Stockfotografie – Geld verdienen mit eigenen Fotos (4. Auflage)

Schon lange ist das Fachbuch Stock-Fotografie von Robert Kneschke ein Klassiker! Inzwischen gibt es die 4. Auflage von diesem 568 Seiten umfangreichen Werk.

Über die 1. und 3. Auflage habe ich hier im Blog bereits berichtet:

Ganz schön umfangreich! Aber das Thema Geld verdienen mit eigenen Fotos umfaßt auch sehr viele Themenbereiche. Mit 34,99 € (Stand 4/2016) kostet das überarbeitete Buch rund 5€ mehr als die 3. Version. Beim Verlag ist es auch als PDF-Buch für 29,99€ erhältlich. Bei Amazon gibt es derzeit leider keine eBook-Ausführung.

Wer die 3. Version bereits hat, wird sich nun Fragen: Lohnt sich die 4. für mich?

Das kommt darauf an. Zum einen wurden viele Änderungen bei den Bildagenturen aktualisiert. Es haben sich Honorare für Fotografen teilweise verändert. Und manche Bildagentur ist übernommen worden oder vom Markt verschwunden.

Neu kam das Kapitel über Mobile Stock dazu. Wie und wo man Smartphone-Fotos vermarkten kann. Auch die Interviews mit erfolgreichen Stockfotografen wurden erweitert.

Fachbuch: Stock-Fotografie - 4. Auflage

Fachbuch: Stock-Fotografie – 4. Auflage

Zur Übersicht ein Blick auf die umfangreichen Kapitel:

Teil A Fotos machen

  • Einleitung
  • Ausrüstung
  • Beleuchtung
  • Gestaltungsregeln
  • Beliebte Motive
  • Mehr Motive
  • Technische Bildqualität
  • Inspiration
  • Die Arbeit mit Models
  • Requisiten
  • Locations
  • Rechtliches
  • Lichtaufbau
  • Mobile Stock
  • Stockaudio, Stockvideo und 3D-Bilder

Teil B Fotos verkaufen

  • Arbeitsablauf
  • Bildauswahl
  • Bildbearbeitung
  • Verschlagwortung
  • Dateiorganisation und Archivierung
  • Bildagenturen
  • Hochladen
  • Statistik
  • Andere Vertriebswege
  • Professionalität
  • Marketing, Werbung, Informationen
  • Versicherungen und Vereine
  • Gewerbe und Steuern
  • Berufskrankheiten
  • Einnahmen
  • Interviews mit anderen Stockfotografen

Wer bereits die 3. Auflage besitzt, wird in der 4. Version wenig neues finden. In den meisten Fällen wird sich der Kauf nicht lohnen. Das Kapitel über Mobile Stock wird für engagierte Fotografen nichts neues sein. Ob man auch Smartphone-Fotos an Bildagenturen beliefert, muß am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Für mich kommt das derzeit nicht in Frage. Zum einen ist mein Smartphone keines der jüngsten Generation und liefert somit nicht die gewünschte Qualität. Zum anderen nutze ich für unterwegs kein Smartphone, sondern eine kleine Kompaktkamera mit Wechseloptiken. Damit erhalte ich eine besser Bildqualität und Gewicht und Größe sind nicht wesentlich höher als bei manchen Smartphones. Aber das ist persönliche Ansichtssache und Gewohnheit.

Für Besitzer der 1. und 2. Ausgabe kann sich der Kauf der 4. Auflage lohnen. Viele Infos wurden aktualisiert. Bei den Bildagenturen hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Neue Themen sind hinzugefügt worden. Und Fehler sind verbessert worden.

Das Buch eignet sich hervorragend für Einsteiger in die Stockfotografie. Alle wesentlichen Themen werden beschrieben. Für den Einsteiger gibt es eine Fülle hilfreicher Hinweise und Tipps. Es ist auch eine gute Wissensbasis für eine erste Einschätzung. Ist die Stockfotografie etwas für mich? Zahlreiche Checklisten erleichtern die Planung eines Foto-Shootings.

Nur schade, daß man die Checklisten nicht als druckbare Liste erhält. Wenn man eine Checkliste öfters benötigt, muß man diese derzeit abtippen. Am besten wäre ein Dateiformat, wo man die Liste individuell anpassen könnte. Nach Rücksprache mit dem Autoren war dem Verlag die Einrichtung eines Online-Zugangs für solch eine Datei bzw. Dateien zu kostenintensiv. Der Autor hat diesen Punkt aber noch auf seiner to do Liste. Ob und wie eine Bereitstellung aussehen wird, ist allerdings noch offen.

Gibt es eine Alternative zu diesem Fachbuch?

Nein. Es ist weiterhin das Standardwerk über die Stockfotografie. In keinem zweiten Buch findet man diese Fülle und Vielfalt an Informationen. Wer sich mit der Stockfotografie befassen möchte, sollte sich als erstes dieses Buch besorgen. Für Neugierige und neue Stockfotografen eine klare Kaufempfehlung!


