Meine ersten Eindrücke von der Fuji X-T2

Seit 1979 fotografiere ich hauptsächlich mit Nikon-Kameras. Eine mechanische Nikon FM war meine erste Nikon. Es folgte als Zweitkamera eine FTn. Später löste die F301 die FM ab. Zeitautomatik und eingebauter Winder waren damals ein Argument für mich. Im Sportverein konnte ich damit bessere Fotos von den Leichtathletik-Wettkämpfen machen. Die regionale Tageszeitung war froh wenn sie Schwarzweiß-Fotos zu den Wettkampfberichten präsentieren konnte. Schwarzweißfilme und Abzüge habe ich damals in einer improvisierten Dunkelkammer selber entwickelt und vergrößert.

Die Nikon F100 war danach ein Kamera-Kaliber, welches bereits Möglichkeiten im Profi-Bereich bot. Der eingebaute Motor war noch schneller. Das Gehäuse viel robuster. Ein echtes Arbeitstier. In dieser Kameraphase sind viele Fotos entstanden, welche auf Fotowettbewerben prämiert wurden. Auch eine Leica M7 war unter den Sachpreisen 😉

Als erste digitale DSLR löste die Nikon D70 die analoge F100 ab. Aus heutiger Sicht sind 6 Mio Pixel ganz schön mager. Erst mit der Nikon D300 war ich halbwegs auf dem Niveau einer analogen F100 angekommen. Später kam als Zweitkamera eine D7000 dazu. In manchen Situationen störte mich das Bildrauschen bei höherer ISO bei beiden Kameras enorm. Mit einer Nikon D610 konnte ich den Einsatzbereich erweitern. Auch die 24 Mio Pixel haben genug Reserven für mögliche Bildausschnitte. Allerdings hat das Vollformat auch Nachteile. Man verwackelt viel leichter. Die Kamera wird größer und schwerer. Man braucht hochauflösende Objektive, welcher meist teurer und auch noch schwerer sind. Im Fotostudio oder Fotografieren mit Stativ geht das meist noch. Als Kamera für unterwegs empfindet man sie als lästig.

2016 kaufte ich spontan eine Fuji X-M1 als Immerdabei-Kamera. Mich begeistert diese kleine Kamera auch heute noch. Da mir das Plastikzoom zu lichtschwach war, gesellten sich schnell ein 23mm 1,4er und 14mm 2,8er dazu. Ich war sehr schnell von der Verarbeitung und optischen Qualität der Objektive begeistert! Enorm was da mit einer 300 € Kamera und 16 Mio Pixel an Fotos heraus kommt.

Als Fuji die X-PRO 2 vorstellte und ich die ersten Praxisberichte einiger Berufsfotografen las, wuchs in mir das Verlangen, das Fuji-System zu erweitern. Statt 16 Mio gibt es nun auch bei Fuji 24 Mio Pixel Auflösung. Ende 2016 kam die X-T2 auf den Markt. Beides sehr gut und professionel ausgestattete Kameras. Die X-PRO 2 auf Basis einer klassischen Sucherkamera. Die T2 auf Basis einer klassischen Spiegelreflexkamera allerdings ohne Spiegel. Beide sind spiegellos. Beide haben den gleichen hervorragenden Sensor mit 24 Mio Pixel Auflösung. Der X-Trans CMOS III Sensor kommt ohne Tiefpassfilter aus. Dadurch hat er eine hervorragende Grundschärfe, sofern das Objektiv entsprechend hoch auflöst. Und genau das machen die meisten Fuji-Objektive. Beide Kameras sind im APS-C-Format. Ehrlich gesagt konnte ich mich am Anfang zwischen den beiden Modellen nicht entscheiden. Sucherkamera oder Spiegelrefelex-Outfit? Ich entschied mich für die X-T2. Ausschlaggebend war für mich das Klappdisplay. Das hat die X-PRO 2 leider nicht. Aber auch die Bedienelemente erschienen und erscheinen mir an der X-T2 sehr durchdacht. Durch klassische Drehräder kann man die wichtigsten Automatiken schnell abstellen oder verändern. Im Fotofachhandel hatte ich beide Kameras in der Hand. Am liebsten hätte ich beide mit genommen 😉

Fujifim X-T2

Fujifim X-T2

Warum kaufe ich trotz einer Nikon D610 eine Fuji X-T2?

