Die Einrichtung und ersten fotografischen Schritte im eigenen Fotostudio(le)

Im Dezember habe ich meinen Entschluß, ein eigenes Fotostudio in den eigenen vier Wänden, in die Tat umgesetzt. Allerdings sind die räumlichen Möglichkeiten sehr bescheiden. So gesehen kann man eigentlich nur von einem Studiole (schwäbische  verniedlichte Redeform für alles kleine 😉 )

Für die Hintergrundaufhängung kam nur eine Wand in meinem Arbeitszimmer in Frage. Die Wand ist 2,30 m lang. Der erfahrene Studiofotograf sieht hier schon die erste Hürde auf sich zukommen, da die Standardlänge für Papierhintergründe 2,70 m ist. Kein Problem. Nach 4 Jahren Berufserfahrung im Fotogroßhandel wusste ich mir zu helfen.

Der Hintergrund wurde mit einem Fuchsschwanz kurzerhand auf 2 m Länge gekürzt. Am besten geht dies wenn der Hintergrund noch im Originalkarton mit Folie verpackt ist. Da verrutscht dann nichts. Warum habe ich nicht auf 2,30 m gekürzt? Ganz einfach. Die Hintergrundaufhängung braucht auch noch Spielraum, damit sie überhaupt mit 2 m Hintergrund einhängen kann.

Planung Fotostudio

Planung Fotostudio

Auf dem Foto sieht man links die Hintergrundaufhängung, welche an der Wand montiert wird. Rechts sind die Einsteckachsen für den Hintergrund mit Abrollvorrichtung.

Vorbereitung der Installation für das Fotostudio

Vorbereitung der Installation für das Fotostudio

Auf dem zweiten Foto sieht man den in der Länge angepassten Hintergrundkarton, der bereits mit beiden Aufhängungen ausgestattet wurde. Dies werden durch die äußeren Schrauben in einen hohlen Pappkern geklemmt, wodurch sie sehr fest sitzen. Und aufgehängt wird das ganze auf dem nächsten Foto:

Montage Hintergrundhalterung

Montage Hintergrundhalterung

Für einen Profi mit der mobilaren Einschränkung sicherlich ein suboptimales Fotostudiole. Ich bin allerdings der Meinung, lieber ein kleines als keines. Für Portraits reicht es auf jeden Fall.

Seitdem gab es auch die ersten Shootings. Einige Selbstportraits, Detailaufnahmen und Lichtaufbauten wurden getestet. Bei jedem Shooting gab es den ein oder anderen Fehler, aus dem man lernt. So wird jedes neue Shooting feiner und besser im Ergebnis.

Vor jedem Fotoshooting steht erst mal eine Testaufnahme (unbearbeitet) mit Graukarte:

Selbstportrait mit Graukarte

Selbstportrait mit Graukarte

Wozu?
Reicht da nicht eine korrekt Belichtungsmessung aus?
Wenn man immer den gleichen Lichtaufbau mit extrem teurer Blitzlichtanlage nutzt ist dies durchaus eine denkbare Möglichkeit.

Aber jede Lichtquelle hat eine veränderliche Farbtemperatur. Mit der Lebensdauer verändert sich diese für das menschliche Auge kaum sichtbar. Der Film oder der Aufnahmechip zeigt dies allerdings unverblümt auf einem Foto. Der ist sozusagen unbestechlich.

Und mit der Graukarte kann man dann am Monitor die richtige Helligkeit und Kontrast über einen RAW-Konverter einstellen. Auf dem Grauton sieht man auch sehr gut einen Farbstich und kann diesen ebenfalls gleich beseitigen. Diese Grundeinstellung kann man danach auf die komplette Fotoserie übertragen. So zumindest mein Workflow. Wenn man einen oder verschiedene wiederkehrende Lichtaufbauten einsetzt, kann man sich auch entsprechendes Korrekturprofil hinterlegen. So ist es zumindest in Lightroom möglich. Dieses Korrekturprofil kann man dann gleich beim übertragen der Bilddateien anhängen, sodaß die Bilddateien gleich korrigiert werden.

Inzwischen war ich ganz schön fleissig und habe an den letzten Wochenenden einiges im Mini-Studio belichtet. Die Bildagenturen habe ich seitdem mit über 70 neuen Stockfotos beliefern können. So habe ich in ein paar Wochen bei einigen Bildagenturen die Marke von 300 Fotografien überschreiten können. Mein Ziel in diesem Jahr auf 1000 Fotografien bei den größeren Bildagenturen zu kommen, ist doch nicht so abwegig wie ich zu erst dachte.

Wenn die Bilder technisch sauber fotografiert sind und sauber nachbearbeitet sind, ist bei vielen Bildagenturen die Annahmequote recht gut bis super. Bei einigen Agenturen liegt diese sogar bei fast 100%! Dies bin ich von meinen bisherigen Landschaftsfotografien nicht gewohnt. Allerdings muß man erst einmal abwarten ob sich und wie sich die neuen Motive überhaupt verkaufen?

So, genug für heute vor dem PC gehockt.
Bevor meine Augen viereckige Formen annehmen, breche ich nun ab.
Sofern es euch nicht langweilt, werde ich in den nächsten Tagen oder Wochen noch über meine ersten Shootingerfahrungen natürlich mit Ergebnissen hier schreiben?
Ein Erfahrungsbericht über die Blitzanlage ist auch irgendwann vorgesehen. Das könnte allerdings doch noch einige Wochen dauern, da noch einige Dinge getestet werden müßten.

3 Kommentare

  1. Uwe Landgraf 10. Januar 2012
  2. Bernd 10. Januar 2012
  3. Manfred 11. Januar 2012

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