Praxistest AF-S Micro Nikkor 105 mm 1:2,8 G ED N VR

Im analogen Fotografie-Zeitalter habe ich schon sehr gerne mit dem Nikon Micro-Nikkor 2,8/55 mm fotografiert.

Knackescharf und keine sichtbaren Verzeichnungen.

Dieses wurde nach 15 Jahren vom AF-D 2,8/60 mm abgelost. Der Autofocus war bei manchen Motiven eine Erleichterung. Im Nahbereich ist er aber oft nervig und hinderlich. Zu langsam und zu langer Focusierweg bis er das Motiv gefunden hatte.

Aber dazu konnte man das Objektiv auch auf manuelle Focusierung umstellen.

Den Großteil meiner Food-Fotografien habe ich mit diesem Makro-Objektiv gemacht.

Beim DX-Aufnahmeformat fehlte mir aber oft ein Tick an Freistellungsmöglichkeit. Zu oft war mir zu oft zuviel zu scharf! Gut. Die meisten Food-Foto-Kunden wollen das so.

Meinem Geschmack entsprachen solche Motive weniger. Ich mag da lieber einen unscharf verschwommenen Vorder- und oder Hintergund.

Mit dem Kauf der Nikon D610 gönnte ich mir dann endlich das AF-S Micro Nikkor 105 mm.

Nun kann ich endlich auch meinen Geschmack fotografisch besser umsetzen.

AF-S VR Micro-Nikkor 105 mm 1:2,8G IF-ED

AF-S VR Micro-Nikkor 105 mm 1:2,8G IF-ED

Aber das Objektiv wird nicht nur im Fotostudio eingesetzt.

Beeren auf einer Gabel

Beeren auf einer Gabel

Mit dem eingebauten VR-Bildstabilisator ist es auch für Nahaufnahmen im Freien sehr gut geeignet. Die ED-Linse sorgt für eine tolle Brillanz und einen knackigen Schärfeeindruck.

Verwelktes Blatt

Verwelktes Blatt

Man kann mit Autofocus oder manuell focusieren. Durch den Ultraschallmotor kann man auch manuell in den Autofocus korrigierend eingreifen.

Nach einem halben Jahr liebe ich dieses Objektiv und setze es sehr häufig ein.

Sowohl im Fotostudio als auch im Außenbereich liefert es eine tolle Bildqualität.

Technische Daten Nikon AF-S Micro Nikkor 105 mm 1:2,8 G ED:

  • Brennweite von 105 mm
  • Lichtstärke 1:2,8
  • Kleinste Blende 32
  • 14 Linsen in 12 Gruppen (davon eine ED-Glaslinse und Linsen mit Nanokristallvergütung)
  • Naheinstellgrenze 0,314 m
  • 9 abergundete Blendenlamellen
  • 62 mm Filtergewinde
  • Gewicht ca. 750 g
  • mit Objektivdeckel, Objektiv-Rückdeckel und Objektivbeutel CL-1020
AF-S VR Micro-Nikkor 105 mm 1:2,8G IF-ED Makro-Objektiv

AF-S VR Micro-Nikkor 105 mm 1:2,8G IF-ED Makro-Objektiv

Vorteile Nikon AF-S Micro Nikkor 105 mm 1:2,8 G ED

  • Sehr gute optische Qualität (ED-Glas + Nano-Kristall-Vergütung)
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Schneller Autofocus
  • Manuelle Focusierung
  • Schneller Ultraschallmotor mit manueller Korrektur-Möglichkeit im Autofocus-Betrieb
  • VR-Stabilisator zur Vermeidung von Verwacklungen

Nachteile Nikon AF-S Micro Nikkor 105 mm 1:2,8 G ED

  • Im Vergleich zu Fremdfabrikaten teurer

Fazit Nikon AF-S Micro Nikkor 105 mm 1:2,8 G ED

Ich mag das Objektiv sehr. Es hat einen schnellen Autofocus. Aber auch manuell ist der Feintrieb schnell und exakt focusierbar.

Der Bildstabilisator ist hervorragend. Mit ihm kann man noch bei längeren Verschlußzeiten verwacklungsfreie Frei-Hand-Aufnahmen realisieren.

Die ED-Linse und Nano-Kristall-Vergütung sorgen für hervorragende optische Qualität. Ein Konrastreiches Bild mit knackiger Schärfe. So wie man es sich von einem Makro-Objektiv wünscht.

