Ein Landschaftsfoto in der Stockfotografie – 1 Jahr später

Das beste Licht für Landschaftsfotos hat man meist vor und nach Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Da mich Landschaftsfotos faszinieren, zieht es mich ein paar Mal im Jahr in die Natur hinaus.

Meine Hauptziele sind die Landschaften in meiner Wohnregion. Im Remstal gibt es Wald und Weinberge. Auch Ende August 2015 hatte ich das Verlangen vor Sonnenaufgang in den Weinberg zu wandern. Ausgerüstet mit einem gefüllten Fotorucksack und einem stabilen Stativ.

Um 4:30 Uhr ging es los. Nach einer halben Stunde war ich an der geplanten Location. Stockdunkel war es. Zum Glück hatte ich eine Stirnlampe dabei. Wobei ich immer am Vorabend noch einmal alle Kameraeinstellungen mit geschloßenen Augen einübe. Nur für den Notfall, falls die Taschenlampe nicht funktionieren sollte. Ersatzbatterien sind aber immer dabei.

Nachdem ich die Kamera aufgebaut hatte, wurde der Bildaufbau gestaltet. Erst mal passende Reben suchen. Die mit Metallstangen erschienen mir unpassend. Holzpfosten erscheinen mir da rustikaler und authentischer. Nach mehreren Minuten hatte ich eine knorrige Rebe im Vordergrund entdeckt. Das Stativ positioniert. Den Horizont ausgerichtet.

So langsam begann die blaue Stunde. Zeit für die ersten Testaufnahmen. Ich mache meist Belichtungsreihen von 4 – 8 Aufnahmen. So kann ich per HDR-Funktion in Lightroom einen ordentlichen Kontrastausgleich machen. Wobei ich diesen Prozess inzwischen optimiert habe. Solche Aufnahmen entstehen inzwischen mit Grauverlaufsfilter von LEE. Da reichen bei starkem Gegenlicht oft 2 bis 3 Belichtungsreihen für ein sehr gutes HDR. Die Gefahr das sich Blätter im Wind bewegen wird bei weniger Aufnahmen geringer. Hat der Wind ein Blatt bewegt, sind die Bilder nicht mehr deckungsgleich und man  erhält Geisterbilder. In Kombination mit Grauverlauffiltern vermindert man dieses Risiko.

Die blaue Stunde dauert ganz schön lange. Über eine 1/2 Stunde. Wenn man ständig fotografiert, merkt man allerdings nicht wie schnell die Zeit vergeht. Die Sonne zeigte sich endlich über dem gegenüberliegenden Weinberg. Ich habe weiterhin viele Belichtungsreihen gemacht. Am Ende waren es über 200 Einzelaufnahmen.

Zu Hause habe ich die Aufnahmen in Lightroom importiert. Die Belichtungsreihen wurden mit der Lightroom-HDR-Funktion bearbeitet. Einige Bilder habe ich wegen Geisterbilder gelöscht. Zum Glück war es relativ windstill. Wobei durch den Sonnenaufgang häufig durch die Sonnenwärme Thermik ensteht. Ich hatte aber an diesem Morgen Glück. Es gab kaum Wind. Aber der wenige reichte schon für den Ausschuß einiger Fotos aus.

Die HDR`s in Lightroom sind für meinen Geschmack meist zu flau in den Farben. Als DNG kann man das HDR aber noch sehr gut in Lightroom nachbessern. Ich habe den Kontrast und die Farbintensität etwas erhöht. Fertig war ein schönes Landschaftsfoto im Weinberg. Aus dieser Fotoserie gefiel mir dieses Foto am besten:

Weinberg bei Geradstetten im Remstal

Weinberg bei Geradstetten im Remstal

Wobei die ersten Einschätzungen meist befangen sind. Zuviel Emotionen stecken da noch drin. Vieles sieht der Betrachter einem Foto nicht an. Besser ist es das Foto 2 Wochen nicht zu beachten und danach noch einmal zu betrachten. Oft sieht man es dan objektiver.

Aber solange wollte ich nicht warten. Also habe ich es in 2 Facebook-Communities über die Stockfotografie zur Diskussion gestellt. Ist das ein Stockfoto? Es gab keine negativen Kritikien. Gut, das muß nichts bedeuten. Zu oft üben Menschen aus Höflichkeit keine Kritik. Aber ohne Kritik kann man sich nicht verbessern. Es gab einige positive Kommentare. Also einfach hochladen. Fotolia, Shutterstock, iStock, Alamy, Panthermedia, Pitopia, Shotshop und Zoonar. Alle haben das Foto angenommen. Ich hatte auch noch ein paar Varianten mit anderen Bildaufbau und der blauen Stunde hochgeladen.

