Interview mit Heinz Hanka aus Wien

Hallo Heinz, ich denke wir kennen uns nun wohl schon um die zehn Jahre lang?

Korrigiere mich bitte wenn ich damit falsch liege. Beide waren wir damals in der Amateurfoto-Szene sehr aktiv und beide hatten wir auf einigen internationalen Fotosalonen ordentliche Erfolge zu verzeichnen.

Aber das hier soll ja ein Interview werden, damit die Besucher neues erfahren und vielleicht sogar etwas über die Fotografie neu dazu lernen kann.

Also stell dich einfach mal kurz vor. Wo du wohnst und so?

Hallo Bernd, erst einmal vielen Dank für die Einladung zum Interview auf deinem Fotoblog.
Mein Steckbrief in Kürze :
Wohnort Wien,
Jahrgang 1968,
Beruf : im Staatsdienst,
geschieden, eine Tochter.

Wie lange fotografierst du?

Begonnen hat die Leidenschaft für die Fotografie bereits als Jugendlicher. Zuerst haben mich die Kameragehäuse und –objektive in den Auslagen der Fotogeschäfte fasziniert, später habe ich dann meine erste Spiegelreflexkamera bekommen. Das war die Fujica AX-1. Die steht heute noch in meiner Vitrine. Das ist gute 25 Jahre her…

Was sind deine Fotothemen?

Vielfältig. Ich habe mich auf kein bestimmtes Fotothema festgelegt, aber es kommt immer wieder vor, dass ich bestimmte Themen eine zeitlang intensiv fotografiere. Im Frühjahr zum Beispiel Infrarot, Sport eigentlich immer, Macros hauptsächlich in der Blütezeit und Sommer (Insekten), Landschaften auch immer.

Deine Fotomotive sind sehr vielfältig. Welcher Motivbereich begeistert dich derzeit am meisten und warum?

Ich fotografiere gerne im infraroten Bereich, Panoramen, Macros, Sport, Landschaften in HDR.
Die digitale Nachbearbeitung ist natürlich auch sehr wichtig und nimmt einen beträchtlichen Teil in Anspruch. Hier möchte ich z. B. HDR (High Dynamic Range) erwähnen. Von der Aufnahme bis zum fertigen Bild ist es teilweise sehr aufwändig, die Resultate sind aber immer wieder beeindruckend.

In welchen Fotovereinigungen und Verbänden bist du aktiv?

Seit ewigen Zeiten bin ich im Fotoklub der Wiener Linien. Durch die Mitgliedschaft bin ich natürlich auch automatisch beim österreichischen Dachverband, dem VÖAV, Mitglied.

Dann wurde ich vor einigen Jahren in die österreichische Gesellschaft für Photograhie aufgenommen. Hier kann man nicht als Mitglied beitreten, sondern man kann nur auf Vorschlag von bestehenden ÖGPh-Mitgliedern in diese Vereinigung aufgenommen werden.

Und dann bin ich noch bei den österreichischen Naturfotografen, dem VTNÖ.Hört sich zwar viel an, beschränkt sich letztendlich aber auf ein Treffen pro Monat im Fotoklub der Wiener Linien. Bei den beiden anderen gibt es im Schnitt ein bis zwei Treffen im Jahr.

Du bist in einigen Vereinen und Interessengemeinschaften aktiv. Was ist das faszinierende in solchen Vereinen oder Verbänden?

Zuerst der Kontakt mit Gleichgesinnten. Es gibt zwar unzählige „virtuelle“ Klubs im Internet, der persönliche Kontakt ist für mich aber immer noch das wichtigste. Erfahrungsaustausch, Kontaktpflege, Meinungen zu Bildern… ist im persönlichen Gespräch mit erfahrenen Wettbewerbsfotografen tausendmal besser als in virtuellen Fotocommunities oftmals sehr fragwürdige Meinungen zu hören.

Und dann natürlich der Wettbewerb. Sei es beim alljährlichen Klubwettbewerb, der Landesmeisterschaft oder auch der Staatsmeisterschaft. Seit einigen Jahren bin ich auch als Juror tätig und immer wieder bei Wettbewerben eingesetzt.So habe ich schon unzählige Klubmeisterschaften, Landesmeisterschaften und auch die Bundesmeisterschaft der Naturfreunde juriert. Immer wieder spannend und gleichzeitig inspirierend für die eigene Entwicklung.

