Mein Fotojahr im Oktober 2013

Im Urlaub geht die gefühlte Zeit meist viel zu schnell vorüber.

So war es auch in den zwei Wochen im Oktober.

Obwohl es sozusagen ein fotografischer Arbeitsurlaub war und keine Fernreise in ein exotisches Land.

Das Urlaubsziel war das heimische Fotostudio.

Dort wollte ich einige Fotoideen in die Tat umsetzen.

Dank des schlechten Oktoberwetters ist mir dies auch zum Großteil gelungen. Es ist enorm wenn man den ganze Tag Zeit hat und sich auf das Fotografieren konzentrieren kann. So langsam wird mir klar, wo der Unterschied zwischen Amateur und Profi liegen könnte. Durch tägliches fotografieren verbessert man sein fotografisches Können sichtbar schneller.

Endlich Zeit zum Fotografieren!

Denkste. Fotografiert habe ich zwar viel. Aber der Löwenanteil war die Vorbereitung und die Arbeiten danach. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Zu Beginn des Urlaubes haben wir noch einen Hallenflohmarkt besucht. Im Visier standen weitere Utensilien und Geschirr für die Foodfotografie. Allerdings war ich doch etwas enttäuscht. Das was mir gefiel wurde für meinen Geschmack zu teuer angeboten. Für Dekozwecke sehe ich selten ein, den Preis wie für einen Nutzgegenstand zu zahlen. Aber vielleicht muss ich da meine Einstellung etwas ändern?

Dennoch wurde ich ausser Plan bei meinem Vater fündig. Nachdem er erfuhr, dass ich altes und gebrauchtes Geschirr suche,  übergab er mir einen grösseren Fundus unterschiedlicher Teller, Platten, Flaschen und altes Silberbesteck, teilweise noch von meiner verstorbenen Mutter stammend.

Der Kofferraum unseres Fiesta war auf der Heimfahrt gut gefüllt. In meinem Kopf schwirrten schon viele neue Fotoideen. Einige davon habe ich in den zwei Urlaubswochen dann auch gleich in die Tat umgesetzt.

Ich hatte einige Rezepte auf meiner Fotoliste. Zu Beginn stand die Planung des Bildaufbaus. Danach wurden die Lebensmittel und Zutaten eingekauft. Meist hatte ich für ein paar Tage eingekauft. Dadurch konnte ich mich voll auf das Kochen und die fotografische Umsetzung konzrentrieren. An den meisten Tagen habe ich zu Mittag als auch zu Abend ein Rezept gekocht und fotografisch fest gehalten.

Meist habe ich sowohl die Zutaten im rohen Zusatand, als auch das fertig gekochte und arrangierte Motiv fotografiert. So entsteht eine vielfältigere Motivauswahl. Manche Bildkäufer suchen ja auch nach Zutaten oder Fotos von rohen Lebensmitteln.

Vor dem Kochen wurden zuerst die rohen Lebensmittel und oder Zutaten einzeln und oder zusammen arrangiert fotografiert. Danach habe ich für das gekochte Essen im Fotostudio den Bildaufbau vorbereitet. So brauche ich das Gekochte nur noch auf dem Teller positionieren und kann danach gleich mit Fotografieren los legen.

So entstand auch das Foto von einer Kartoffelsuppe:

Kartoffelsuppe mit getrockneten Tomaten und Pesto

Kartoffelsuppe mit getrockneten Tomaten und Pesto

Die Kartoffelsuppe mit getrockneten Tomaten und Pesto ist eine mediterrane Variante. Deswegen habe ich einige Pinienkerne auf dem Tisch als Dekoration verstreut. Ein paar rohe Kartoffeln versinnbildlichen noch einmal, dass es sich um eine Kartoffelsuppe handelt. Ein Löffel passt immer zu einer Suppe. Und das Juteband macht sich einfach gut und lockert das Motiv optisch auf.

Kürbiscremesuppe mit Kürbiskernöl und Kürbiskernen

Kürbiscremesuppe mit Kürbiskernöl und Kürbiskernen

Nach dem gleichen Ablauf ist auch die Kürbissupe aufgebaut und fotografiert worden. Das Ergebnis ist ähnlich. Eine klare Übersicht von oben zeigt sowohl die Kürbissuppe wie einen Teil der Zutaten.