Für mich ist es Test und Hoffnung, ob die X-T2 die D610 ersetzen kann? Aber halt. Die Fuji hat doch kein Vollformat! Na und? Wenn sie meine Fotoaufgaben genauso erfüllen würde, spielt es doch keine Rolle? Wir werden sehen.

Mit der neuen Kamera bekam mein Fuji-Kamerasystem noch mit dem 60mm 2,4er Makro und 90mm 2,0er Verstärkung. Nach dem Kauf habe ich erst einmal die Bedienungsanleitung studiert. Mühsam aber notwendig. Zumindest wenn man die Möglichkeiten einer Kamera gezielt nutzen will.

Am darauffolgenden Wochenende kam der erste Praxistext Spaziergang in den Weinbergen. Zum Einsatz kam das neue 2,0/90mm. Wie waren die Fotos? Ich liebe lichtstarke Objektive! Damit kann man so schön Freistellen oder mit Schärfe und Unschärfe gestalten.

Reife Äpfel im Januar - Fujifilm X-T2 + 2,0/90mm

Reife Äpfel im Januar – Fujifilm X-T2 + 2,0/90mm

Allerdings gab es auch einige negative Erkenntnise. Wie bei einer Vollformat-Kamera muß man auch bei der X-T2 kürzer belichten, damit die Bilder nicht leicht verwackelt sind. Das hatte ich allerdings erwartet, da die Fläche vom Sensor ja kleiner ist. Über das Menu im Display kann die Kamera individuell eingestellt werden. Die Menuführung ist sehr intuitiv gestaltet. Ein großes Lob an Fuji! Die meisten Funktionen findet man intuitiv. Bei anderen Kameraherstellern ist das oft nicht der Fall. Großen Gefallen habe ich am Joystick. Der ist genau dort, wo sich der Daumen beim halten der Kamera befindet. Mit dem Joystick kann man sehr schnell das Autofokusmessfeld an die gewünschte Stelle im Bild bringen. Wer auf Kriegsfuß mit Display-Menus ist, kann ISO, Verschlußzeit, Bracketing, Motor und andere Aufnahmemodi über Drehräder sehr schnell anpassen. Für darüber hinausgehende Funktionen gibt es ein Quick-Menu das auch inviduell eingestellt werden kann. Über 7 Funktionstasten kann man bestimmte Funktionen abrufen, aktiveren oder abstellen. Auch die Funktionstasten können individuell belegt werden. So kann jeder die beliebtesten Funktionen auf die für ihn passenden Tasten legen. Ein weiteres Highlight ist der Autofokus. Bisher galten Fuji-Kameras beim Autofokus als lahme Enten. Dies hat sich nun mit den neuesten Kameras geändert. Der Autofokus ist gefühlt mindestens so schnell wie bei den meisten Nikons. Dieser Unterschied ist also Vergangenheit.

Nach dem Spaziergang habe ich die Bilddateien in Lightroom importiert. Am liebsten mache ich nur RAW-Dateien. So auch bei der X-T2. Was ich auf dem Bildschirm sah, war zum Teil ernüchternd. Einige Bilder entsprachen meinen Vorstellungen. Knackescharf und die Schärfe auf den Punkt. Ausgewogene Farben und schöne feine Durchzeichnung bei den Lichtern und Dunklen. Dennoch gab es reichlich Ausschuß und Lernmaterial. Einige Aufnahmen waren unscharf. Einfach verwackelt, da die Verschlußzeit zu lange war. Bei Blende 2,0 fand ich nirgends richtigs scharfe Bildstellen. Als Aufgabe daraus muß ich noch die neuen Objektive auf die optimale Blende – Schärfe -Kombination testen. Ab wann wird die beste oder eine meinen Vorstellungen entsprechende Schärfe erreicht? Ab wann beginnt Beugungsunschärfe?

Nachdem Test wusste ich, dass meine Brennweiten unter 50 mm die optimale Schärfe bei 4 und die über 50 mm bei Blende 5,6 haben. Darunter ist es weniger scharf und darüber beginnt bereits die Beugungsunschärfe. Im Vergleich zum Vollformat beginnt die Beugungsschärfe etwas früher. Das kann je nach Motiv ein Vor- als auch ein Nachteil sein. Also nicht besser oder schlechter, sondern anders.

