Bessere Fotos mit einem Verlauffilter?

Verlaufsfilter haben sich in den letzten Jahren zu eine meiner Lieblingsfilter gemausert.

Inzwischen habe ich eine im Sinne des Wortes bunte Sammlung an verschiedenen Grauabstufungen und Farbtönungen.

Nun trift nicht wirklich jede Farbtönung und Intensität meinen Geschmack.

Aber das kann im Prinzip jeder halten und nutzen wie er will. Hauptsache man erhält das Ergebnis was man sich vorgestellt hat.

Verlauffilter

Verlauffilter

Was bringt so ein Verlauffilter überhaupt? Einfach gesagt ist die eine Hälfte des Filters farblich neutral und die andere ist in einer Farbe oder Tönung eingefärbt. Wenn der Filter direkt vor der Frontlinse befestigt wird entsteht durch die daraus resutlierende Unschärfe eine weicher Farbverlauf. Verlauffilter oder bei farbigen auch Farbverlauffilter genannt.

Nun gibt es hier auch unterschiedliche Lösungen und Anbieter aus dem Fotomarkt. Nur welcher oder welches ist hier das beste System? Auch hier gibt es viele für und wieder. Sehr verbreitet ist das Cokin-Filtersystem welches auch ich einsetze. Von Cokin gibt es zwei Systeme. A für Amateur. Hier gibt es Adapter bis 62 mm² Ojbektivdurchmesser. Das System P für Profi ist bis zu 82 mm² adaptierbar. Heute würde ich nur noch das P-System empfehlen da meistens mit den fotografischen Ansprüchen auch die Ausrüstung wächst und irgendwann braucht man dann doch für ein Objektiv einen größeren Durchmesser. Dann ist das A-System zu klein und man darf alles noch einmal neu kaufen. Die P sind gegenüber den A nur geringfügig teurer. Wie sieht das Cokin-System aus? Einfach das Foto auf der linke Seite betrachten. Man braucht einen Filterhalter mit dem man bis zu 3 Filterscheiben benutzen kann. Je einen Filteradapter für die jeweiligen Objektivdurchmesser und die gewünschten Filterscheiben. Manche behaupten der Nachteil sei das die Filterscheiben aus Kunststoff sind und somit leicht verkratzen würden und Kunststoff gegenüber hochwertigem Glas die Bildqualität reduzieren würden.

Ja, verkratzen kann der Filter. Aber wer sorgsam mit ihm umgeht wird sehr lange Freude an solchen Verlauffiltern haben.
Ja, Kunststoff kann die optische Qualität reduzieren. Ich konnte bisher keine qualitativen Einbussen feststellen.

Andere Systeme gibt es von Lee einem amerikanischen Filter-Hersteller. Das System ist ähnlich wie das von Cokin aber auch hochwertiger und spürbar teurer. Es ist auch hervorragend bis zur Großformatkamera einsetzbar!

Von Cokin gibt es inzwischen auch ein größeres System das PRO. Dies ist ähnlich hochpreisig wie das von Lee. Für den Hobbyfotografen dürfte es aber aus Kostengründen meist aus dem Rennen fallen.  Und die Auswahl ist nicht ganz so umfangreich wei beim Lee-Filtersystem.

Ja, und dann gibt es noch vereinzelt Filterhersteller wie B+W die einen klassischen Verlauffilter mit Schraubgewinde für das Objektiv anbieten. B+W bietet diese in unterschiedlichen Farbtönen und Grauabstufungen bis zu 77 mm² Filterdurchmesser an. Durch die Verwendung hochwertiger optischer Gläser sind die B+W Filter sehr hochwertig. Allerdings auch eine sehr teure Lösung.

Mit Adobe Photoshop oder Lightroom kann man inzwischen auch allerdings nachträglich einen Verlauffilter in ein Foto einfügen. Ich persönlich favorisiere aber immer eine perfekte Aufnahme, da jede Nacharbeit mit viel Zeitaufwand verbunden ist. Wer am Computer ein Bild nacharbeiten muß hat meist bei der Aufnahme geschluddert.

Welches System man nimmt ist jedem selbst überlassen.

Aber kommen wir nun endlich zu einigen praktischen Beispielen. Das nächste Foto ist ohne Verlauffilter aufgenommen worden:

Foto ohne Verlauffilter

Foto ohne Verlauffilter

Und zum Vergleich ist das nächste Foto vom selben Motiv mit einen grauen Verlauffilter aufgenommen worden. Wie man sieht erhält man dadurch wesentlich mehr Zeichnung und Details in die Wolken und den Himmel. Insbsondere bei bewölktem Himmel ist der Kontrast zu hoch um in einer Landschaft oder einem Gebäude überall Zeichnung und eine korrekte Belichtung zu bekommen. Ein Bildbereich wird immer überbelichtet oder unterbelichtet sein. Mit einem grauen Verlauffilter wird der Kontrast ausgeglichen. Deswegen gibt es die grauen Verlauffilter in verschiednen Stärken.

Foto mit Verlauffilter

Foto mit Verlauffilter

Nun sind die Beispielfotos sicherlich kein fotografisches Highlight. Deswegen zeige ich hier noch weitere Fotos die alle mit einem Verlauffilter aufgenommen wurden.

Dunkle Wolken über einem Fjord

Dunkle Wolken über einem Fjord

Ohne einen Graufilter wären die Wolken über dem Fjord in Norwegen verwaschen. Durch den Filter wirken die Wolken auch viel bedrohlicher und die Bildaussage wird ins dramatische gesteigert.

Burgruine Landshut

Burgruine Landshut

Die Burgruine Landshut an der Mosel wurde mit einem blauen Verlauffilter aufgenommen. Ohne würde man nur einen langweiligen weißen Himmel ohne Zeichnung sehen. Das Fotomotiv würde sehr langweilig wirken. Mit blauem Himmel wirkt das Motiv gleich frischer.

Mosellschleife

Mosellschleife

Auch bei diesem Foto von der Moselschleife bei Bremm wurde für den Himmel ein blauer Verlauffilter eingesetzt. Ohne Filter wären die Wolken zu farblos und überbelichtet. Nun haben wir einen schönen blauen Himmel und Zeichnung in den Wolken. Ein Foto das so häufig bei Fotoagenturen verkauft wird!

Fazit:
Ein farbiger Verlauffilter bringt mehr Stimmung in eine Foto. Ein grauer Verlauffilter gleicht einen hohen Kontrast aus und bringt mehr Zeichnung in zu helle Bildbereiche. Interessant kann auch der Einsatz von zwei versetzten Farbverlauffiltern sein. Man kreiert somit ein zweifarbiges Bild.


Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen. Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

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