Stockfotografie-Report – 1. Quartal 2014

Manche mögen sich schon gewundert haben, dass es in diesem Jahr noch keinen Monatsbericht über meine Stockfotografie gab?

In diesem Jahr werde ich pro Quartal über meine Eindrücke und Erfahrungen bei einigen Bildagenturen berichten.

In einem Monat gibt es doch zu oft Ausreiser nach oben oder unten. Da ist bei einer Betrachtung von 3 Monaten viel besser eine Tendenz erkennbar.

Zudem werde ich im Laufe des Jahres meine ersten Versuche bei Macrostock-Bildagenturen starten. Dazu werde ich aber erst ein neues Portfolio aufbauen. Sicherlich werden dafür ein paar Monate vergehen. Sodaß ich wohl erst in der zweiten Jahreshälft mit der Macrostock-Fotografie beginnen werde.

Warum Marcostock?

Der Preiskampf unter den Microstock-Agenturen wird immer härter. Gespart wird dann auch noch meist am Honorar der Fotografen. Niedrigere Verkaufserlöse und niedrigere Honorare machen mir dauerhaft keinen Spaß.

Die Microstock-Fotografie werde ich allerdings nicht ganz einstellen. Manche Motive sind dort besser aufgehoben.

Selbstportrait Fotograf mit Leica M7 von vorne

Selbstportrait Fotograf mit Leica M7

Ob meine Einschätzung mit Macrostock-Bildagenturen aufgehen wird, werde ich sicherlich auch erst nach ein bis zwei Jahren wissen. Schwerpunkt wird weiterhin die Foodfotografie sein.

Aber kommen wir zu meinen Eindrücken bei den Microstock-Bildagenturen zurück:

Fotolia

Die Entwicklung ist für mich recht zwiespältig?! Vergleiche ich die drei ersten Monate, habe ich den Umsatz dort um ca. 70% gesteigert. Betrachte ich die letzten drei Monate ging der monatliche Umsatz nach unten!?

Gut, in den stärkeren Monaten waren mehrere Sonder-Lizenzen dabei, die den monatlichen Wert stark nach oben pushen. Die Verkaufsmenge ist relativ konstant. Also liegt es an den durchschnittlichen Verkäufen. In diesem Jahr war ich in punkto neuer Bildproduktionen bisher recht faul. Vielleicht liegt es auch an den geringen Input?

Auffällig ist für mich, dass viele Motive eine kürzeren Zeitraum haben, wo sie gut bis sehr gut verkauft werden. Inzwischen verschwinden die gut verkäuflichen Bilder nach kurzer Durtsstrecke in der Bilderflut und andere meist ähnliche Motive von anderen Bildautoren verkaufen sich stattdessen. Nur weniger Motive verkaufen sich länger als ein Jahr lang gut. Das ist schade und bestärkt mich auf den Weg zu Macrostock-Bildagenturen.

Immer öfter werden die eigenen Fotos von anderen Autoren kopiert. Das Eigentum einer Fotoidee wird von nicht wenige Fotografen mit Füssen getreten. Ein Grund warum ich nicht über meine besten Fotomotive hier im Blog berichte. Einmal und nie mehr!

Dennoch kann ich mit der Umsatzentwicklung ganz zufrieden sein. 70% Steigerung zum Vorjahr sind ganz gut.

Shutterstock

Shutterstock entwickelt sich da spürbar konstanter als Folia. In den ersten drei Monaten gab es knapp 60% mehr Bildhonorar. Im März sogar ein mit 233$ einen neuen monatlichen Umsatzrekord.

Die verkaufen Stückzahlen sind eigentlich recht konstant. Allerdings gingen in den letzten drei Monaten die Verkäufe von Einzellizenzen und erweiterten Lizenzen nach oben. Dies wirkte sich positiv auf die Honorare aus.

iStockphoto

Bei dieser Bildagentur habe ich oft zwiespältige Gefühle. Viele Fotografen ärgern sich über die Raubritter-Methoden. Prozentual die niedrigsten Honorare und Schlagzeilen über die Verteilung von Gratis-Verteilung von Bildmaterial, ohne Einverständnis der Bildautoren! Mutmassliche Fehlbuchungen. Auch ich bin davon betroffen. Mir werden nun 6 Monate lang knapp 10$ monatlich abgezogen. Sozuagen eine Korrekturbuchung auf Raten?! Seltsamer Umgang mit den Bildlieferanten.

