brachte das erste Quartal an Umsatz. Das schlechteste 1. Quartal seit 3 Jahren! Trotz weiter steigendem Portfolio verkaufen sich weniger Bilder. Mögen die Käufer meine neuen Fotos nicht?

Über 100 neue Fotos gingen online.

Iberico Schweinerücken

Iberico Schweinerücken

Ein paar davon verkaufen sich ganz gut.

Inzwischen gibt es weit über 50 Mio Fotos, Grafiken und Videos zur Auswahl. Neue Bildumsetzung verschwinden schnell in der Bilderflut. Von vielen Motive gibt es zudem bereits sehr viele sehr gute Umsetzungen. Da ist es mit den eigenen neuen Fotos immer schwerer einen Käufer zu finden.

Immer öfter denke ich darüber nach, ob der Großteil meiner Fotos nicht bei Macrostock-Bildagenturen besser aufgehoben wäre?

Shutterstock

Bei Shutterstock ist es so wie ich mir das als Fotograf vorstelle. Mehr Fotos = mehr Verkäufe. Dort wirken sich einige neue Bilder nach einigen Wochen und Monaten positiv auf die Verkaufsmenge und Umsätze aus. Mit 696 $ im 1. Quartal 2016 ist das eine weitere Umsatzsteigerung zum Vorjahresquartal. 2015 waren es 628 $ und 2014 gab es 543 $. So sollte es sein.

Über 100 Fotos gingen bei Shutterstock online.

Champagner-Korken

Champagner-Korken

Verkäufe gab es bei den neuen Fotos auch schon einige. Mal sehen ob sich da noch der ein oder andere Renner entwickelt?

iStock

Mit nur 134 $ war dies das schlechteste 1. Quartal der letzten 3 Jahre. Über 500 neue Fotos brachten keinen Aufschwung bei den Bildhonoraren.

Dreamstime

64 € im 1. Quartal waren 18 € weniger als im Vorjahr. Dreamstime stagniert seit Jahren, trotz einem steigenden Portfolio. Diese Bildagentur bringt mir selten Freude 🙁

Alamy

Null Einnahmen in 3 Monaten. Schade. Gerade im letzten Jahr hat bei mir Alamy ordentlich zugelegt. Aber 2016 ist bisher nichts los. Ist Makrostock tot?

123RF

Obwohl ich bei 123RF seit über 2 Jahren keine neue Bilder hochlade, gab es mehr Einnahmen als im Vorjahresquartal. 62 € ist nicht viel, für Nichtstun aber ganz OK.

Bigstockphoto

Auch hier lade ich seit über 2 Jahren keine neuen Fotos mehr hoch. Über 11 € ist in etwa auf Vorjahresniveau.

Deutsche Bildagenturen:

Panthermedia

Mit 34 € weniger als im Vorjahr. Für 3 Monate ein recht bescheidener Betrag. Seit Ende letzten Jahres lade ich keine neuen Fotos mehr hoch. Zudem gibt es inzwischen eine neue Geschäftsführung, welche die Honorare reduzieren wird um mehr Geld für andere Schwerpunkte zu haben.

Warum geschieht dies immer zu Lasten der Fotografen und Grafiker?

Shotshop

Mit knapp über 6 € das schwächste 1. Quartal der letzten 4 Jahre.

Zoonar

15 € sind 10 € weniger als im Vorjahr oder 20 € weniger als vor 2 Jahren im 1. Quartal. Auch hier geht es weiter nach unten mit den Verkäufen und Bildhonoraren.

Pitopia

Über 10 € ist nicht ganz so gut wie im Vorjahr. Dennoch besser als vor 2 Jahren im 1. Quartal. Diese Bildagentur ist mir bisher, trotz geringer Verkäufe, immer noch eine der sympatischen. Es dürfte eine der wenigen sein, die auch sinnvolle Tools für Fotografen anbietet.

Resumee:

Die Marktkonzentration scheint weiter voranzuschreiten. Die kleineren Bildagenturen tun sich immer schwerer. Sobald das Geld für die Fotografen gekürzt wird um dieses in andere Dinge zu investieren wird es für Fotografen unseriös. Im Mittelalter nannte man das Wegelagerei. Eine einseitige Vertragsänderung zu Lasten der Bildhonorare. Dieser Trend geht weiter. Die meisten großen Bildagenturen nutzen diese einseitige Vertragsänderung als Geldbeschaffungsmassnahme.