Verwacklungen beuge ich inzwischen durch die Automatik-Einstellung vor! Hier kann man 3 Automatiken individuell voreinstellen. Die niedrigste Verschlußzeit und höchste ISO kann man hier einstellen. Inzwischen versuche ich mit 1/125 sec oder kürzer zu fotografieren. Lichtstarke Objektive und ein geringes Rauschen bis 1600 ISO machen das möglich. Auch der Einsatz mit elektrischen Verschluß reduziert bei längeren Verschlußzeiten die Verwacklungsgefahr. Bei bewegten Motiven ist allerdings der mechanische Verschluß zu empfehlen, da dieser bewegte Motiv richtig wiedergibt.

Sehr positiv finde ich das geringe Bildrauschen bei höheren ISO-Werten! Bis 1600ISO kann ich nun meine Fotos mit geringen Korrekturen auch bei Bildagenturen vermarkten! Das ging mit der Nikon D610 auch schon. Bei der Fuji X-T2 erscheint mir das Bildrauschen einen Tick geringer. Nicht besser aber anders. Vereinzelt wurden von Bildagenturen auch schon Bilder mit ISO12800 akzeptiert!

ISO12800 Schnee im Winter

ISO12800 Schnee im Winter

Bei dem Bild musste ich allerdings schon kräftig in Lightroom entrauschen. Am Ende kam dennoch ein passables Bild  zustande. Das Foto ist übrigens bei offener Blende entstanden. Ehrlich gesagt würde ich solch ein Motiv mit der Nikon D610 nicht so rauscharm realisiert bekommen. Durch das geringere Bildrauschen erweitern sich die Aufnahmemöglichkeiten enorm.

Als ich die ersten RAW-Dateien auf den Rechner übertragen habe, wundert mich der hohe Datenumfang? Bei meiner Nikon sind es bei voller Auflösung ca. 24 – 28 MB je RAW-Datei. Bei der Fuji X-T2 sind es oft bis zu 48 MB! Fuji hat in der RAW auch die Entwicklungsdaten für verschiedene Film-Effekte und Objektivkorrekturen hinterlegt. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den meisten anderen RAW-Dateien anderer Kamera-Hersteller. Die größere Datenmenge stört mich nicht. Speicherplatz kostet heute nicht die Welt. Der riesige Vorteil ist, daß bereits in der Kamera Objektivfehler korrigiert werden! Das funktioniert erstaunlich gut. Ich war bei meinem zweiten Fotoausflug mit der Kamera erstaunt, daß es bei Gegenlichtaufnahmen keine Flares gab!

Sonnenaufgang im Winter im Weinberg

Sonnenaufgang im Winter im Weinberg

Das funktioniert allerdings nicht immer. Aber sehr häufig! Die Aufnahme entstand mit dem 14 mm von Fuji. Mein vergleichbaraes Nikon 20 mm hat fast immer Flares, obwohl es speziell dagegen korrigiert ist. Es ist wegen der Entspiegelung auch für Nikon-Verhältnisse sehr gut. Das Fuji 14er ist bei Gegenlicht aber noch viel besser! Zumindest wenn man keine Flares haben möchte. Wichtig ist, daß man immer die aktuelle Firmware für Kamera und Objektiv nutzt.

Keine Flares oder Aberrationen. Bei Nikon oder anderen Herstellern muß man hier meist Flares oder Aberrationen (Farbränder an Kanten) korrigieren. Das ist oft sehr nervig und zeitaufwändig. Bei Fuji entfallen diese Optimierungsarbeiten meist!

Streuobstwiese mit Apfelbäumen im Winter

Streuobstwiese mit Apfelbäumen im Winter

Firmware ist bei Fuji auch ein sehr positiver Aspekt. Bei der Komplexität der heutigen Kameras gibt es immer etwas zum Nachbessern. Und Fuji ist da sehr schnell mit Korrekturen durch neue Firmware-Versionen. Aber nicht nur Korrekturen werden überarbeitet. Auch die Funktionsmöglichkeiten einer Kamera werden erweitert und verbessert. Das ist ebenfalls ein großer Unterschied zu Nikon oder Canon. Dort gibt es wenn überhaupt Firmware-Updates fast nur für Korrekturen. Wer mehr Funktionen und Verstellmöglichkeiten will, muß sich das Top-Modell kaufen. Aber selbst dort ist man mit Firmware-Erweiterungen geizig. Fuji orientiert sich hier näher am Kunden.