Zeitweise ergibt sich auch immer wieder die Möglichkeit, die Bilder in einer Einzel- oder Gemeinschaftsausstellung zu präsentieren.

So weit mir bekannt bist du auch handwerklich sehr gut begabt. So hast du dir auch einen Nodalpunktadapter gebastelt und darüber bereits in einigen Fachzeitschriften berichtet. Erklär doch bitte unseren Lesern wozu solch ein Nodalpunktadapter gut sein soll?

Der Nodalpunktadapter wird bei der Panoramafotografie verwendet. Setzt man die Kamera ohne diesen Adapter auf ein Stativ und verschwenkt sie dann für die Aufnahmen, sind die Aufnahmen an den Bildrändern nicht deckungsgleich.

Bei der Verwendung dieses Nodapuktadapters sind die benachbarten Bilder jedoch deckungsgleich und man kann damit sogar mehrzeilige Panoramabilder erstellen.

 

Nodalpunktadapter

Nodalpunktadapter – Copyright www.heinzhanka.com

Detailliertere Informationen über den Selbstbau eines Nodalpunktadapters für Panoramafotos könnt Ihr auf der Homepage von Heinz Hanka nachlesen –> Nodalpunktadapter

Welche 5 Tipps würdest einem Fotoanfänger geben damit er möglichst gute Fotos realisieren kann?

  • Zuerst einmal versuchen, die Kameratechnik zu verstehen. Was passiert, wenn ich die Zeit ändere, die Blende, einen Aufhellblitz verwende usw. Im digitalen Zeitalter gibt es unendliche Möglichkeiten für Versuche und man kann das Ergebnis sofort (oder spätestens zuhause am Bildschirm) kontrollieren.
  • Verschiedene Fotothemen ausprobieren, um festzustellen, woran man Freude hat. Dem einen liegen vielleicht eher Porträts, dem anderen Architektur im besten Licht und dritte kriecht am liebsten auf dem Boden mit dem Macroobjektiv herum.
  • Wenn man die Fotografie ernsthafter betreiben will, also z. B. bei Fotowettbewerben mitmachen will, wäre der Beitritt zu einem Fotoklub überlegenswert. Hier hat man den direkten Vergleich von den eigenen Bildern mit denen der Klubkollegen. Der Lernfaktor ist hier sicherlich am größten.
  • Und dann würde ich noch vorschlagen, Bildanalysen vorzunehmen. Hört sich zwar kompliziert an, aber aufgrund meiner Jurytätigkeit habe ich gelernt, ein Bild in seine „Bestandteile“ zu zerlegen. Bildaufbau, Gestaltung, Technik, Aussage. Sozusagen die Eckpfeiler in der Bildgestaltung. Absolut empfehlenswert, es einmal selbst zu versuchen, ein Bild zu analysieren.
  • Das waren jetzt zwar nur 4 Tipps, aber wenn man die beherzigt, hat man schon ein gutes Programm für das heurige Jahr 😉

Hast du für dieses Jahr bereits Fotoprojekte in der Planung? Wenn ja, welche?

In den letzten Jahren habe ich meine Wettbewerbsfotografie stark eingeschränkt. So nehme ich jetzt nur mehr an der jährlichen Klubmeisterschaft, der Wiener Landesmeisterschaft und der österreichischen Staatsmeisterschaft teil. Früher habe ich weltweit Fotosalons beschickt und auch einige ansehnliche Erfolge feiern können.

Für das heurige Jahr steht in erster Linie die Klubmeisterschaft auf dem Programm. Das heißt jeweils vier Bilder in den Sparten Farbbild, Schwarzweiss (30 x 40 cm) und Digital und zwei Tableaus im Format 50 x 70 cm.

Ich danke dir das du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast und wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deinen zukünftigen Fotoprojekten!
Weitere Informationen über die Fotografie von Heinz Hanka findet ihr auf der Homepage von www.heinzhanka.com


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

2 Kommentare zu Interview mit Heinz Hanka aus Wien

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