Durch die abgerundeten Blendenlamellen hat das Objektiv auch ein schönes Bokeh. Das ist zwar eine Kleinigkeit. Diese macht aber daraus ein herovrragendes Objektiv. Für manchen Bokeh-Fan sogar ein perfektes Objektiv.

Zum meckern konnte ich nichts finden. Den höheren Preis als bei Fremdfabrikaten empfinde ich als gerechtfertigt. Andere werden es als teuer empfinden. Klar ist es teurer. Dafür ist es ja auch ein Nikon-Objektiv.

Wer ein sehr gutes Makro-Objektiv sucht, mit dem er besser freistellen kann, als mit einem 50er oder 60er, oder einen etwas grösseren Aufnahmeabstand benötigt, dürfte mit diesem hervorragenden Objektiv viel Spaß haben.

Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen.Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

7 Kommentare zu Praxistest AF-S Micro Nikkor 105 mm 1:2,8 G ED N VR

  1. Jochen schrieb:

    Hallo Bernd,
    ich liebäugle auch schon lange mit dem Makro. Ich werde mir aber eher die günstigere Alternative von Sigma oder Tamron anschaffen.

    Was mich aber von einer fixen Brennweite abhält ist nicht der Preis, sondern die Angst andauernd mit dem Stativ herum rutschen zu müssen, weil ich nicht zoomen kann. Ich hab auch nicht viel Platz hinter meinem Fototisch.

    Wie sind da deine Erfahrungen?

    lg
    Jochen

  2. Norbert Lehner schrieb:

    Hi,

    knapper, aber guter Bericht. Aber diesen Satz habe ich nicht verstanden: „Schneller Ultraschallmotor für manuelle Focusierung im Autofocus-Betrieb“

    Im manuellen Betrieb ist die Schnelligkeit des AFs bedeutungslos. Häää??

  3. Bernd schrieb:

    Hallo Norbert,

    Text ist missverständlich. Habe ich wie folgt geändert:
    Schneller Ultraschallmotor mit manueller Korrektur-Möglichkeit im Autofocus-Betrieb

    Das Objektiv kann man im Autofocus oder manuellen Modus einsetzen.
    Im Autofocus kann man bei Schnappschüßen auch manuell korrigieren.
    Das geht nur bei Objektiven mit Ultraschallmotoren, bei Nikon Silent Wave Motor, da diese kein Getriebe haben. Bei Objektiven die über Getriebe oder Zahnräder focusiert werden, könnten diese bei manueller Korrektur im Autofocusbetrieb beschädigt werden.

  4. Bernd schrieb:

    Hallo Jochen,

    das ist in erster Linie Gewohnheitssache.
    Als ich mit fotografieren angefangen habe, gab es kaum Zoom-Objektive.
    Daher bin ich Festbrennweiten gewohnt.
    Bei meinen Foodfotos im Studio sehe ich keinen Nachteil gegenüber einem Zoom.
    Im Gegenteil. Die optische Qualität ist bei Festbrennweiten meist besser und der Bildausschnitt ist auch mit einem Stativ meist schnell passend ausgewählt.
    Zudem haben die meisten Zooms keine so gute Naheinstellmöglichkeit und sind selten für den Nahbereich optimal korrigiert.

    Ein Zoom nutze ich im Fotostudio nur, wenn ich schnell den Bildausschnitt ändern muß.
    Bei statischen Motiven hat man alle Zeit um dies auch mit einem Stativ zu machen.

  5. Jochen schrieb:

    Kannst du mir bitte noch die Entfernung zu einem etwas 20×20 cm großen Objekt nennen? So ungefähr…

    PS: Es wäre toll, wenn man die Kommentare hier abonnieren könnte. Sonst brechen die Diskussionen immer ab. Ich nutze dafür Jetpack. Früher hab ich Subscribe to Comments verwendet.

    lg
    Jochen

  6. Bernd schrieb:

    Hallo Jochen,

    wenn du es Formatfüllend aufnehmen möchtest sind das ca. 84 cm Abstand zur Frontlinse oder ca. 104 cm auf die Chip-Ebene.
    Habe ich gerade frei mit Meterstab gemessen. Kann also den ein oder anderen Zentimeter schwanken.

    Danke für den Hinweis mit den Plugins.
    Werde mir diese mal näher anschauen 😉

    Schönen Gruß
    Bernd

  7. Jochen schrieb:

    Danke! Auf den cm kommts nicht an, aber damit bekomme ich schon mal ein Gefühl.

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