Tutorial: Wie macht man einen Mini Planet?

Durch Zufall bin ich neulich auf ein Video von Jonas Ginter gestossen.

Das fand ich lustig und sehr gut gemacht. Ach so. Es handelt sich um ein 360 Grad-Video. Im Style der Mini-Planeten-Fotografie.

Er hat dafür einige Zeit getüftelt bis er mit mehreren Videokameras und einer eigenen Montage-Konstruktion das gewünschte Ergebnis erhielt.

Auf Grund des Videos wurde ich neugierig und habe mal recherchiert, wie man solche Mini-Planeten überhaupt realisiert bekommt?

Die Antwort war einfacher als ich dachte.

Mit Photoshop.

Videos wie die von Jonas Ginter werde ich allerdings keine machen.

Aber ein paar Mini-Planeten wird es in naher Zukunft schon den ein oder anderen von mir geben.

Bei meiner Recherche nach Tutorials habe ich leider immer nur halbes oder unvollständiges Wissen gefunden.

Manches musste ich auch ausprobieren, bis es meinen Vorstellungen entsprach.

Der Effekt ist auch sehr stark vom Motiv abhängig. Nicht jedes Motiv eignet sich dazu.

Am besten geeignen sind Panorma-Fotos dafür. 360-Panorama-Aufnahmen können mit passender Software relativ gut für die Gestaltung eines Mini-Planeten verwendet werden.

Auf dem Panorama sollte durchgehend der Himmel abgebildet sein.

Meine ersten Versuche habe ich mit verschiedenen Landschaftsfotos gemacht. Lasst es. Kaum ein Motiv eignet sich dazu, da es zu sehr verzerrt wird. Zudem muß man die Schnittstelle wo das Bild zusammengefügt wird meist sehr aufwändig bearbeiten. So etwas lohnt sich nur für die ersten Übungen. Richtig gute Mini-Planeten wird es nur selten geben.

Tutorial: Wie macht man einen Mini Planet #1?

Ok. Ich hatte allerdings kein Panorama. Also habe ich zu einem kleinen Trick gegriffen. Ich habe einfach das folgende Foto vom Ebnisee genommen:

Ebnisee

Ebnisee

Den Himmel habe ich in Lightroom mit einem grauen Verlaufsfilter etwas dunkler gemacht, damit er farblich der Spiegelung nahe kommt. Danach als TIFF exportiert.

In Photoshop habe ich nun eine neue Datei geöffnet. Die Länge hatte doppelt soviele Pixel wie das obige Foto.

Danach habe ich das Foto vom See auch in Photoshop geöffnet und in die neue Datei verschoben. Noch einmal zurück zum Seefoto und horizontal gespiegelt und die gespiegelte Aufnahme auch in die neue Datei verschoben.

Photoshop gleicht die Kanten zum Glück automatisch an. Nun hatte ich eine Art von Panorama-Foto. Durch die Spiegelung hält sich Bearbeitungsaufwand an den Schnittkanten in Grenzen.

Den Himmel habe ich an der Schnittstelle mit dem Ausahlwerkzeug markiert und mit dem Gausschen Weichzeichner die Kante unsichtbar gemacht. Die Spiegelung im See habe ich genauso optimiert. Davor kam noch der Stempel und der Reparatur-Pinsel zum Einsatz. Bei den Bäumen wurde die Schnittstelle nur minimal mit dem Reparatur-Pinsel und Stempel bearbeiet. Da die Bilder gespiegelt waren, war der Aufwand gering.

Danach verändert man das Bild auf ein quadratisches Format. Die lange Seite wird auf die Länge der kurzen Seite geändert.
Das Bild wird auf den Kopf gestellt und mit dem Verzerrungs-Filter Polarkoordinaten bearbeitet.

FERTIG!

Denkste. Ja, man hat bereits einen Mini-Planeten. Aber der Himmel hat in allen vier Ecken Streifen die nach aussen gehen. Alle vier Ecken werden mit dem Auswahlwerkzeug markiert. Eine weiche Auswahl wird gemacht. Wie stark hängt vom Motiv und der Auflösung ab. Und wieder mit dem gausschen Weichzeichner bearbeiten. Den Weichzeichner so stark einstellen, dass die Streifen verschwinden.

