Praxistest AF-S Nikkor 70-200 mm 1:2,8 GII ED

Über 20 Jahre war das Nikon AF-D 2,8/180 mm ED eines meiner Lieblingsobjektive von Nikon.

Für ein Tele noch recht leicht und handlich.

Und vor allem mit einer hervorragenden optischen Qualität.

Ein treuer Wegbegleiter bei Sportfotos und Tierfotos. Mit einigen Fotos, die mit dem Objektiv entstanden, habe ich Fotowettbewerbe gewonnen.

Auch eine Leica M7 war darunter 😉

Inzwischen ist das Objektiv nach über 2 Jahrzehnten in die Jahre gekommen. Auch in der Objektivtechnik hat sich einiges getan.

Die mechanische Focusierung des AF-D war bei schnell bewegten Motiven öfter mal zu langsam. Solche Motive waren schwer festzuhalten. Und wenn, dann war es ein großer Zufall, wenn man diese auf den Punkt scharf erwischte.

Als Nachfolger kaufte ich mir das AF-S Nikkor 70-200mm 2,8 GII ED.

Als AF-S-Objektiv mit Silent-Wave-Motor für die Focusierung sollte es schneller focusieren können? Ein Bildstabilisator ist sicherlich auch manchmal von Vorteil?

AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II Tele-Zoom

AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II Tele-Zoom

Technische Daten Nikon AF-S Nikkor 70-200mm 1:2,8 GII ED

  • Brennweite von 70 bis 200 mm
  • Lichtstärke 1:2,8
  • Kleinste Blende 22
  • 21 Linsen in 16 Gruppen (davon sieben ED-Glaslinsen und einige mit Nanokristallvergütung)
  • Bildwinkel 34° 20′ bis 12° 20′ (22° 50′ bis 8° bei Nikon-DX-Format)
  • Naheinstellung bis 1,4 m über den gesamten Brennweitenbereich
  • Maximaler Abbildungsmaßstab 1:8.3
  • Abmessungen ca. 87 x 205,5 mm
  • Gewicht ca. 1.540 g
  • Mitgeliefertes Zubehör: Vorderer Objektivdeckel mit Schnappverschluss LC-77 (77 mm), hinterer Objektivdeckel LF-1, Bajonett-Gegenlichtblende HB-48, Objektivbeutel CL-M2

Mit 1,5 Kg wiegt das Tele-Zoom mehr als doppelt soviel wie mein Vorgänger 180er. Das spürt man auch schnell. Im Fotostudio habe ich beim ersten Einsatz bereits nach einigen Minuten Frei-Hand-Fotografieren den ersten Schwächeanfall in den Armen bekommen.

Seitdem setze ich es meist mit Einbeinstativ oder da wo möglich mit Dreibeinstativ ein. Die mitgelieferte Statisschelle ist hervorragend verarbeitet und gewährleistet einen stabilen Stand auf einem Stativ. In Verbindung mit einem stabilen Kugelkopf kann man sich komplett auf das Fotografieren konzentrieren.

AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II

AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II

Für einen Spaziergang ist es mir allerdings zu unhandlich. Meist verzichte ich dann auf dieses Objektiv. Auch beim Bergwandern ist es mir zur klobig, weswegen ich darauf verzichte. Aber das halten andere Fotografen vielleicht anders?

In Verbindung mit einem Stativ macht es aber richtig Spaß mit diesem Objektiv zu fotografieren. Der Autofocus ist sehr schnell und dank dem Silent-Wave-Motor sehr leise.

Die Antiwackel-Mechanik, erlaubt bis zu 3x längere Verschlußzeiten aus der freien Hand. Die optische Qualität ist bei 70 mm bereits bei offener Blende hervorragend! Im Telebereich läßt sie etwas nach. Das ist aber bei solchen Zoom-Brennweiten konstruktiv bedingt und üblich. Durch abblenden verbessert sich auch im oberen Telebereich die Schärfe spürbar.