Dennoch möchte ich nicht auf meinen drittstärksten Umsatzbringer verzichten. Zumindest derzeit nicht. Inzwischen kommt der Großteil der Bildhonorare auch über das Partnerprogramm mit anderen Bildagenturen. iStock selber trägt weniger als 50% zum Umsatz bei. Der Umsatz hat sich im ersten Quartal um ca. 35% verbessert. Warum sollte ich darauf verzichten?

Dreamstime

Ich war noch nie ein Fan von Dreamstime und werde es wohl auch in naher Zukunft nicht werden?

Zwar stiegen die Bildhonorare im ersten Quartal um ca. 40% an. Aber lohnt sich der Aufwand für ca. 20$ im Monat? Ehrlich gesagt nein. Da ich die Bilder aber sowieso schon verschlagwortet habe, lade ich auch weiterhin meine Fotos dort hoch. Vielleicht verbessern sich irgendwann mal die Verkaufszahlen? Die Hoffnung stirbt bekanntlich erst zum Schluß.

123RF

Über 2000 Fotos sind dort inzwischen online. Das sind monatliche 24$ wirklich eine sehr magere Ausbeute. Die Umsatzentwicklung hat sich in den ersten drei Monaten um 18% verschlechtert! Damit ist 123RF die einzige Bildagentur mit bisher rückläufigen Ergebnis.

Die meisten Verkäufe sind Abos im Centbereich. Im Februar gab es wohl einen Abonnenten der eine ganze Serie von Lebensmitteln auf einer Gabel gekauft hat. Das waren über mehrere Tage verteilt über 100 Verkäufe. Ohne solche Serienkäufe ist der Verdienst kaum nennenswert.

Da das Hochladen und der Workflow easy ist, werde ich dennoch diese Bildagentur weiter mit neuen Bildmaterial beliefern.

Bigstockphoto

Auf den ersten Blick hört sich die Entwicklung bei den Bildhonoraren sehr gut an. 350% Steigerungen bei den Bildhonoraren im 1. Quartal! Das sind monatlich ca. 8$. Kommt noch der Wechselkurs zum Euro von ca. 0,71 …

Leider sind die meisten Verkäufe im Abobereich, was meist nur 0,25 US-Cent pro verkaufter Bildlizenz einbringt. Besser vergütete Lizenzen sind leider recht selten. Der Workflow beim hochladen ist aber ganz ok, sodass ich weiterhin meine neuen Fotos dort zum Verkauf anbieten werde.

Alamy

Dort habe ich mich im Herbst letzten Jahres angemeldet und die ersten Fotos hochgeladen. Der Workflow ist mit einem eigenen Editor sehr zeitaufwändig. Deswegen habe ich dort auch nur 900 Fotos online.

Dennoch konnte ich mich nun endlich über die zwei ersten Verkäufe freuen! Beide Verkäufe wurden sehr gut honoriert. Cent-Beträge gibt es bei Alamy nicht. Die Fotografen und Grafiker werden ordentlich honoriert.

Da es noch keine Vergleichswerte zum Vorjahr gibt, ist noch keine Entwicklung feststellbar. Knapp 36$ für zwei Verkäufe machen richtig Spaß. Gerne dürfen es ein paar Verkäufe mehr werden.

Auf jeden Fall werde ich trotz den zweitaufwändigen Workflows dort weiteres Bildmaterial online stellen.

Deutsche Bildagenturen:

Panthermedia

Über 2300 Fotos habe ich dort zum Verkauf von Bildlizenzen online. Da sind 24€ in drei Monaten wirklich ein sehr schlechter Umsatz! Dennoch sind es 98% mehr als im 1. Quartal des Vorjahres. Dafür ist allerdings lediglich eine größere Bildlizenz verantwortlich.

Sorry, Panthermedia ist weiterhin auf den absteigenden Ast. Ich kann mich nur wiederholen, dass es wenig sinnvoll ist, wenn eine Bildagentur alle Rechtvarianten anbietet. Ein Preismodell ist da sinnvoller. Nur so kann man dauerhaft Stammkunden bei den Bildlieferanten und Bildkäufern halten.

Shotshop

Die deutsche Erfolgsstory geht weiter. Bereits im Vorjahr gab es eine Vervierfachung beim Umsatz. Und nun im ersten Quartal lagen die Bildhonorare 234% höher als im Vorjahr!