Meine Bilddateien landen alle zuerst einmal in Lightroom. Mit der Fuji X-T2 hatte ich am Anfang so meine Probleme. Die Dateien sind bereist schärfer als bei Nikon. Oft führte meine Grundeinstellung zu leicht überschärften Bildern. Das geht übrigens fast jeden so, der von Nikon oder Canon zu Fuji wechselt 😉

Bei Fuji ist weniger mehr. Weniger schärfen. Meist muß ich in Lightroom das Schärfen sogar auf 0 stellen. Bei den höheren ISO-Werten reicht meist geringes entschrauschen aus. Die RAW`s sind meist mit hohem Tonwertumfang und etwas dunkel. Das ist bei Nikon ähnlich. So hat man oft noch in den hellen Bildteilen etwas Zeichnung und kann die dunklen Bereiche noch aufhellen. Anders herum geht es nicht. Aus reinweiß kann man keine Zeichnung mehr herausholen. Die Bearbeitungsregler in Lightroom müßen bei den RAW`s vorsichtiger eingesetzt werden, als ich es von Nikon gewohnt bin.

Auf Empfehlung eines Fuji-Buchautoren habe ich eine zeitlang RAW +  JPEG gemacht. Da die JPEG-Entwicklung von Fuji bereits sehr gute Ergebnisse liefert, kann man diese meist ohne große Bearbeitung verwenden. Und RAW dafür, falls man eine andere Entwicklung machen will oder sich die Bearbeitungsmöglichkeiten in der Zukunft verbessert haben sollten. Für meine Zwecke macht die Verwaltung von doppelten Dateien selten Sinn. Ich fotografiere inzwischen wieder überwiegend in RAW. Das RAW wird für den Verwendungszweck entwickelt. Wenn Varianten erforderlich sind, werden diese in Lightoom als Kopie erstellt. Das spart zudem Speicherplatz. Auch in Lightroom gibt es für die X-T2 die entsprechenden Film-Entwicklungs-Simulationen. Diese entsprechen allerdings nicht 100%ig den Fuji-Entwicklungen in der Kamera, kommen denen aber sehr nahe. Provia, Astia und Velvia entsprechen den klassischen Originalen. Die Schwarzweiß-Entwicklungsmöglichkeiten sind OK. Mit bereits vorhandenen Presets erziele ich hier aber meist bessere Ergebnisse.

Für Landschaftsaufnahmen ist auch die Panoramafunktion interessant. Ich muß gestehen, damit komme ich bisher nicht zurecht. Die Kamera muß dafür gleichmässig in eine Richtung bewegt werden. Die Kamera macht mit dem Motor viele Aufnahmen und rechnet diese zu einem Panorama zusammen. Frei Hand funktioniert das nur mit viel Glück und nach vielen Versuchen. Vom Stativ mit Fluid-gedämpften Stativkopf habe ich gar keine Aufnahme realisieren können. Zu schnell oder zu langsam, Abbruch. Das strapaziert meine Nerven zu sehr.

Panorama Weinberg im Januar

Panorama Weinberg im Januar

Hier mache ich weiterhin Panorma-Aufnahmen mit Lightroom. Der Weinberg entstand mit 14mm Brennnweite im Hochformat. Aufgenommen vom Stativ. Mehrere versetzte Aufnahmen im Hochformat. Lightroom hat eine recht gute und einfache Panorama-Funktion. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Mit dem Einsatz im Fotostudio hatte ich zu Beginn meine Schwierigkeiten. Die Live-View-Funktion führt im Fotostudio zu einem schwarzen Display und Monitor. Unbrauchbar. Eine andere Einstellmöglichkeit habe ich nach 3maligen Durchlesen der Bedienungsanleitung nicht gefunden. Ich war schon am zweifeln, da ich dachte, die Kamera ist eine Fehlinvestition?

Dry aged Steak vom Ochsen

Dry aged Steak vom Ochsen

Dank einer bekannten Suchmaschine wurde ich dann fündig. Auch andere Fotografen, sogar Berufsfotografen hatten zu Beginn das gleiche Problem. Das ganze steht durchaus in der Bedienungsanleitung, ist aber auf Grund einer thematisch anderen Überschrift nur schwer zu finden. Einfach im Menu unter Einrichtigungen – Display-Einstellungen – Bel.-Vornauch/Weissabgleich auf AUS stellen. Danach entstanden endlich die ersten Studio-Aufnahmen mit den X-T2. Das 60mm Macro-Objektiv hat eine schöne knackige Schärfe. Das Farb-Setting ist anders als bei Nikon. Hier teste ich noch für verschiedene Licht-Settings die mir passenden Lightroom-Presets aus.

