Wer ist euer fotografisches Vorbild?

Habt ihr auch ein Vorbild?

Ich meine ein Vorbild. Einen Fotografen wo euch die Fotos besonders gut gefallen? Und am liebsten möchtet ihr genauso tolle Fotos fotografieren können?

Wer einmal vom Fotovirus befallen wurde, wird sicherlich im Lauf seines fotografischen Lebens einige Phasen durchlaufen.

So war und ist es zumindest bei mir.

Nun bin ich kein Berufsfotograf. Ich bin ein Hobby-Fotograf. Inzwischen bin ich doch ein Berufsfotograf, da ich über Stockagenturen Bildlizenen gewerblich verkaufe.

Aber ich fühle mich immer noch als Hobby- oder Amateurfotograf.

Nicht weil ich keine Fotografenlehre gemacht habe. Nein, weil ich weiterhin nur das fotografiere, was mir auch tatsächlich gefällt.
Der Berufsfotograf fotografiert das was sein Kunde wünscht.

Da ich nie eine Fotografen-Ausbildung absolviert habe, erarbeitete ich mir mein Wissen aus Büchern, Diskussionen mit anderen Berufs- und Hobby-Fotografen und in den letzten zehn Jahren auch aus dem Internet.

So tauchten auch in meinen über 30 jährigen Fotoschaffen einige Vorbilder auf. Manche gingen wieder und wenige sind sogar bis heute geblieben.

Manche haben mich auf unterschiedlche Art und Weise beeinflusst. Ob immer bewusst oder unbewusst spielt dabei keine Rolle. Was zählt ist meist ein gutes oder sehr gutes Foto.

Meine fotografischen Vorbilder

Ansel Adams

Die grandiosen detailreichen Schwarzweiß-Landschaften von Ansel Adams haben mich bereits im Jugendalter begeistert. Nur durch Licht und eine gezielte Tonwertabstufung gelangen ihm zeitlos schöne Schwarzweiß-Fotografien. Heute nennt man solche Arbeiten Fine-Art-Print.

Ansel Adams - Die Kamera

Ansel Adams – Die Kamera

Als Schüler habe ich mir bereits ein gebrauchtes Schwarzweiß-Labor gekauft. Das notwendige Grundwissen habe ich mit den Büchern von Ansel Adams verfeinert. Dies waren die Bücher Die Kamera, Das Negativ und Das Positiv. In allen drei Büchern beschreibt er seine akribische Arbeitsweise von der Aufnahme bis über die Negativentwicklung bis zum Fine-Art-Print.

Ein großer Fotokünstler, dem auch heute noch einige Fine-Art-Fans nacheifern und seine Ausarbeitungsmethoden pflegen.

Hier findet ihr mehr Informationen über das fotografische Schaffen von Ansel Adams.

Da ich nie eine Großformat- oder Mittelformatkamera mein eigen nenen durfte, habe ich auch nie die ganzen Techniken von Ansel Adams anwenden können. Das bekannte Zonensystem, welches ein Motiv in 10 Graustufen aufteilt, war mit einer Kleinbildkamera nicht realiserbar.

Trotzdem haben mich seine Landschaftsmotive beeinflußt. Ich habe gelernt auch einmal in der Nacht aufzustehen um vor Sonnenaufgang ein Landschaftsmotiv zu fotografieren. Ich habe bei Landschaftsmotiven gelernt Geduld zu haben bis man das gewünschte Licht und halbwegs den gewünschten Himmel antrifft. Gute Landschaftsfotografie ist zum Großteil Geduld. Diese habe ich von Ansel Adams und seinen großartigen Fotos gelernt.

Weinberg am Kappelberg

Weinberg am Kappelberg

Dazwischen gab es keine Fotografen die mein fotografischen Denken wesentlich beeinflußt haben. Erst nach fast zwei weiteren Jahrzehnten hatte ich wieder einen Aha-Effekt erlebt.

Bob Elsdale

Er fotografierte in den späten 90er Jahren Elefanten und andere Tiere in menschlichen Situatuionen. Damit gewann er auch 1998 beim Austrian-Super-Circuit. Damals und auch heute noch der größte Fotowettbewerb der Welt. Der Hauptgewinn war damals eine Hasselblad. Inzwischen nennt sich die Veranstatlung Trierenberg-Super-Circuit.

Was hat mir an den Fotos so gut gefallen?

Sie waren etwas Neues.
Sie waren lustig.
Sie zeigten etwas ungewöhnliches.

So schoßen auch mir einige Ideen durch den Kopf. Die Umsetzung war aber meist alles andere als einfach. So entstand auch das Motiv der schielenden Katze.