Aber auch die Bildermengen sind inzwischen bei allen großen Bildagenturen so umfangreich, daß es immer schwieriger wird seine Fotos zu verkaufen. Je nach Such-Algorythmus der jeweiligen Bildagenturen verschwinden die Fotos früher oder später im Nirvana der Bilderflut. Wenn bei Fotolia ein Bild eine Weile nicht mehr verkauft wird, fällt es schnell nach hinten. Die Chancen auf einen späteren Verkauf sind dort sehr gering, da Chancen sinken, daß ein Käufer das Motiv findet. Gut verkäufliche Motive fallen spätestens nach einem Jahr nach hinten. Neue Fotos ersetzen dieses oft. Viele Stockfotografen machen erfolgreiche Motive nach und überfluten mit sehr vielen Varianten des Motives den Markt.

Bei Shutterstock hält sich ein Rennerbild durchaus ein paar Jahre. Wenn neue gute Bilder dazu kommen, steigen hier  meist die Umsätze. So zumindest bei mir.

iStock bringt bei mir über die Partneragenturen mehr als iStock selber! Und die Partnerbildagenturen sind nur Billiganbieter! Alle anderen Bildagenturen sind inzwischen vom Umsatz unbedeutend.

Im 1. Quartal hatte ich 1220 € Einnahmen. Das sind ca. 200 € weniger als im Vorjahr. Shuterstock hat sich als einzige Bildagentur besser entwickelt. Alle anderen Bildagenturen stagnieren oder sind rückläufig!

Wenn sich diese Tendenz im 2. Quartal fortsetzen sollte, werde ich weitere Bildagenturen nicht mehr beliefern. Entweder muß ich andere oder aufwändigere Motive erstellen. Oder ich steige auf Macrostock um?


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

3 Kommentare zu Stockfotografie-Report – 1. Quartal 2016

  1. Der Stockmarkt ist ein Massenmarkt, auf dem man nur mit Masse oder mit Klasse verdienen kann. Das jedenfalls ist mein Eindruck. Idealerweise erfüllt man beide Anforderungen und produziert massenweise Klasse oder klasse Massenware. Ich kann noch nicht über eine so lange Karriere zurückblicken wie Du, aber bei mir haben sich die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr verachtfacht… Shutterstock ist bei mir der Bringer mit vielen Verkäufen, iStock bringt mir ebenfalls mehr mit seinen Partneragenturen und Fotolia hat nach wie vor die Nase vorn.

  2. Dr. Baumgärtner schrieb:

    Wenn 3600 Bilder bei Pitopia grosso modo nur etwa 10 € Honorar im Quartal generieren, macht die Agentur etwas falsch, auch wenn man berücksichtigt, dass gut die Hälfte Deiner Bilder – nun ja – eher banal ist. Gut zu wissen. Ich fange an zu überlegen, ob ich Pitopia nicht wieder den Rücken kehre (ich bin dort erst wenige Monate). Auch wenn es dort einige nützliche Tools für Fotografen gibt, die Präsentation der Bilder ist eher suboptimal.
    Danke für die Info
    Martin Baumgärtner

  3. Bernd schrieb:

    @ Marco Herrndorff
    wie man Masse und Klasse produzieren kann, ist mir selbst nach einigen Jahren Stockfotografie ein Rätsel. Klar kann man seinen Workflow verbessern. Aber da gibt es irgendwo auch Grenzen. Zudem ist es auch sehr stark vom Genre abhängig. Manche Motive sind bereits tot fotografiert. Bei anderen Motiven zwar auch, aber dort ändert sich der Zeitgeist oft schneller. In der Werbung sind Gesichter schnell abegnutzt. Da kann man mit neuen People-Fotos meist sehr gut auch neue Umsätze realisieren. Bei statischen Motiven ist dies meist schwerer. Auch abgesehen davon, daß statische Motive von sehr vielen Anbietern umgesetzt werden. Im Microstockmarkt muß man bei Trends von Anfang an dabei sein. Allerdings ist es schwer solche Trends rechtzeitig zu erkennen und auch noch schnell umzusetzen.

    @ Dr. Baumgärtner
    Pitopia ist für mich immer noch eine Art Kontrolle der Suchwörter. Unklare oder vermeintlich falsche werden dort sofort angezeigt. Auch Tipp- und Rechtschreibfehler werden sehr gut erkannt. Und der Workflow ist sehr einfach und effizient.
    Darüber hinaus möchte ich solch eine inovative Bildagenture Made in Germany gerne unterstützen.

    LG
    Bernd

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