Nach einer Woche gab es bei Fotolia die ersten Verkäufe von dem Foto 😉

Passt, war mein Gedanke. Nun darf das Bild nur nicht im Ranking nach hinten rutschen. Sonst verschwindet es wieder im Bilder-Nirwana, wo es kein Käufer findet. Und es wurde wieder verkauft.

Inzwischen ist über ein Jahr vergangen. Zeit einmal die Entwicklung und den Erfolg von diesem Landschaftsfoto zu betrachten.

Bei allen anderen Bildagenturen bisher keinen Verkauf. Insgesamt 111 Verkäufe. Das kann sich sehen lassen. Bei Fotolia ist es auf Grund der regelmässigen Verkäufe inzwischen mit verschiedenen Suchbegriffen sehr gut gerankt. Das erhöht natürlich weitere Verkaufschancen. Der regelmässige Verkauf kommt durch einen Fotolia-Partner der Fototapeten in Europa anbietet! Dort gibt es regelmässig Verkäufe und jeder Verkauf bringt ein neues Bildhonorar ein 😉

Hin und wieder werde ich gefragt, ob die Sonne und die Sonnenstrahlen echt sind? Ja, die sind beide real. Die Sterne entstehen durch Abblenden. Je nach Objektiv ab Blende 8, 11 oder 16. Ich mache die meisten Landschaftsaufnahmen mit Blende 8 oder 11. Weiter Abblenden bringt bereits leichte Beugungsunschärfe bei meinem Nikon 20 mm / 1,8.

Nach 12 Monaten bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. 111 Verkäufe ist für ein Landschaftsfoto in der Stockfotografie ein sehr gutes Ergebnis. Gerne hätte ich viel mehr Fotos die sich so häufig verkaufen. Von jährlich ca. 500 neuen Fotos sind das allerdings nur ganz wenige. Die meisten Fotos verschwinden leider sehr schnell in der großen Bilderflut. Die anderen Landschaftsfotos dieser Fotoserie sind leider fast alle Ladenhüter. Für ein gutes Landschaftsfoto in der Stockfotografie braucht man auch eine gute Portion Glück, damit es sich regelmässig verkauft.

In dem Fall hatte ich wohl dieses Glück, da ein internationaler Anbieter das Bild öfters verkauft 😉

Wie sind eure Erfahrungen mit Landschaftsfotos in der Stockfotografie?

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Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

5 Kommentare zu Ein Landschaftsfoto in der Stockfotografie – 1 Jahr später

  1. Phil schrieb:

    Interessant deine Erfahrung zu lesen. Ich fange jetzt gerade erst damit an, Fotos auf Stock Seiten hoch zu laden. Das Hochladen, Taggen usw. ist echt nervig – aber die ersten Resultate habe auch ich schon erzielt.
    Ich werde dran bleiben – aber ich denke nicht das ich daraus ein 2. Standbein zur Normalen Fotografie aufbauen werde.

  2. Robert Kraft schrieb:

    Hallo,

    wie erfährt man denn WER Bilder WO und WIE einsetzt? Hast Du das gemdlet bekommen oder zufällig entdeckt?

  3. Bernd schrieb:

    Hallo Robert,
    bei Macrostock-Bildagenturen, erfährt man wer der Kunde ist.
    Bei den Microstock-Bildagenturen leider meist nicht. In den Fällen muß man selber suchen.
    Sehr auffschlußreich ist hier die Google Rückwärtssuche. Ein Bild in der Bildsuche per Drag and Drop einfach in das Suchfeld ziehen und loslassen. In den meisten Fällen findet man dann das Foto auf anderen Internetseiten.
    Auch die Büchersuche von Google hilft beim Auffinden von Bildmaterial in Büchern. Einfach den Usernamen den man bei Bildagenturen verwendet eingeben. Dann werden Bücher mit dem Namen aufgelistet, da dieser als Copyright-Vermerk angegeben sein sollte.

    LG
    Bernd

  4. Murat schrieb:

    @Bernd – gratuliere, klasse Foto. Ich würde es an deiner Stelle auch direkt verlinken 😉
    @Robert – probier mal das neue Adobe Stock Contributor Portal aus. Es verschlagwortet automatisch deine Bilder und diese landen bei Adobe Stock UND Fotolia.

  5. Andreas Krüger schrieb:

    Hallo,

    Sehr Interessant die entstehung eines Stockfotos zu sehen. Die Stockfotografie hatte ich bis jetzt noch nicht auf dem Schirm und da stellt sich die Frage ob es sich lohnt. Der Aufwand scheint enorm, 500 Bilder hochladen und nur einige verkaufen sich gut? Von den 500 Bildern waren sicher keine schlechten bei.

    Ich schau mir die Sache mal an, weiterhin viel Erfolg!

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