Sehr vorteilhaft an der X-T2 sind die Autofokusfelder über das ganze Bild. Damit kann man die Schärfe im Fotostudio ohne Veränderung der Kamera-Position anvisieren und einstellen. Bei meiner Nikon D610 gibt es am Rand keine Fokusmessfelder. Da muß ich immer immer die Kamera-Position zum scharf fokussieren verändern. Meist stimmt danach die Schärfe doch nicht. Ärgerlicher Ausschuß durch falsche Schärfebereiche sind die Folge. Mit der X-T2 gibt es das nun nicht mehr. Da sitzt die Schärfe da wo ich sie haben möchte. Erstaunlicherweise auch mit Autofokus im Nahbereich und Fotostudio! Das ging bei der Nikon D610 nie! Da war immer manuelles fokussieren erforderlich.

Manuell fokussieren geht bei der X-T2 auch. Je nach Motiv gibt es 3 Möglichkeiten. Nach Schärfe auf dem Display oder im Monitor. Mit Schnittbildindikator. Bei mir funktioniert dieser nicht so gut. Der Kontrast ist mir viel zu oft zu schwach. Andere X-T2-Fotografen wiederum schwören darauf. Vermutlich liegt es bei mir daran, daß ich Brillenträger bin? Sehr gut hat sich bei mir das Focus-Peaking bewährt. Am Anfang braucht man auch hier etwas Übung. Statt weißes Flimmern habe ich das Peaking auf rot umgestellt. Das sieht man bei den meisten Motiven viel besser.

Fujifim X-T2 Systemkamera

Fujifim X-T2 Systemkamera

Inzwischen habe ich mich an die Bedienung einer Systemkamera gewöhnt. Das Arbeiten mit einer Nikon DSLR erscheint mir inzwischen recht umständlich und auf Grund des höheren Gewichtes auch sehr mühsam. Die Nikon nutze ich nur noch im Fotostudio. Aber selbst dort kommt bereits häufig die Fujifilm X-T2 zum Einsatz. Lediglich wenn ich ein Tilt-Shift Objektive benötige nutze ich noch meine Nikon D610. Das wird vermutlich auch der Grund bleiben, warum ich mit beiden Kamera-Systemen arbeiten werde. Fuji hat derzeit kein Tilt-Shift-Objektiv im Lieferprogramm. Fremdhersteller gibt es bisher nur ein Samyang mit 24mm. Diese Optik ist mir für meine Ansprüche allerdings nicht gut genug. Ob Fuji jemals ein solches Objektiv auf den Markt bringt mag ich derzeit bezweifeln? Der Markt für Tilt-Shift-Objektive ist nicht sehr groß. Und die Fuji-Gemeinde ist noch ein kleines Grüppchen gegenüber den Nikon, Canon und Sony-Fans.

Dennoch haben sich Fuji-Kameras bereits bei einigen Portrait, Hochzeits- und Pressfotografen verbreitet. Diese schwören auf die leichten, kleinen Top-Modelle. Mit der X-Pro 2 und T-T2 wurden soviel verbessert, daß beide Kameras kaum noch Wünsche an Berufsfotografen offen lassen.

Ein paar Schwachpunkte hat das Fuji-System derzeit noch. Zwar gibt es inzwischen bereits ein paar Elektronenblitzgeräte zur Auswahl. Die Blitztechnik ist allerdings noch nicht auf dem technischen Stand anderer Markenhersteller. Für Modefotografen fehlt noch die HSS-Funktion. Blitzen mit kürzesten Verschlußzeiten bei offener Blende, um ein Motiv auch mit Blitzlicht gut freistellen zu können. Daran wird derzeit durch ein Firmware-Update gearbeitet. Berufsfotografen nutzen oft mehrere Blitzgeräte gleichzeitig. Hier gibt es leider noch keinen 100%igen kabellosen Fernauslöser. Die wenigsten Zubehör-Hersteller haben bisher Fuji im Blick.

Die Objektivauswahl ist derzeit ganz gut. Die meisten Objektive sind in guter bis hervorragender Qualität. Das Objektiv-Sortiment wird fast jährlich mit neuen Brennweiten-Bereichen ergänzt. Auch von einigen Fremdherstellern gibt es Objektive für das Fuji X-System. Von Zeiss, Samyang und ein paar Nischenanbietern aus China und Europa gibt es ein paar lichtstarke Spezial-Objektive. Allerdings bietet derzeit kein Fremdhersteller aktuelle Firmware für die Fuji-Objektive an!