An der Schnittstelle muß man meist noch etwas nachbearbeiten. Wie ist stark vom Motiv abhängig. Ich nutze meist eine Kombination aus Stempel, Reparatur-Pinsel und den selektiven Einsatz des gausschen Weichzeichners.

Und jetzt ist der Mini-Planet fertig:

Mini Planet Ebnisee

Mini Planet Ebnisee

Die Schnittstelle der Bäume wurde mit dem Stempel verfeinert. Die vier Himmelsecken mit dem gausschen Weichzeichner. Das blau im See mit dem Reparatur-Pinsel und abschliessend mit den gausschen Weichzeichner.

Tutorial: Wie macht man einen Mini Planet #2?

Da ich immer noch kein Panorama hatte, habe ich mir eines mit Photoshop gebastelt!

Fünf Fotos von fünf verschiedenen Pflanzen. Alle sind mehr oder weniger mit weißen Hintergrund aufgenommen worden. Alle standen auf einem blauen Tuch.

In Photoshop eine neue Datei öffnen. So lange einstellen, wie die fünf Pflanzenfotos breit sind.

Danach werden die fünf Pflanzenfotos ebenfalls alle in Photoshop geöffnet und in die neue Datei verschoben. Vereinzelt musste ich den Hintergrund bei den Einzelfotos noch nachbearbeiten. Nicht alle hattten einen im neutralen weiß.

Die neue Datei speichern unter ist eine gute Idee.

Die blauen Hintergründe waren unterschiedlich hoch. Also mussten diese durch den Stempel und den Korrektur-Pinsel auf eine Ebene gebracht werden. Mit einer zusätlichen Ebene habe ich das blaue Tuch noch vergrössert. sonst wird die blaue Mini-Welt zu mini.

Das blaue Tuch sollte sowohl rechts als auch links auf gleicher Höhe sein, damit man später einen runden Kreis, den Planeten, hat.

Danach wird das Foto auf quadratisch geändert. Auf den Kopf gestellt und mit den Polkoordinaten als Mini-Planet umgewandelt.

Das blaue Tuch wurde noch selektiv mit dem gausschen Weichzeichner bearbeitet. Sozusagen die Falten und Bearbeitungsspuren glätten 😉

Fertig:

Mini Planet Kusamono - Akzentpflanzen

Mini Planet Kusamono – Akzentpflanzen

Damit das mittlere Objekt oben erscheint muß man nun den Bild wieder umkehren. Fertig ist der Mini-Planet mit fünf verschiedenen Pflanzen.

Tutorial: Wie macht man einen Mini Planet #3?

Wenn ihr aufgepasst habt, dürfte die Erstellung des dritten Mini-Planeten kein Problem mehr darstellen?

Genauso wie die fünf verschiedenen Pflanzen.

  • Fünf verschiedene Bonsai-Bäume mit weißen Hintergrund auf blauem Tuch fotografiert
  • Neue Datei als Panorama erstellen und die fünf Bonsai-Bäume dort reinschieben. Den oberen Bonsai in die Mitte.
  • Den blauen Hintergrund auf eine waagerechte Linie mit dem Stempel und Korrektur-Pinsel bringen.
  • Die Bildgröße in quadratisch ändern. Die lange Seite auf die selbe Länge wie die kurze ändern.
  • Bild umdrehen
  • Mit Filter Polkoordinaten den Mini-Planet erstellen.
  • Falls notwendig noch die Mitte mit selektiven gausschen Weichzeichner, Stempel und Korrektur-Pinsel korrigeren.

 

Mini Planet Bonsai Bäume

Mini Planet Bonsai Bäume

Aus einem Panorama lassen sich sehr gute Mini-Planeten erstellen.

Es muß aber nicht immer ein Panorama sein.

Man kann sich auch selber aus mehreren Einzelfotos ein Panorama-artiges Bild montieren.

Wenn man bereits bei Aufnahmen einige Punkte, wie den Hintergrund beachtet, ist bei der Bildbearbeitung der Aufwand recht gering.

Habt ihr auch schon einmal einen Mini-Planeten gemacht?

Wenn nicht, probiert es mal aus.

Über Bernd

Bereits in meiner Kindheit musste ich Motive fotografisch festhalten. Durch eine Ausbildung im Fotohandel habe ich mich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit einigen Jahen fotografiere ich Nebenberuflich für Bildagenturen.Meine Erfahrungen aus der Theorie und Praxis möchte ich in diesem Fotoblog an andere Fotofans weiter geben.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.