Damit ist Shotshop von allen Bildagenturen die Nummer 4 und von den deutschen die Nummer 1. Shotshop hat bei meinem Portfolio internationale Bildagenturen wie Dreamstime, 123RF und Bigstockphoto hinter sich gelassen.

Die Umsatzsteigerungen sind sicherlich durch das monatliche Upload-Limit begründet. Derzeit kann ich monatlich maximal 100 neue Fotos hochladen. So steigt das Portfolio dort stetig an. Allerdings geht mein Bildervorrat demnächst zur Neige. Dann werde ich wohl das maximale Upload-Limit nur noch selten nutzen.

Dennoch sind bei den verkauften Bildlizenzen recht oft größere Lizenzen dabei die den Umsatz kräftig pushen.

Zoonar

Bei den Verkäufen direkt über Zoonar bekommt man umgehend eine Verkaufsinfo. Bei den Verkäufen über die Partneragenturen gibt es meist eine quartalsweise Abrechnung. So sind die monatlichen Einnahmen sehr starken Schwankungen unterworfen. Da ich meine Bilder neben Zoonar noch bei vier weiteren Bildagenturen vermarkte wirkt sich dies auch bei mir aus.

Inzwischen habe ich aber über die Partneragenturen meist mehr Umsätze als bei Zoonar direkt. So hat sich der Umsatz im ersten Quartal um über 440% verbessert! Hört sich wahnsinnig gut an? Sind aber nur knapp 37€ 😉

Dennoch gefällt mir diese Bildagentur sehr gut und wird weiterhin von mir gerne mit neuen Fotos beliefert.

Pitopia

Schon seltsam. Die Umsätze sind bei mir bei dieser Bildagentur weiterhin sehr unregelmässig. Drei Monate kein Verkauf. Bei über 2400 Fotos könnte das ruhig etwas besser sein.

Allerdings muß man aber auch sagen, dass dann Verkäufe ordentlich vergütet werden. Da ich dort Exklusiv-Fotograf akzeptiert bin, ist der Workflow sehr einfach. Neue Fotos werde ich dort weiterhin hochladen. Eine der wenigen Bildagenturen die auch Tools und Workflows für den Fotografen entwickeln und zur Verfügung stellen.

Coverpicture

Über das Netzwerk von picturemaxx konnte ich eine große Bildlizenz vermarkten. So gab es unerwartetet eine Einnahme von über 28%. Das könnte ruhig öfter sein. Bisher war es leider erste der zweite Verkauf bei oder über Coverpicture.

Es würde mach aber sehr freuen, wenn sich dies fortsetzen liesse.

Resumee:

Obwohl ich im ersten Quartal relativ wenig neue Fotos produziert habe, steigen die Bildhonorare weiter. Insgesamt konnte der Umsatz um 68% gegenüber dem Vorjahres-Quartal gesteigert werden. Eine Streuung über mehrere Bildagenturen ist da sicherlich ein Faktor, welcher eine gewisse konstante Entwicklung bringt.

Damit sich die Umsatzentwickungen weiter steigern lassen, werde ich in den nächsten Monaten mehr Fotos produzieren müssen. Das werde ich im zweiten Quartal auch tun.

Bei einigen Bildagenturen sind die Erträge so gering, dass ich mir eine weitere Belieferung mit Bildern überlegen sollte. Diese Zeit kann ich besser für andere Aufgaben verwenden. Auf der anderen Seite tue ich mich da sehr schwer, da es manchmal aus unterschiedlichen Gründen bei einer Bildagentur positive Veränderungen und Entwicklungen geben kann.

Spätestens wenn die Belieferung von Macrostock-Bildagenturen beginnt, werde ich wahrscheinlich mangels Zeit einige Microstock-Agenturen nicht mehr oder weniger mit neuem Bildmaterial versorgen.

Obwohl die großen Bildagenturen meist über 20 Mio Bilder anbieten kann man immer noch Geld verdienen. Auch die Verkaufszahlen und Umsätze lassen sich erhöhen. Man muß nur am Ball bleiben. Permanent neue Fotos produzieren und hochladen. Hört sich einfach an. Daran hängt allerdings ein langer Workflow den jeder für sich selbst erst einmal erarbeiten muß.

Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen.Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

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