Santa Maria della Salute

Schielende Katze

Bob Elsdale nennt sich inzwischen Tierfotograf. Wenn man die Fotos auf seiner Homepage betrachtet ist er ein sehr ungewöhnlicher Tierfotograf. Die Fotos haben Witz und zeigen oft auch sehr lustige Szenen und Momente.

Ein Besuch auf seiner Homepage lohnt sich auf jeden Fall. Hier geht es zur Homepage von Bob Elsdale.

Michael Weber

Auch Ende der 90er war ich einige Jahre im Fotoclub Camera 66 in Stuttgart Bad-Cannstatt aktiv. Von einigen der erfahrenen Fotografen konnte ich sehr viel lernen. Am meisten Einfluß hatte aber sicherlich Michael Weber auf meine Fotos.

Seine Themenschwerpunkte sind die Sport- und Tierfotografie. Durch neue Aufnahmeperspektiven und einer Reduzierung auf das wesentliche gestaltet er eindrucksvolle Fotografien.
Seine Fotos wurden und werden auf zahlreichen Fotowettbewerben mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Unter diesem Einfluss entstand auch der Großteil meiner Sportfotos. So auch die Aufnahme beim Stuttgarter Sechstagerennen.

Sechstagerennen

Sechstagerennen

Michael Weber ist der Haus- und Hoffotograf des württembergischen Turnerbundes. Seine Fotos von der rythmischen Sportgymnastik gehören wohl zu den besten weltweit. Aber auch andere Sportmotive zeigen Weltklasseformat. Überzeugt euch einfach selbst und schaut euch die Foto von Michael Weber an.

Seit ich die Wettbewerbsfotografie stark reduziert habe, orientiere ich mich kaum noch an fotografischen Vorbildern. Sicher finde ich manche Fotografien sehr schön. Aber ich versuche nicht deren Stil zu immitieren. Schließlich möchte ich meinen eigenen fotografischen Stil entwickeln. Aber was ist ein fotografischer eigentständiger Stil? Ich glaube das wäre ein Thema für sich?

Was für fotografische Vorbilder habe ich heute?

Die Fotografien der drei genannten Fotografen gefallen mir auch heute noch sehr gut. Weiteren Einfluß auf mein fotografisches Tun hatten meine zwei Jahre als Filialleiter in einem Fotoeinzelhandelsgeschäft mit Fotostudio. Im dortigen Fotostudio habe ich öfters ausgeholfen und vieles über das fotografische Handwerk gelernt.

Aber auch meine vier Jahre im Foto-Großhandel brachte mich in Kontakt mit vielen Fotografen und deren Assistenten. Viele neue Ideen und Motivbereiche wurden in zahlreichen Gesprächen erörtert. Dies bleibt oft nicht ohne Einfluß auf das eigene fotografische Handeln.

Heute orientiere ich mich meist weniger an Vorbildern. Ich fotografiere was mir gerade gefällt. Zwar sind solche persönlichen Motive oft nicht für eine große Masse gefällig. Dafür macht mir das Fotografieren noch mehr Spaß als früher!

Schließlich ist die Fotografie für mich immer noch das schönste Hobby der Welt 😉

Welche fotografischen Vorbilder habt ihr?


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

5 Kommentare zu Wer ist euer fotografisches Vorbild?

  1. Heinz schrieb:

    Bei mir sind es im Bereich der Aktfotografie eindeutig Günter Blum und Helmut Newton mit ihren kraftvollen Schwarzweissaufnahmen
    Bei der Landschaftsfotografie (im Großformat) gute Freunde von mir, Franz Kovacs – http://www.kovacs-images.com/ und Georg und Verena Popp-Hackner – http://www.popphackner.com/. Zwar nicht unbedingt als „Vorbilder“ anzusehen, aber sie haben meine Großformatfotografie geprägt.

  2. Bernd schrieb:

    @ Heinz
    Nur schade das die meisten Internetbesucher nicht die große Brillanz und das hohe Detailreichtum von Großformatkameras sehen können. Leider kann dies wohl kein Monitor wie das Original wiedergeben.
    Aber die Bilder der beiden Fotografen gefallen auch mir sehr gut!

  3. Heinz schrieb:

    Ja, das ist leider wahr.
    Aber wenn man einmal die Möglichkeit hat, ein Großformatdia auf dem Leuchtpult mit der Lupe zu betrachten, wird man aufgrund des Detailreichtums und der Schärfe aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

  4. Knuffelpack schrieb:

    Schöne Bilder. So richtige Vorbilder in der Fotografie hab ich eigendlich nicht. Ich handhabe es da wie in der Musik, alles was gut ausschaut gefällt mir ^^

  5. Pingback: Ein Profi bloggt |

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