Mit 200 mm Brennweite aufgenommen

Mit 200 mm Brennweite aufgenommen

Den Swimming-Pool habe ich mit 200mm Brennweite aufgenommen. Der Holzsteg ist knackescharf. Was will man mehr?

Die Auflösung wurde bei diesem Modell auch für FX-Kameras optimiert. Das merkt man deutlich. Auch mit meiner Nikon D610 kann ich keinen Abfall bei der Schärfe feststellen.

Auch die VR-Funktion gegen Verwacklungen ist ganz brauchbar. Ein bis drei Verschlußzeiten länger kann man damit noch aus der Freien Hand verwacklungsfrei belichten.

Vorteile Nikon AF-S Nikkor 70-200mm 1:2,8 GII ED

  • Bildstabilisator VR II erlaubt mit längerer Verschlußzeit verwacklungsfreie Fotos
  • Sehr gute optische Qualität und Schärfeleistung
  • Silent-Wave-Motor für schnellen und leisen Autofocus
  • Nanokristallvergütung reduziert Geisterbilder bei Gegen- und Seitenlicht
  • Sofortige manuelle Focusierung im Autofokusbetrieb möglich
  • Flexibleres fotografieren auf Grund des Zoombereiches
  • Bedienelemte sind sehr intuitiv angebracht

Nachteile Nikon AF-S Nikkor 70-200mm 1:2,8 GII ED

  • Mit 1,5 Kg nicht mehr so leicht. Wenigstens ein Einbeinstativ erleichtert das Arbeiten
  • Unhandlicher als eine Festbrennweite
  • Hoher Preis ca. 1700 – 2000 €

Fazit Nikon AF-S Nikkor 70-200mm 1:2,8 GII ED

Lange habe ich überlegt ob ich soviel Geld für ein Tele-Zoom ausgeben soll?

Für manche Einsätze hat es auch Nachteile. Es ist relativ schwer und unhandlich.

Wenn man sich aber an den Umgang mit Einbeinstativ gewöhnt hat, macht das Tele-Zoom richtig Spaß! Tolle knackige Schärfe. Ein Referenz-Objektiv in diesem Brennweitenbereich!

Sehr gut gefällt mir auch die Anordnung der Bedienelemente. Auch beim ersten Arbeiten war alles dort wo ich es erwartet habe. Ein Einarbeiten war kaum erforderlich. Lediglich die Einstellungen des VR-Modus machte für den gezielten Einsatz einen Blick in die Anleitung erforderlich.

Bei bewegten Motiven ist die Trefferquote, auf Grund der schnellen Focusierung, wesentlich höher.

Ein Standart-Tele-Zoom für jeden Sport- und Tierfotografen. Aber auch für viele andere Fotomotive auf Grund seiner optischen Qualität einsetzbar. Ein echtes Spaß-Objektiv.

Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen.Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

2 Kommentare zu Praxistest AF-S Nikkor 70-200 mm 1:2,8 GII ED

  1. Sam schrieb:

    Ich hab ebenfalls beide, das 180mm f/2.8 und das 70-200mm f/2.8 und ich nehme das große Objektiv auch nur dann mit, wenn ich von Stativ aus arbeiten kann.
    Stattdessen überlege ich mir jetzt das neue 300mm f/4 zuzulegen, das ja für diese Brennweite klein und leicht ist.

  2. Pascal schrieb:

    Ich bin schon längers am überlegen, ob ich mir das 70-200er 2.8 ebenfalls zulege. Schliesslich sanken in den letzten Wochen auch ein wenig die Preise.

    Aufgrund dessen, dass der Telebereich bei mir verhältnismässig selten zum Einsatz kommt, warte ich jedoch noch zu und verbleibe für die Einsätze beim wesentlich leichteren (und auch weicheren) 70-300mm von Nikon. Nichts desto trotz werde ich früher oder später das „Upgrade“ wagen und das weiter 70-300mm als Reisezoom behalten.

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