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

8 Kommentare zu Stockfotografie – Geld verdienen mit eigenen Fotos (4. Auflage)

  1. Jan schrieb:

    Ich stimme dir in einem Punkt absolut zu. Ich kann mir nicht vorstellen das Bilder, mit dem Smartphone fotografiert, von irgend wem gekauft werden. Im Vergleich zu „richtigen“ Kameras ist die Bildqualität doch immer noch deutlich schlechter.

  2. Bernd schrieb:

    Hallo Jan,

    nicht jeder Bilderkäufer benötigt Bilddateien in großer Auflösung. Für Blogger und Internetprojekte reichen die Smartphone-Foto meist vollkommen aus. Zudem entstehen in diesen Bereichen auch schon Bildtrends. Z.b. Fotos mit Instagram-Filtern werden inzwischen auch per Bildbearbeitung bei hohen Auflösungen häufig angeboten und verkauft.

    Einen Markt gibt es durchaus für Smartphone-Fotos. Zudem werden diese von Generation zu Generation immer besser. Die Top-Modellen von iPhone + Samsung können inzwischen auch schon RAW-Dateien machen, was den Bearbeitungsspielraum enorm erhöht.

    Die ersten Microstock-Bildagenturen wurden zu Beginn auch nur belächelt. Zu lange Ladezeiten im ISDN-Zeitalter. Zu geringe Auflösung der Dateien … Heute werden Unmengen an Fotos über diese Bildagenturen günstigst verkauft.

    Dennoch wird ein Smartphone kaum eine professionelle hochauflösende Aufnahme ersetzen. Dazu fehlt derzeit die vielseitige Ausbaumöglichkeit. Es ist dennoch inzwischen eine zusätzliche Möglichkeit Fotos zu vermarkten. Sofern man die Technik besitzt und die Zeit dafür hat, dies umzusetzen.

    LG
    Bernd

  3. Also, ich verkaufe (neben Bildern aus der Spiegelreflex) inzwischen jeden Monat Bilder, die mit dem Smartphone gemacht wurden. Darunter auch unscharfe mit kleiner Auflösung.

    Und das hier ist gerade mein „Stolz des Jahres“. Das Buchcover hier basiert auf einem meiner iPhone-Fotos: http://www.amazon.de/Himmel-unter-Berlin-Roman/dp/3442713315/

    So viel zu „keiner kauft sowas“. 😉

  4. Bernd schrieb:

    Hallo Michael J Berlin,

    danke für das postivie Beispiel!
    Und Gratulation zum Buchcover!
    Ein hervorragendes Beispiel, daß Smartpone-Fotos gut verkäuflich sind.
    Es spricht ja auch überhaupt nichts dagegen, wenn man sowieso ein Smartphone hat, dieses auch für Fotos zu nutzen. Und wenn sich die Fotos auch noch verkaufen, dürfte auch der letzte Skeptiker verstummen 😉

    LG
    Bernd

  5. Marc schrieb:

    Nach meinen Erfahrungen müssen die Bilder schon eine sehr gute Auflösung haben, damit jemand dieses auch wirklich kauft. Wenn es aber offenbar andere Beispiele gibt, dass auch Bilder mit dem iPhone gekauft werden, umso besser und interessanter. Ich persönlich bevorzuge auch Bilder mit hoher Auflösung, denn man möchte doch mal etwas damit machen.

  6. Bernd schrieb:

    Hallo Marc,

    für viele Verwendungszwecke in der Werbung hast du sicherlich recht. Dennoch gibt es auch Anwendungen wo keine hohe Auflösung erforderlich ist. Im Internet z.b. reichen 72 px aus. Mehr kann sowieso kein Monitor auflösen. Aber auch für Bücher als Cover sind bei kreativen Motiven oft nicht so hohe Aufösungen erforderlich. Gerade solch ein Motiv wie das von Michael J Berlin ist ein sehr gutes Beispiel.

    Und sind wir doch mal ehrliche. Wer hängt sich jedes Foto in 60×90 cm oder größer an die Wand? Soviel Fläche hätte zumindest meinen 100 qm Wohnung nicht 😉

    Dennoch kann ich den Gedanken von Marc sehr gut nachvollziehen. Deswegen fotografiere ich bestimmte Motive auch im Vollformat mit Stativ. Nur um die maximale Auflösung zu erzielen. Nur um eventuell auch mal eine große Vergrößerung an die Wand hängen zu können.

    LG
    Bernd

  7. Ich finde es absolut okay für einige Verwendungszwecke auch Handyfotos als Stockbilder anzubieten. Einerseits wird die Qualität rasant besser (iPhone 7 erzeugt ja bereits eine beeindruckende Unschärfe im Portraitmodus) und zudem zählt in vielen Fällen auch die Idee sowie die Bildkomposition.

    Natürlich gibt es viele Anwednungen bei denen eine höhe Auflösung pPlicht ist, aber das kann man ja recht schnell filtern.

    Beste Grüße

  8. Bernd schrieb:

    Hallo Parker,

    gegen Handyfotos spricht nichts, sofern die Qualität für die Bildagenturen ausreicht und es Kaufkunden dafür gibt.

    Im Prinzip ist das Aufnahmemedium oder Gerät egal. Wichtig ist daß das Motiv verkäuflich ist 😉

    LG
    Bernd

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