Praxistest Fujifilm XF 80mm 1:2,8 R LM OIS WR Makro

Eigentlich habe ich bereits das XF 90 von Fuji. Dieses eignet sich allerdings weniger gut für Nahaufnahmen. Für den Nahbereich nutze ich meist das XF 60 Makro. Hin und wieder fehlt es mir allerdings an Brennweite beim 60er. Sei es um besser Freistellen zu können. Sei es um bei kleinen Tieren einen größeren Aufnahmeabstand zu haben.

Fuji XF 80 mm 1:2,8 R LM OIS WR Macro
Fuji XF 80 mm 1:2,8 R LM OIS WR Macro

Als das XF 80 mm Makro auf den Markt kam, schaute ich mir die technischen Daten erst einmal an.

Technische Daten Fujifilm XF 80mm 1:2,8

  • 16 Linsenelemente in 12 Gruppen, davon 1 asphärische Linse, 3 Super-ED-Linsen und 1 ED-Linse
  • Größte Blende 2,8
  • Kleinste Blende 22
  • Abbildungsmaßstab 1:1
  • Innenfokusierung
  • Bildstabilisiator
  • Wasser und Staubgeschützt
  • XF1.4X TC WR und XF2,0X TC WR Telekonverter können genutzt werden
  • Schnelle und leiste Autofokusierung durch 1 Linear-Motor
  • Gewicht 750 g
  • Objektivdurchmesser 62 mm

Da ich damals das 90er und 60er hatte, dachte ich, daß das Objektiv keinen zusätzlichen Nutzen für mich bringen würde. Mit der Zeit merkte ich allerdings das 90er und 60er nicht für alle Fotoaufgaben optimal waren.

Vielleicht ist ein Bildstabilisator für manche Nahaufnahmen doch eine Hilfe? Vielleicht eröffnet der höhere Brennweitenbereich als beim 60er doch weitere Möglichkeit für andere Motive?

Vorteile Fujifilm XF 80mm 1:2,8

  • Sehr gute optische Qualität
  • Innenfokusierung
  • Bildstabilisator
  • Wasser und Staubgeschützt
  • kann mit Telekonvertern kombiniert werden
  • Schneller und leiser Autofokus

Ja, ich habe das Objektiv nach Abwägung vieler Pro und Contras gekauft. Da die meisten meiner Motive im Nahbereich liegen, ist das XF 80 für mich eine sinnvolle Ergänzung. Inzwischen wird das XF 90 kaum noch genutzt. Portraits ist nicht mein Schwerpunkt. Wahrscheinlich werde ich deswegen das 90er verkaufen, da das XF 80 dieses überwiegend ersetzt. Zwar ist es um ca. 200 g schwerer, bietet dafür aber weitere technische Möglichkeiten. Korrektur: Inzwischen habe ich einige Male auch wieder mit dem XF 90 mm fotografiert. Das geringere Gewicht und die bessere Lichtstärke haben auch ihre Vorteile gegenüber dem 80er. In manchen Situationen hat das Vorteile. Nach diesen Erfahrungen dürfen beide Objektive bleiben, da jedes für bestimmte Aufnahmesituationen Stärken hat.

Tagpfauenauge mit XF 80 mm
Tagpfauenauge mit XF 80 mm

Insbesondere die Qualität des Bildstabilisator am 80er hat mich gleich begeistert. Der Wasser- und Staubschutz ist für mich bisher nicht von Belang. Aber Outdoor-Fotografen werden dies zu schätzen wissen. Die Innenfokusierung hat wie immer Vor- und Nachteile. Bei der Fotografie von kleinen Tierchen verändert sich die Frontlinse nicht. Dadurch wird ein Erschrecken eines Tiermotives reduziert. Auf der anderen Seite ist durch diese Konstruktion das Objektiv auch im unbenutzten Zustand größer bzw. länger. Mich stört das nicht.

Feigenkaktus mit XF 80 mm
Feigenkaktus mit XF 80 mm

Die Schärfeleistung ist bei dem Objektiv hervorragend. Nicht nur im Nahbereich. Auch für andere Aufnahmen ist es exzellent einsetzbar. Insbesondere durch den Bildstabilisator werden die Anwendungsmöglichkeiten spürbar erweitert.

Wespe mit XF 80 mm aufgenommen
Wespe mit XF 80 mm aufgenommen

Warum ist es ein Vorteil, daß man auch Telekonverter verwenden kann? Weil das nicht bei jedem Fuji XF Objektiv möglich ist. Durch die kleine Bauweise, kann man nicht bei jedem Objektiv einen Telekonverter verweden. Beim XF 80er ist das möglich. So kann es gerade für scheue Kleintiere noch weiter optmieriert werden. Mit Telekonverter lässt sich der Aufnahmeabstand noch erweitern. Die Fluchtdistanz kann erhöht werden. Nachteil ist eine geringe Verminderung der optischen Qualität. Auch der Blendenwert der offenen Blende wird um Faktor 1,4 oder 2,0 vermindert. Die Folge ist dadurch auch ein langsamerer Autofokus.

Nachteile Fujifilm XF 80mm 1:2,8

  • Preis?

Mit rund 1200 – 1300 € kein günstiges Objektiv. Ich finden den Preis in Ordnung, da es aus meiner Sicht bisher keine Kritikpunkte gibt. Von anderen Herstellern gibt es mit Fuji X-Anschluß kein günstigeres Makro-Objektiv mit dieser technischen Ausstattung und optischen Qualität.

Fazit Fujifilm XF 80mm 1:2,8

Für mich, im Fotostudio und für Makrofotos von kleinen Tieren, das perfekte Objektiv. Dank der verwendbaren Telekonverter kann man es noch bei der Insektenfotografie an weitere Aufgaben anpassen.

Eine hervorragende optische Qualität im robusten Wasser und Staubgeschützten Gehäuse. Der Bildstabilisator kann bis zu 5 Lichtstufen ausgleichen! Damit erhält man viel öfter unverwackelte Aufnahmen als ohne Bildstabilisator. Als praktischer Vergleich dient mir hier das Nikon 105 AF-S mit D610. Beim Nikon-Objektiv war der Bildstabilisator nicht annäherend so gut wie hier beim Fuji XF 80 mit der X-T2.

Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethystina)
Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethystina)

Das Objektiv eignet sich nicht nur für Nahaufnahmen. Auch jede andere Art von Motiven kann man damit hervorragend realisieren. Wer allerdings in erster Linie damit Portraits und People fotografieren möchte, dem würde ich eher zum XF 90 / 2,0 raten, da hier der Autokus noch einen Tick schneller ist und das Gewicht geringer ist.

Leave a Reply