Da das Fuji-Bajonett ein sehr niedriges Auflagemaß hat, kann man sehr viele Objektive anderer Hersteller adaptieren. Für Leica M-Objektive gibt es einen Fuji-Adapter, der einige Funktionen an die Kamera-Elektronik übermittelt. Alle anderen Objektiv-Adapter können nicht mit der Kamera Informationen austauschen. Dennoch kann man auch viele alte anlage Objektive verwenden. Ein adaptierbares Objektiv sollte einen Blendenring haben, damit man die gewünschte Blende auch einstellen kann.

Mein Fazit:

Die Fujifilm X-T2 ist inzwischen die Kamera erster Wahl für mich geworden. Viel leichter und viel kleiner und dennoch liegt sie sehr gut in der Hand! Viel Kamera auf wenig Platz haben die Fuji-Ingenieure in das Gehäuse gepackt. Die X-T2 ist von den Möglichkeiten in etwas mit der Nikon D750 vergleichbar. Wenn man allerdings noch die Gewichtseinsparungen bei den Objektiven dazu rechnet, will man keine Nikon mehr. Die Qualität der Aufnahmen ist vergleichbar.

Als Umsteiger von einer DSLR auf eine Systemkamera muß man sich gewisse Zeit einarbeiten. Aber das dürfte auch bei einem anderen Systemwechsel der Fall sein. Nach der Gewöhnungszeit macht das Arbeiten mit der X-T2 großen Spaß!

Wer auf Fuji umsteigt und in RAW fotografiert wird sich auch in dem Bereich Bildbearbeitung umstellen müßen. Bearbeitungen müssen feiner dosiert werden. Die Grundschärfe ist bereits sehr hoch. Ein überschärfen ist bei der Bearbeitung leicht möglich. Aber das sieht man ja vorher auf dem Monitor und ist lediglich Übungssache.

Elektronische Display´s oder Sucher haben heute kaum noch Nachteile gegenüber einem Prismensucher einer DSLR. Wer für manche Fotoaufgaben kein Live-View möchte, kauft sich eine Kamera, wo dies abstellbar ist. Gerade im Fotostudio ist dies sogar ein muß. Es soll sogar Fotografen geben, die sich lieber auf die Tonwertskala als auf das mutmasslich vorentwickelte Bild im Live-View, verlassen wollen. Auch solche Anforderungen können bei der X-T2 Live-View einfach abgestellt werden.

Meine Nikon D610 darf vorerst bleiben. Mit dem PC 45mm Tilt-Shift-Objektiv kommt sie weiterhin für Fotoaufgaben im Fotostudio zum Einsatz. Das 105 mm Makro von Nikon werde ich auch noch behalten. Auch für Studio-Aufnahmen. Mein altes Nikon AF-D 180mm behalte ich für die Fuji! Mit Adapter habe ich damit ein lichtstarkes 270mm an der X-T2. Die anderen Nikon-Objektive werde ich in den nächsten Wochen verkaufen.

Damit es keine Mißverständnisse gibt: Nein, ich werde weder von Fuji noch von Nikon gesponsert. Das sind lediglich meine persönlichen Erfahrungen mit beiden Kamera-Systemen. Ich bin mir auch sicher, daß Fuji einige der wenigen Schwachpunkte des Systems optimieren wird. Der Sprung auf die letzten Kamera-Generation war ein Quantensprung. Die Vielzahl der Verbesserung wurde am Bedarf der Fotografieren orientiert und umgesetzt.

Mir macht das Fotografieren mit der X-T2 riesigen Spaß. Sie ist leicht und handlich. Man kann, wie zu analogen Zeiten, bestimmte Einstellwerte durch Drehräder an der Kamera wählen und korrigieren. Das Gehäuse ist sehr robust und gegen Feuchtigkeit abgedichtet. Mich wundert es nicht, daß immer mehr Fotografen sich für das Fuji-Kamerasystem entschieden haben.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

Ein Kommentar zu Meine ersten Eindrücke von der Fuji X-T2

  1. Heinz schrieb:

    Toller Bericht, vielen Dank !
    Mir ist auch schon lange die Lust vergangen, das ganze große DLSR-Zeug herumzuschleppen…der Artikel macht Lust auf mehr !
    Liebe Grüße aus Wien

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.