Kübissuppe und Kürbiskerne auf einem Löffel

Kübissuppe und Kürbiskerne auf einem Löffel

Man kann unschwer erkennen, dass ich einige Suppen gekocht und fotografiert habe. Leider sind nicht alle meinen Vorstellung entsprechend geworden. Deswegen werde ich manche Suppe noch einmal bzw. weitere Suppen kochen und fotografieren.

Dabei habe ich alle Suppen auch auf einen Löffel vor weissem Untergrund freigestellt fotografiert. Ein Motiv dass auf das Wesentliche reduziert ist und sich damit sehr gut für die grafische Weiterverarbietung eignet.

Bei manchen Suppen habe ich die rohen Lebensmittel nicht nur einzeln, sondern auch als Arrangement dargestellt.

Leeres Kochbuch mit Kräutern

Leeres Kochbuch mit Kräutern

Die Zutaten für eine Kräutersuppe wurden zu einem grünen Rahmen für ein unbeschriebenes Kochbuch gelegt. Zum Einsatz kam hier glatte Petersilie, Majoran, Oregano, Basilikum, und Spinat. Damit die Kräuter frisch aussehen wurden sie mit einem Wasserzerstäuber angeprüht. Glaubt bloss nicht das solch ein Motiv einfach zum fotografieren ist. Es hat bestimmt eine gute halbe Stunde gedauert bis die Kräuter schön gleichmässig ausgelegt waren und wie ein Rahmen wirkten. Ohne Assistenz kann dies durchaus noch länger dauern!

So entstanden in den zwei Wochen knapp 180 neue Fotos. Davon waren es ca. 140 Foodmotive und ca. 40 Gegenstände die abgelichtet wurden. Auch die Bildbearbeitung und Verschlagwortung erfolgte in diesen zwei Wochen. Im Schnitt konnte ich so bei etwa 10 Bildagenturen über 140 neue Fotomotive online bringen. Bei den 140 Bilddateien sind nur die akzeptierten berücksichtigt. Bei manchen warten noch einige Motive auf die Freigabe. Sodass die Quote noch nach oben gehen dürfte. Einige Motive sind bereits verkauft worden. Ob daraus aber Verkaufsrenner werden kann man noch nicht abschätzen.

In diesem Arbeitsurlaub habe ich aber auch organisatorisches in die Tat umgesetzt. Mein Portfolio an Geschirr habe ich nicht nur durch Schenkungen aus der Verwandtschaft, sondern auch durch Neukäufe erweitert. Kleine Schalen sind immer praktisch und können vielfältig eingesetzt werden. Also habe ich da meinen Fundus erweitert.

Schalen für die Foodfotografie

Schalen für die Foodfotografie

Kleine Schalen kann man nicht nur für Zutaten und Gewürze verwenden. Manche Gerichte kann man darin präsentieren. Man braucht nur etwas Fantasie dazu.

Weitere Urlaubsarbeiten waren eine Neustrukturierung der Bilddateien in Lightroom als auch ein verschieben vom C auf das D-Laufwerk. Auf dem C-Laufwerk waren die Kapazitäten durch andere Programme bereits am Limit. Dadurch musste Lightroom meist auf den virtuellen Arbeitsspeichen zugreifen, was die Bearbeitungsgeschwindigkeit spürbar bremst. Also wurde dies optimiert. Auf dem D-Laufwerk war noch reichlich Platz frei, der für ein weiteres Jahr ausreichen sollte?

In zwei Wochen Vollzeitfotografie kann man sehr effizient und professionell Fotoprojekte umsetzen. Die produzierte Stückzahl ist logischerweise spürbar höher. Aber auch die Qualität verbessert sich durch das tägliche Arbeiten.

Dennoch werde ich mich hauptberuflich nicht verändern, da ich in meinen jetzigen kaufmännischen Beruf sehr zufriedne bin.
Umso erfreulicher das mein Hobby und Nebenerwerb genauso viel Spaß macht!


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

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